SPIEF 2026: Selenskyj lobt Drohnentruppen nach Attacke auf St. Petersburg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf den Hafen der Millionenstadt St. Petersburg bestätigt. Die Einschläge bezeichnete er als "gutes Resultat" der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Getroffen worden sei neben dem Ölterminal auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat. Die Ziele lägen fast 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er.
In St. Petersburg startet am Mittwoch das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF. Kremlchef Wladimir Putin ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Forum. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten. Aus Deutschland besuchen daneben Politiker der AfD das Forum. In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa waren nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden zu sehen.
"Ein weiteres Ziel war ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Produktion russischer Rüstungsgüter beteiligt ist", schrieb Selenskyj. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Fabrik, die auch Raketentechnik produziert.
Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg
SPIEF gilt als eines der weltweit einflussreichsten Wirtschaftstreffen und bringt Staats- und Regierungschefs, Investoren, Unternehmenslenker sowie Innovatoren aus aller Welt zusammen. Oft als „russisches Davos” bezeichnet, hat es sich zu einem strategischen Forum entwickelt, an dem Wirtschaftsdiplomatie auf unternehmerische Innovation trifft. Seit seiner Gründung im Jahr 1997 spielt es eine zentrale Rolle bei der Anbahnung internationaler Partnerschaften. Seit 2006 steht das Forum unter der Schirmherrschaft des russischen Präsidenten.
Saudi-Arabien ist in diesem Jahr Ehrengast des Forums. Neben Russland sind dort unter anderem Repräsentanten aus den USA China, Indien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, weiteren Golfstaaten, der Türkei, Staaten Afrikas, Lateinamerikas und Zentralasiens vertreten.
Vor Wirtschaftsforum: St. Petersburg meldet Drohnenalarm
Vor Beginn des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) haben die Behörden in der Millionenmetropole Einwohner und Gäste am Morgen vor Drohnenangriffen gewarnt. "Achtung! Es besteht Drohnengefahr auf dem Gebiet von St. Petersburg, möglich sind Störungen des mobilen Internets", hieß es in der versandten SMS. In St. Petersburg selbst soll eine Ölraffinerie in Brand geraten sein. Offiziell bestätigt ist das nicht. In sozialen Netzwerken kursierten Aufnahmen von einer schwarzen Rauchwolke.
Es gebe einige Verletzte, teilte der St. Petersburger Gouverneur Alexander Beglow mit. "Es sind einige Objekte beschädigt worden. Im Moment läuft die Beseitigung der Folgen." Konkrete Angaben zu den Schäden machte er nicht. Alle Einsatzkräfte sind seinen Angaben nach in erhöhter Bereitschaft.
Der Alarm überschattet das in der Regel glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierte Forum, das bis Samstag dauert.
Russisches Ministerium meldet Abschuss von 354 Drohnen
Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von 354 ukrainischen Drohnen, darunter auch in der Region um die Hauptstadt Moskau und im Leningrader Gebiet um die Millionenmetropole St. Petersburg. Überprüfbar sind die Angaben von unabhängiger Seite nicht. Auch im vor St. Petersburg gelegenen Kronstadt, wo die russische Kriegsmarine einen Stützpunkt hat, gab es am Morgen Drohnenalarm.
Medienberichten zufolge schlugen Drohnen zudem in der Stadt Mitschurinsk in der zentralrussischen Region Tambow ein. Ziel dort soll eine Fabrik gewesen sein, die auch Raketentechnik herstellt.

