Unternehmen

Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert

Der Toyota Corolla Cross verbindet Hybridtechnik mit viel Komfort und erstaunlich niedrigem Verbrauch. In der getesteten GR-Sport-Version kostet er 40.500 Euro, fährt souverän und kommt mit einer Tankfüllung weit. Nur beim Kofferraum und beim Preis bleibt Raum für Kritik.
02.10.2026 07:57
Lesezeit: 5 min
Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert
Der Corolla Cross GR Sport: Toyotas Familien-SUV überzeugt beim Verbrauch. (Bild: Matej Štakul)

Toyota Corolla Cross im Test: Sparsam, bequem, teuer

Im Jahr 1966 geschah viel Interessantes. The Beatles begeisterten mit dem Album Revolver, England gewann seinen einzigen Fußball-Weltmeistertitel, die Welt verfolgte den Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion. Fernab der großen Aufmerksamkeit und ohne übertriebenes Tamtam fuhr in Japan aber auch der Toyota Corolla erstmals auf die Straßen.

Das erwähne ich aus gutem Grund: In den folgenden 60 Jahren wurde er nämlich zum meistverkauften Auto aller Zeiten. Bis heute wurden mehr als 55 Millionen Exemplare an Kunden übergeben, verteilt auf zwölf Generationen.

Für Allradantrieb muss man extra zahlen

Der Corolla lebt natürlich bis heute weiter. Passend zu den Trends hat Toyota ihm ein weiteres Modell zur Seite gestellt, das ebenfalls seinen Namen trägt: den Corolla Cross. Übersetzt heißt das: eine SUV-Version, die gegen Aufpreis auch Allradantrieb bietet. Der Toyota, den ich getestet habe, hatte allerdings nur Zweiradantrieb.

Die japanische Marke, die als meistverkaufte der Welt gilt, setzte im vergangenen Jahr 10,8 Millionen Fahrzeuge ab und steht seit langem für Zuverlässigkeit und Verarbeitungsqualität. Außerdem wurde sie durch ihre Pionierrolle bei Hybridfahrzeugen bekannt. Der Prius war 1997 der erste in Serie produzierte Hybrid. Deshalb überrascht es nicht, dass auch die Cross-Version ein Hybrid ist.

Toyota bietet zwar zwei Varianten an, getestet habe ich aber die stärkere. Bei ihr erreicht die Systemleistung aus einem Zweiliter-Benzin-Vierzylinder und einem Elektromotor 197 PS. Da es sich um ein Auto mit betont familiärem Charakter handelt, ist das mehr als genug. Das zeigen auch die Höchstgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde und der Sprint auf 100 km/h in 7,6 Sekunden. Das reicht locker, um auch ein Überholmanöver leicht und sicher zu absolvieren.

Die Kraft wird über ein stufenloses Automatikgetriebe übertragen, das von Jahr zu Jahr besser wird und immer weniger aufheult. Genau das war früher störend.

Fahrkomfort wird großgeschrieben

Wichtiger als die Frage, wie schnell man fährt, ist aber der Fahrkomfort. Und der wird hier großgeschrieben. Auch dank des bequemen Sitzes, der leider nicht elektrisch verstellbar ist.

Den Fahrer entlastet zudem der aktive Tempomat deutlich. Er beschleunigt selbst, bremst und hält den Sicherheitsabstand.

Für gute Laune am Steuer sorgt außerdem die GR-Sport-Ausstattung. Dazu gehören Navigation, ein Smart Key, zum Ent- und Verriegeln muss man den Türgriff berühren, kabelloses Laden des Telefons, beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad sowie Parksensoren. Zusammen mit der Kamera sorgen sie dafür, dass die Karosserie möglichst unberührt bleibt.

Zu allen Menüs gelangt man entweder über den farbigen Touchscreen mit 31,2 Zentimetern beziehungsweise 12,3 Zoll Durchmesser oder über die Tasten am Lenkrad. Für Kleinigkeiten gibt es zwei geschlossene Fächer und zahlreiche weitere Ablagen.

Auf der Rückbank gibt es keine Platzprobleme

Da im Corolla Cross häufig vier Personen sitzen werden, ist wichtig, wie geräumig er ist. Auch auf der Rückbank gibt es keine Probleme mit Knien und Kopf, jedenfalls für zwei erwachsene Passagiere.

Etwas größer dürfte allerdings der Kofferraum sein. Offiziell fasst er 414 Liter. Das reicht für vier Handgepäckkoffer und noch eine zusätzliche Tasche. Vor einer längeren Reise könnte das Familienoberhaupt aber vor der Frage stehen, wohin mit dem gesamten Gepäck.

4,46

Meter misst der Toyota Corolla Cross in der Länge

414

Liter beträgt das Kofferraumvolumen in der Grundkonfiguration

5,4

Liter betrug der durchschnittliche Benzinverbrauch

Lobenswert ist, dass die recht große Heckklappe elektrisch öffnet und schließt. Schade ist dagegen, dass der Ladeboden bei umgeklappter Rückbank nicht eben ist.

Der Verbrauch erinnert an frühere Diesel

Die Parksensoren und die Kamera habe ich nicht zufällig erwähnt. Das Auto misst nämlich 4,46 Meter in der Länge. Da kommt ihre Hilfe sehr gelegen. Ein durchschnittlich geübter Fahrer sollte aber auch beim Rangieren in engen Stadtstraßen nicht allzu große Probleme haben.

Den Grund, der für den Kauf eines Hybrids als Ersatz für einen Diesel spricht, habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben: den Verbrauch. Trotz meines schweren Gasfußes und eines Leergewichts von anderthalb Tonnen lag er im Schnitt bei 5,4 Litern. Mit dem 43-Liter-Tank reicht das für 800 Kilometer Reichweite mit einer Füllung.

Erwähnenswert ist außerdem, dass der Corolla Cross bei den Euro-NCAP-Crashtests für den Insassenschutz die maximale Bewertung von fünf Sternen erhielt. All dem entspricht auch der Preis, der bei 40.500 Euro liegt. Der Aufpreis für Allradantrieb beträgt gut 2.000 Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Ausverkauf breitet sich aus
16.10.2026

Die Wall Street erlebt eine turbulente Handelswoche – erfahren Sie, was hinter der aktuellen Unruhe an den Märkten steckt.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deal mit Nvidia: Bundesregierung plant Kooperation mit US-Chiphersteller
16.10.2026

Deutschland will die Lücke beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie schließen. Viele deutsche KMU hinken bei der digitalen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Ein Großhändler stellte 35 Roboter ein und verdreifachte so die Kapazität – ist das die Zukunft?
16.10.2026

Wenn Kunden eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden erwarten, wird das Lager zu einem Wettbewerbsfaktor. Dies hat den dänischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die 723.000-Mitarbeiter-Lücke: Deutschlands schleichender Verlust an Wohlstand
16.10.2026

Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine historische Belastungsprobe zu. Während politische Debatten häufig von akuten Konjunktursorgen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche in der Dauerkrise: Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen
16.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...

DWN
Politik
Politik Frühstartrente kommt: Bundestag beschließt 10 Euro für Kinder
16.10.2026

Mit der Frühstartrente will der Staat Kindern monatlich zehn Euro für ein langfristiges Aktiendepot geben. Wer zuerst von der...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 47: Die Woche im Rückblick – KW 42
16.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Analyse: Europa steht geschlossen gegen China, verschärft aber den Konflikt um den Milliardenhaushalt
16.10.2026

Die EU sieht erste Fortschritte im Handelskonflikt mit China. Doch das Defizit wächst weiter, und Brüssel bereitet bereits neue...