Politik

FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus – und ein Vergleich mit Olaf Scholz bleibt nicht aus. Gleichzeitig freut sich die FDP über Mitgliederzuwachs.
10.06.2026 14:55
Lesezeit: 2 min

FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“

Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat den Politikstil von Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert. In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren.

Merz wisse offensichtlich nach den Jahren außerhalb der Politik nicht mehr, «wie das Spiel funktioniert, also wie das System funktioniert», sagte Kubicki auf die Frage, was ihn am meisten an der Performance des Kanzlers überrascht. "Das Erwartungsmanagement ist unterirdisch."

Der Vorgänger von Merz im Kanzleramt, Olaf Scholz (SPD), sei sehr akribisch gewesen, ein "Aktenfresser", sagte Kubicki. "Er war wirklich im Detail, was man von Friedrich Merz nicht immer behaupten kann." Das habe er definitiv nicht von Merz erwartet, sagte der neue FDP-Chef.

Scholz hatte als Kanzler die letztlich gescheiterte Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geführt.

FDP freut sich über Mitgliederzuwachs

Die FDP mit ihrer neu formierten Führung verzeichnet wachsende Mitgliederzahlen. Wie die Partei den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitteilte, traten seit dem Parteitag Ende Mai 780 Menschen in die Partei ein. Dem standen 80 Austritte gegenüber. FDP-Generalsekretär Martin Hagen sagte den Funke-Zeitungen: "Wir spüren seit Ostern und insbesondere nach der Wahl des neuen Führungsteams Rückenwind – auch bei den Mitgliederzahlen. Dass sich nach dem Parteitag viele Menschen zum Eintritt in die FDP entschlossen haben, motiviert uns."

Die Mitgliederzahl der FDP schwankt nach Angaben der Funke-Zeitungen seit Jahren rund um die Marke von rund 70.000. 2021 lag sie mit 77.276 Mitgliedern auf einem zwischenzeitlichen Höchstwert, bis 2024 und dem Ende der Ampel-Koalition fiel sie um fast 10.000. Vor einem Jahr lag sie Parteiangaben zufolge bei etwa 69.000 – und steigt nun wieder.

Auf dem Parteitag am 30. und 31. Mai hatten die Liberalen Wolfgang Kubicki zum neuen FDP-Chef gewählt. Der Neustart verlief aber holperig. Kubicki musste sich gegen die spontan angetretene Gegenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durchsetzen. Die Kampfabstimmung und die damit verbundene Richtungsdebatte hatte der Partei zumindest viel Aufmerksamkeit beschert. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr und den beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in diesem Jahr verpasste die Partei den Einzug in die Parlamente.

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