Goldpreis aktuell kaum bewegt: Jobdaten-Schwung fällt gering aus
Am Montag notierte die Feinunze eine Stunde vor Handelsstart an den europäischen Börsen bei 4.139,34 US-Dollar bzw. 3.699,30 Euro. Für den Dollarwert bedeutet das ein minimales Minus von 0,04 Prozent, während der Europreis wegen des Wechselkurses um 0,5 Prozent zulegte.
Damit ist die kräftige Reaktion auf den US-Arbeitsmarktbericht weitgehend verpufft. Am Freitag war der Spotpreis nach Veröffentlichung der Daten zeitweise um 1,1 Prozent auf 4.223,49 Dollar gestiegen, gemessen um 09:05 Uhr EDT beziehungsweise 15:05 Uhr MESZ. Dennoch steuerte das Metall laut Reuters auf ein Wochenminus von rund 1,5 Prozent zu. Der Goldkurs blieb damit trotz des kurzfristigen Sprungs unter Druck.
Schwacher Arbeitsmarkt verändert Zinsbild
Der neue Nachrichtenwert kommt aus Washington. Die US-Wirtschaft schuf im September außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent, die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich nur um 0,1 Prozent zum Vormonat. Zusätzlich revidierte das Bureau of Labor Statistics die Beschäftigungszuwächse für Juli und August zusammen um 60.000 Stellen nach unten.
Die Daten fielen klar schwächer aus als erwartet. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 90.000 neuen Stellen gerechnet. Unmittelbar danach sank die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober laut Reuters von 28 auf etwa 14 Prozent. Niedrigere Zinserwartungen sind grundsätzlich günstig für unverzinsliches Gold, weil alternative Anlagen dann weniger Renditevorsprung bieten. Das erklärt den ersten Kurssprung, beweist aber keine dauerhafte Trendwende.
Goldpreis trifft auf hartnäckigen Renditegegenwind
Die Gegenkraft bleibt der US-Anleihemarkt. Zehnjährige Treasury-Renditen hatten in der vergangenen Woche zeitweise 5,33 Prozent erreicht, den höchsten Stand seit 2002. Nach dem Arbeitsmarktbericht fielen sie zunächst deutlich, erholten sich aber bis zum Freitagsschluss auf 5,258 Prozent, wie Saxo berichtet. Das hohe Zinsniveau verteuert die Opportunitätskosten einer Goldposition weiterhin.
Für die Goldpreis-Entwicklung entsteht daraus ein Spannungsfeld: Die schwächere Beschäftigung bremst Erwartungen weiterer Fed-Schritte, zugleich bleibt die Inflation das vorrangige Problem der Notenbank. Auch Reuters warnt, dass hohe Renditen und der zuletzt feste Dollar die Erholung begrenzen. Die nächste Richtungsentscheidung dürfte deshalb weniger an einer einzelnen Arbeitsmarktzahl hängen als an der Kombination aus Inflation, Löhnen und Fed-Kommunikation. Am Mittwoch werden zudem die Protokolle der September-Sitzung veröffentlicht; die nächste Zinsentscheidung folgt laut Federal Reserve am 28. Oktober.
Euro-Anleger sehen ein anderes Bild
Goldpreis aktuell zeigt sich in Euro stabiler als in Dollar. Seit Jahresbeginn stand am Montagmorgen in Euro ein kleines Plus von 0,15 Prozent, in Dollar dagegen ein Minus von 4,62 Prozent. Diese Differenz beruht wesentlich auf dem Wechselkurs und erinnert daran, dass deutsche Anleger zwei Marktbewegungen tragen: den Metallwert und EUR/USD.
Für die Gold-Preisentwicklung bedeutet das, dass eine Dollarbewegung nicht eins zu eins im Depot ankommt. Am Montag legte der Eurowert um 19,10 Euro zu, obwohl der Dollarwert 1,50 Dollar verlor. Der Goldkurs kann deshalb aus deutscher Sicht steigen, während er international nahezu unverändert bleibt. Auch die längerfristige Goldpreis-Entwicklung sollte stets in der jeweiligen Anlagewährung verglichen werden. Die Gold-Preisentwicklung der vergangenen 30 Tage blieb laut dem gold.de dennoch in beiden Währungen negativ: minus 6,55 Prozent in Dollar und minus 3,00 Prozent in Euro.
Die Themenseiten von Manager Magazin und Rheinischer Post waren beim Abruf technisch nicht erreichbar; für Kursabgleich und Markteinordnung wurden deshalb die verlinkten Alternativquellen genutzt.
Fazit: Goldpreis bleibt zwischen Zinsen und Konjunktur
Der schwache September-Arbeitsmarkt hat die Wahrscheinlichkeit einer weiteren US-Zinserhöhung im Oktober deutlich reduziert und am Freitag eine kräftige, aber kurze Erholung ausgelöst. Am Montagmorgen lag die Feinunze wieder nahe 4.139 Dollar; in Euro stützte der Wechselkurs den Wert bei rund 3.699 Euro. Für Privatanleger ist entscheidend, dass fallende Zinserwartungen allein derzeit nicht reichen: Renditen von mehr als fünf Prozent bleiben ein starker Gegenspieler, während die Fed weiterhin auf Inflationsrisiken achten muss. Die Protokolle am Mittwoch können Hinweise liefern, ob innerhalb der Notenbank tatsächlich eine Pause dominiert. Bis dahin sprechen die Daten eher für hohe Schwankungen als für einen bestätigten neuen Aufwärtstrend.

