Politik

Indonesien schließt staatliche Betriebe: Wirtschaft soll profitabler werden

Da ist selbst der Präsident überrascht: Mehr als 1.000 Betriebe in staatlicher Hand hat Indonesien. Einen Großteil will er nun schließen - zu unproduktiv. Auch die Finanzbücher warfen Fragen auf.
17.08.2026 07:23
Lesezeit: 1 min
Indonesien schließt staatliche Betriebe: Wirtschaft soll profitabler werden
Die indonesische Wirtschaft soll profitabler werden: Staatspräsident Prabowo Subianto setzt den Rotstift an. (Foto: dpa) Foto: Achmad Ibrahim

Indonesiens Regierung setzt Rotstift bei Staatsfirmen an

Mehr als 750 staatlich betriebene Firmen sollen in Indonesien bis zum Jahresende dichtgemacht werden. Dies kündigte Staatspräsident Prabowo Subianto am Freitag in einer Ansprache im Parlament an.

Die Verwaltung des südostasiatischen Inselstaats habe insgesamt 1.074 Unternehmen gezählt, die in staatlicher Hand seien. "Ich dachte, es gebe nur 300 oder 400", zeigte sich Prabowo selbst überrascht über die Zahl. Nicht mehr als 300 sollten letztlich davon übrig bleiben, sagte er weiter. "Nur diejenigen, die produktiv sind, nur diejenigen, die einen Mehrwert für die Menschen schaffen, werden beibehalten."

Zu viele Betriebe davon seien nicht produktiv gewesen, hätten Gewinne gemeldet, aber tatsächlich Geld verloren. Dies habe Fragen hinsichtlich der Genauigkeit ihrer Finanzberichte und der Qualität ihrer Unternehmensführung aufgeworfen, sagte der Präsident.

Staat ist überall in der Wirtschaft beteiligt

In Indonesien ist der Staat in einem Großteil der Wirtschaft und in vielen Bereichen an Firmen beteiligt - vom Bankwesen über Energiekonzerne und Fluggesellschaften bis hin zu Telekommunikation, Bergbau und Infrastruktur. Mit den geplanten Schließungen oder Zusammenlegungen soll der staatliche Unternehmenssektor umfassend umgestaltet werden, um die indonesische Wirtschaft profitabler zu machen.

Der Präsident sagte zudem, er erwäge eine spezielle Gerichtsbarkeit einzurichten, welche den Fehlern der Führungsebenen jener Unternehmen in den letzten 30 Jahren nachgehen werde. Firmen, in denen ermittelt werden solle, oder konkrete Vorwürfe nannte er dabei nicht.

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