Politik

Türkei: Erdoğan feuert Berater, der einen Demonstranten getreten hatte

Lesezeit: 1 min
25.05.2014 02:54
Der türkische Premier Erdoğan hat jenen Berater gefeuert, der vor einigen Tagen einen Demonstranten getreten hatte. Bei seiner Rede in Köln gab sich Erdoğan staatstragend und integrationswillig.
Türkei: Erdoğan feuert Berater, der einen Demonstranten getreten hatte

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der türkische Premierminister Erdoğan hat bei seinem Auftritt in der Lanxess-Arena auf eine Wutrede verzichtet. Auch die Demonstranten vor der Arena verhielten sich weitgehend friedlich. Er führte keinen Kollisions-Kurs gegen Deutschland. Stattdessen bedankte er sich bei Merkel für ihr Hilfe-Angebot beim Grubenunglück von Soma.

Die Deutsch-Türken ermutigte er zu einer Brückenfunktion zwischen Deutschland und der Türkei. In diesem Zusammenhang sei sowohl Deutsch als auch Türkisch sehr wichtig.

„Vor hundert Jahren fand der 1. Weltkrieg statt. Damals gingen Deutschland und die Türkei eine Schicksals-Gemeinschaft ein. In Gallizien sind türkische Soldaten gestorben. Unsere beiden Länder sind auch angesichts der Einwanderungs-Welle in den 60er und 70er Jahren eine Schicksals-Gemeinschaft eingegangen.“

Doch eine Absage erteilte Erdoğan an eine Assimilation. Integration hingegen sei auch seitens der türkischen Regierung erwünscht. Die Deutsch-Türken seien keine Ausländer und dürfen sich auch nicht so verhalten. Seine Regierung habe auch der Assimilation von Kurden in der Türkei eine Absage erteilt. Das sei die „neue Türkei“.

Massive Kritik übte der Premier an der deutschen Medienlandschaft. Die sei durchweg damit beschäftigt, ihm und anderen Regierungsmitgliedern die Worte im Mund zu verdrehen. Es gäbe Kreise, die die Türkei geringschätzig behandeln. Doch das werde nicht greifen. Sein Land fordere ein Mitspracherecht in der Welt.

Angesichts der EU-Erweiterung wolle die Türkei auch eine Vorreiter-Funktion gegen den Antisemitismus und  gegen die Islamophobie spielen. Sein Land sei das „Gegengift“. Europa dürfe keine Angst vor Veränderungen haben. In diesem Zusammenhang zitierte er den Ex-Bundespräsidenten Gustav Heinemann: „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“

Nach Angaben der Nachrichten-Agentur Anadolu hat Erdoğan kurz vor seiner Köln-Reise seinen Berater Yusuf Yerkel entlassen. Yerkel hatte im Zuge der Soma-Demonstrationen auf einen wehrlosen Demonstranten eingetreten.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Stellenabbau bei Meyer Werft: 440 Arbeitsplätze in Gefahr
29.05.2024

Die Mayer Werft plant den Abbau von 440 Stellen. Es gehe um die Zukunft des Unternehmens, das im internationalen Wettbewerb bestehen...

DWN
Politik
Politik Regierung beschließt Rentenpaket - doch aus der Wirtschaft hagelt es Kritik
29.05.2024

Beschluss nach langem Streit: Olaf Scholz und die Ministerrunde ebnen den Weg für die Rentenreform. Nun ist der Bundestag am Zug. In...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft VW baut neues 20.000-Euro-Elektroauto in eigenem Werk – ohne Partner
29.05.2024

VW will ab 2027 im Alleingang ein Elektroauto für 20 000 Euro entwickeln. Auf eine Partnerschaft mit Renault wird verzichtet. Wo der...

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Verband fordert schnelleren Bau von Pipelines und Terminals
29.05.2024

Ein Großteil des künftigen Wasserstoffbedarfs soll aus dem Ausland kommen. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einer Importstrategie....

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Macron will Einsatz westlicher Waffen in Russland erlauben - Putin droht mit ernsten Konsequenzen
29.05.2024

Die Ukraine fordert seit längerem, mit westlichen Waffen auch Ziele in Russland angreifen zu dürfen. Trotz schärfster Warnungen aus...

DWN
Politik
Politik DWN-SERIE zur Europawahl (Teil 2): Das Wahlprogramm vom BSW für die EU
29.05.2024

Am Sonntag, dem 9. Juni, findet in Deutschland die Abstimmung zur Europa-Wahl statt. Erstmals werden auch 16-Jährige über die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Was die USA über Kriegswirtschaft gelernt hat: Der Aufstieg der Mesoökonomie – TEIL 1
29.05.2024

Im Jahr 1950 veröffentlichte George A. Lincoln von der Abteilung für Sozialwissenschaften an der US-Militärakademie das Buch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kauflaune der Deutschen hellt sich weiter auf, bleibt aber schwach im Vergleich zur Zeit vor Corona
29.05.2024

Der Konsum in Deutschland hellt sich etwas auch - wenn auch auf niedrigem Niveau. Bereits im vierten Monat in Folge wird die...