Politik

Umfrage beziffert wackelige Zukunft: Deutsche zweifeln an Koalition und Sozialpolitik

Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik schwindet massiv: Fast drei Viertel der Deutschen bezweifeln laut dem aktuellen ZDF-„Politbarometer“, dass die Bundesregierung die Probleme bei den Sozialversicherungen lösen kann. Nur magere 24 Prozent bescheinigen Schwarz-Rot derzeit eine gute Arbeit.
05.06.2026 10:21
Lesezeit: 1 min
Umfrage beziffert wackelige Zukunft: Deutsche zweifeln an Koalition und Sozialpolitik
Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestag im Reichstagsgebäude: Fast drei Viertel der Deutschen zweifeln an der Handlungsfähigkeit der Regierung. Was die aktuellen Umfragewerte für Merz und Schwarz-Rot bedeuten (Foto: dpa). Foto: Carsten Koall

Tiefe Skepsis gegenüber Kanzler Merz

Auch für Bundeskanzler Friedrich Merz liefert die Umfrage verheerende Werte: Ganze 69 Prozent der Befragten stellen dem Regierungschef ein schlechtes Zeugnis aus. Diese tief sitzende Unzufriedenheit spiegelt sich auch im Blick auf die politische Zukunft wider. Zwar glaubt mit 52 Prozent noch eine knappe Mehrheit, dass das Regierungsbündnis aus Union und SPD bis zur nächsten regulären Bundestagswahl im Jahr 2029 bestehen bleibt – doch fast die Hälfte der Menschen (43 Prozent) stellt sich innerlich bereits auf ein vorzeitiges Scheitern der Koalition ein.

AfD bleibt in Sonntagsfrage auf Platz eins

Wie zuletzt liegt die AfD auch jetzt in der Politbarometer-Projektion zwei Punkte vor der Union: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 25 Prozent (plus 1) und die AfD auf 27 Prozent (plus 1). Die SPD würde auf ihrem Rekordtief von 12 Prozent verbleiben, die Grünen kämen auf 14 Prozent (minus 1) und die Linke auf 11 Prozent (minus 1). Die FDP erhielte 3 Prozent (unverändert). Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit.

Die Daten hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 1. bis 3. Juni 2026 bei 1.274 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Sie sind den Angaben zufolge repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund plus/minus zwei Prozentpunkte.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Moderna im Rampenlicht bei steigender Wall Street
19.08.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die US-Märkte beflügeln und warum ein bestimmter Sektor derzeit für historische...

DWN
Finanzen
Finanzen Moderna-Aktie explodiert: Melanom-Impfstoff schürt Hoffnung auf Milliardengeschäft
19.08.2026

Die Moderna-Aktie schießt nach einem wegweisenden Studienerfolg in die Höhe. Ein personalisierter Krebsimpfstoff könnte dem...

DWN
Politik
Politik Altersteilzeit vorm Aus? Regierung will beliebtestes Modell für Berufsausstieg streichen
19.08.2026

Mit Altersteilzeit in den wohlverdienten Ruhestand: So haben Millionen Deutsche ihren Renteneinstieg geplant. Doch die Bundesregierung will...

DWN
Finanzen
Finanzen Biontech-Aktie hebt ab: Zulassungshoffnung löst Kursrally bei Biontech-Aktie aus
19.08.2026

Die Biontech-Aktie schießt im US-amerikanischen Börsenhandel am Mittwoch kräftig nach oben und lässt den Gesamtmarkt weit hinter sich....

DWN
Panorama
Panorama KI-Manifest von Mark Zuckerberg zeigt, wie Meta die Zukunft der Menschen verändern will
19.08.2026

Mark Zuckerberg verspricht persönliche Superintelligenz, mehr individuelle Macht und sogar zusätzliche Arbeitsplätze. Doch sein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sprengung Nord-Stream: Ukrainer in Kroatien festgenommen
19.08.2026

Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines führen Ermittlungen zu den Sprengungen erneut zu einer Festnahme. Es ist...

DWN
Politik
Politik Mietrecht: Justizministerin will Einbau von Klimaanlagen erleichtern
19.08.2026

Wie kann die Rechtspolitik einen Beitrag zum Hitzeschutz leisten? Bundesjustizministerin Hubig hat eine Idee.

DWN
Technologie
Technologie Konkurrenz für SpaceX: China gelingt Raketenlandung auf Beinen
19.08.2026

Erstmals ist in China eine Raketenstufe nach einem Orbitalstart senkrecht auf eigenen Beinen gelandet. Sie gehörte zur privat entwickelten...