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Zwischen Regenfrust und Qualitätsrausch: Die deutsche Weinbilanz 2025

Das Wetterjahr 2025 verlangte den deutschen Winzern einiges an Nervenstärke ab. Besonders die heftigen Niederschläge im September setzten den Trauben kurz vor der Ernte zu und zwangen viele Betriebe zu einer beschleunigten Lese, um der einsetzenden Fäulnis zuvorzukommen. Trotz der herausfordernden Bedingungen und einer insgesamt kleineren Erntemenge gibt es für Weinliebhaber jedoch eine gute Nachricht: Die Qualität der Erzeugnisse hat im Vergleich zum Vorjahr spürbar angezogen.
30.03.2026 09:25
Aktualisiert: 30.03.2026 09:25
Lesezeit: 1 min
Zwischen Regenfrust und Qualitätsrausch: Die deutsche Weinbilanz 2025
Im Weinberg von Chablis im Burgund wird Wasser versprüht, da die Temperaturen in der Nacht unter null Grad Celsius fallen (Foto: dpa). Foto: Arnaud Finistre

Ertragsrückgang in den großen Anbauregionen

"Eine ähnlich kleine Erntemenge von 7,5 Millionen Hektolitern hatten wir zuletzt im Jahr 2017", sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts, Ernst Büscher. Die zunehmenden Wetterkapriolen stellten die Winzerinnen und Winzer Jahr für Jahr vor große Herausforderungen. 2025 seien besonders kleinere Traubenernten für die geringeren Erträge verantwortlich.

Eine stärkere Fäulnisanfälligkeit der Trauben infolge von kräftigem Regen und damit eine verkürzte Lese waren den Statistikern zufolge vor allem in den beiden größten Weinbauregionen Rheinhessen und Pfalz der Grund für den Rückgang. Dort wurde dennoch fast die Hälfte (48,1 Prozent) des gesamten deutschen Weins und Mosts erzeugt. Die gesamte Ertragsfläche in Deutschland ist der Statistik zufolge nur um 1,1 Prozent (1.100 Hektar) geschrumpft. Auch im Rheingau wurde weniger Trauben gelesen und verarbeitet (minus 10,2 Prozent) als im Vorjahr.

Mehr Prädikatsweine

Mehr als zwei Drittel der 2025 erzeugten Weine waren Weißweine (69,6 Prozent). Der Anteil der Prädikatsweine an allen Weinen stieg innerhalb eines Jahres wieder deutlich, auf 29,3 Prozent (2024: 16,1 Prozent). Büscher nennt die kleineren Trauben als einen Grund. "Sie haben dafür sehr gute Qualitäten hervorgebracht."

Unterschiedliche Witterungsverhältnisse haben die Produktion in den 13 Anbaugebieten beeinflusst: Deutlich mehr Wein und Most (plus 12 Prozent) gab es an der Mosel, vor allem wegen der dortigen Handelskellereien. Diese nehmen auch Trauben von anderen Weinanbaugebieten in größeren Mengen auf, um sie zu Wein zu verarbeiten.

Mit einem Zuwachs von 4,5 Prozent lag die Erzeugung im Weinanbaugebiet Baden leicht über dem Vorjahresniveau. Stärker kletterte sie in Württemberg (11,0 Prozent) und Franken (21,1 Prozent). Auch die kleineren Anbaugebiete Sachsen und Ahr konnten zulegen.

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