Altkanzler Schröder bei Putin-Geburtstag
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat nach Angaben des Kreml an der Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau teilgenommen. Putin habe am Mittwochmorgen aus den Medien von der Anwesenheit Schröders in der russischen Hauptstadt erfahren, teilte der Kreml bei Telegram mit. "Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein", hieß es weiter. Schröder sei bei Putin gewesen, als der Kremlchef am Mittwoch seinen 74. Geburtstag feierte.
Altkanzler Schröder war nach seiner Benennung in den Aufsichtsrat der russischen Handelskette Hyperglobus nach Moskau gereist.
Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Der 82-Jährige ist mit Kremlchef Wladimir Putin eng befreundet und steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung und seines Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen.
Schröder und Putin: Die umstrittene Freundschaft des Altkanzlers
Die Freundschaft zwischen Gerhard Schröder und Wladimir Putin ist vor allem wegen der engen wirtschaftlichen Verbindungen des Altkanzlers zu Russland und seiner Haltung gegenüber dem Kreml umstritten. Schröder setzte sich während seiner Amtszeit als Bundeskanzler für die deutsch-russische Zusammenarbeit ein und unterstützte insbesondere die Energiepartnerschaft.
Nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm er führende Positionen bei russischen Energieunternehmen, darunter dem Pipelineprojekt Nord Stream. Kritiker sehen darin eine problematische Nähe zwischen politischer Verantwortung und wirtschaftlichen Interessen.
Besonders seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 ist die Nähe zwischen Schröder und Putin Gegenstand heftiger Kritik. Schröder distanzierte sich trotz des Krieges nicht grundsätzlich von Putin und warb weiterhin für den Dialog und wirtschaftliche Beziehungen mit Russland.
Zwar trat er 2022 von seinem Aufsichtsratsposten beim russischen Ölkonzern Rosneft zurück und verzichtete auf eine Funktion bei Gazprom, blieb aber mit russischen Geschäftsinteressen verbunden.
Kritiker werfen ihm vor, damit die politische Glaubwürdigkeit Deutschlands zu beschädigen und wirtschaftliche Interessen nicht ausreichend von seiner früheren politischen Rolle zu trennen. Schröder selbst verteidigt seine Haltung mit dem Argument, Gesprächskanäle zu Russland offenzuhalten.

