Das Ende der ultraniedrigen Zinsen naht
Die Verluste an der Wall Street weiteten sich am Mittwoch aus, da die Anleger eine erneute Warnung von US-Notenbankchef Kevin Warsh verarbeiteten, wonach die Zentralbank nur begrenzte Möglichkeiten habe, Preissprünge bei einzelnen Rohstoffen wie Öl einzudämmen.
Der Dow geriet während der Rede von Warsh erneut unter Druck, während die Fed ihre Botschaft bekräftigte, dass eine Rückkehr zur Ära der ultraniedrigen Zinsen unwahrscheinlich sei.
Die Währungshüter signalisieren bereits seit einigen Jahren, dass sich die Kreditkosten voraussichtlich deutlich über den außergewöhnlich niedrigen Niveaus einpendeln werden, die zwischen 2008 und 2022 herrschten.
Um diesen Wandel zu untermauern, hob die Fed ihre langfristige Prognose für den kurzfristigen Leitzins von 3,1 Prozent auf 3,2 Prozent an.
Dies stellt eine deutliche Veränderung gegenüber dem Jahr 2022 dar, als die Schätzung für den sogenannten neutralen Zins – das Niveau, das die Wirtschaft weder ankurbelt noch bremst – bei lediglich 2,4 Prozent lag.
Branchenriesen ziehen den Dow Jones nach unten
Der Dow Jones Industrial schloss 1,21 Prozent tiefer bei 51.462,55 Punkten.
Boeing und Goldman Sachs führten die Verluste im Index an und gaben um 3,64 Prozent bzw. 3,88 Prozent nach.
Die Aktien von Boeing brachen am Mittwoch um mehr als 5 Prozent ein, nachdem CEO Kelly Ortberg wegen zunehmender Herausforderungen bei den Auslieferungen und anhaltender Produktionsengpässe Alarm geschlagen hatte.
Unterdessen gaben die Aktien von Goldman Sachs um rund 4 Prozent nach, nachdem CEO David Solomon davor gewarnt hatte, dass ein schwächerer Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und steigende Kosten das Ergebnis der Bank im dritten Quartal belasten könnten.
Ölpreis und weitere Indizes im Fokus
Der Preis für Rohöl der Sorte Brent lag zuletzt bei 105 US-Dollar pro Barrel.
Der S&P 500 gab um 0,44 Prozent auf 7.552,25 Punkte nach, während der technologielastige Nasdaq bis zum Handelsschluss 0,01 Prozent auf 25.978,42 Zähler verlor.
