Immobilien

Baubranche: Iran-Krieg lässt Kosten für Hausbauer steigen

Beton, Stahl, Dämmstoffe: Viele Baumaterialien haben sich mit dem Krieg im Nahen Osten deutlich verteuert. Das belastet Hausbauer. Die Baubranche macht Vorschläge, wie es billiger ginge.
24.04.2026 10:04
Lesezeit: 2 min
Baubranche: Iran-Krieg lässt Kosten für Hausbauer steigen
Verbandschef Reimann appelliert an die Politik, Bauen billiger zu machen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. (Foto: dpa)

Baubranche: Iran-Krieg lässt Kosten für Hausbauer steigen

Hausbauer müssen sich wegen des Iran-Kriegs auf deutliche höhere Kosten für ihr Eigenheim einstellen. «Wir sehen fast überall Kostensteigerungen», sagt der Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. Das reiche von Stahl über Beton bis hin zu Dämmstoffen und Folien, die auf Rohöl basierten. Auch das Aufstellen von Kranen sei teurer geworden wegen höherer Dieselkosten bei der Anfahrt. «Insgesamt liegen die Baukosten um drei bis fünf Prozent höher als vor dem Iran-Krieg.»

Aussicht auf schnelle Besserung gebe es nicht. «Bauen wird nicht billiger werden.» Selbst wenn die Rohölpreise am Weltmarkt zurückgingen, dürften Lieferanten zunächst bei ihren Preisen bleiben.

Schon 2024 und 2025 waren die Baukosten für konventionelle Wohngebäude laut Statistischem Bundesamt um rund drei Prozent gestiegen. Während des Ukraine-Kriegs 2022 hatte es sogar zeitweise Kostensteigerungen von mehr als 15 Prozent gegeben, in der Folge brach der Neubau ein.

«Müssen weg vom Goldstandard»

Verbandschef Reimann appelliert an die Politik, Bauen billiger zu machen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. «Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum birgt soziale Sprengkraft.» Bauen in Deutschland sei wegen strenger Vorschriften zu teuer. So seien Stellplätze für Mehrfamilienhäuser vorgeschrieben, ein Parkplatz in einer Tiefgarage koste aber bis zu 50.000 Euro. Ein Grund sei, dass es nur wenige Deponien für Erdhaushub gebe.

Andere Länder könnten als Vorbild dienen, meint Reimann. Schweden käme verglichen mit Deutschland mit weniger Baunormen aus und baue entsprechend billiger. «Und in Belgien und Frankreich sind Stärken von 15 bis 19 Zentimeter für Betondecken üblich, während wir in Deutschland 30 bis 40 Zentimeter verbauen.» Bei einer dünneren Decke höre man spielende Kinder bei den Nachbarn vielleicht mehr. «Aber das sollte verkraftbar sein,» sagt Reimann, der selbst Bauunternehmer ist. «Wir müssen wegkommen vom Goldstandard.»

«Bauherren brauchen Rechtssicherheit»

Die Bundesregierung müsse zudem dringend den Gebäudetyp E umsetzen, der Bauen durch den Verzicht auf teure, nicht sicherheitsrelevante Standards einfacher und billiger machen soll. Der Standard geht noch auf die Ampel-Koalition zurück und könnte 2027 in den Bundestag kommen. «Bauherren brauchen Rechtssicherheit», fordert Reimann. «Der Gebäudetyp E wäre ein erster Schritt und wichtiges Signal an die Baubranche.»

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