Politik

Ukraine: Poroschenko kündigt Vergeltungs-Schlag für Flugzeug-Abschuss an

Lesezeit: 2 min
14.06.2014 17:52
Kiew will mit Vergeltungsaktionen auf den Abschuss eines Armeeflugzeuges reagieren. Alle Beteiligten müssen bestraft werden, so Präsident Poroschenko. Der Abschuss ist der schwerste Schlag gegen das Militär seit dem Beginn der Offensive.
Ukraine: Poroschenko kündigt Vergeltungs-Schlag für Flugzeug-Abschuss an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die ukrainische Regierung will mit Vergeltungsaktionen auf den Abschuss eines Armeeflugzeuges durch Separatisten reagieren. Dabei waren am frühen Samstagmorgen 49 ukrainische Soldaten getötet worden.

Alle an dem zynischen Terror-Akt beispiellosen Ausmaßes Beteiligten müssen bestraft werden“, erklärte Präsident Petro Poroschenko nach Beratungen mit seinen wichtigsten Militärberatern. Die Aufständischen hatten die Maschine in der Nacht beim Landanflug auf Luhansk abgeschossen. Es ist der schwerste Schlag gegen die Armee seit dem Beginn ihrer Offensive gegen die Rebellen im Osten des Landes (mehr hier).

Der Truppentransporter sei um 1.10 Uhr (Ortszeit) von einer Flugabwehrrakete getroffen worden, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit. An Bord hätten sich 40 Fallschirmjäger und neun Besatzungsmitglieder befunden. Das Verteidigungsministerium erklärte, es sei auch ein großkalibriges Maschinengewehr eingesetzt worden. Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-76 habe auch Nachschub-Material transportiert.

Luhansk in der gleichnamigen, an Russland grenzenden Region ist einer der Brennpunkte des Konflikts im Osten der Ukraine. Die Separatisten versuchen seit April, die Region von der Ukraine abzuspalten. Regierungstruppen kontrollieren zwar den Flughafen von Luhansk. In der Stadt selbst kam es aber lokalen Medien zufolge am Samstag zu Kämpfen.

Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, die Separatisten heimlich mit Waffen zu unterstützen. Russland hat dies wiederholt zurückgewiesen. Auch eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte am Freitag, in den vergangenen Tagen seien sogar russische Panzer und Raketenwerfer über die Grenze geliefert worden. Sollte Russland nicht zur Entspannung der Lage beitragen, werde dies „zusätzliche Kosten nach sich ziehen“, drohte das US-Außenministerium. Die Nato veröffentlichte am Samstag Satelliten-Aufnahmen einer Privatfirma von der Grenzregion, auf denen Panzer zu sehen sein sollen. Die Aufnahmen „werfen wichtige Fragen bezüglich der Rolle Russlands bei der Förderung der Instabilität in der Ost-Ukraine auf“, sagte ein Vertreter der Allianz.

Verschärfen könnte sich die Lage zudem durch den nach wie vor ungelösten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine, die noch offene Rechnungen von 1,95 Milliarden Dollar begleichen soll. Am Montag läuft die Frist für eine Einigung aus. Gelingt diese nicht, will Gazprom nur noch gegen Vorkasse liefern. Es drohen Versorgungsengpässe, die auch zu Problemen in der EU führen könnten, die einen großen Teil ihres Erdgases aus Russland über Pipelines in der Ukraine bezieht. Kiew lehnt vor wenigen Tagen das neue Preis-Angebot für russisches Gas ab. Russland hatte zuvor einen Preisnachlass von 100 Dollar angeboten (hier).

Allerdings signalisierte Gazprom Gesprächsbereitschaft. „Wir sind bereit, einen Kompromiss zu suchen“, sagte ein Sprecher des russischen Staatskonzerns. Das Unternehmen bereite sich auf eine weitere Gesprächsrunde in Kiew vor. Im Umfeld der ukrainischen Regierung hieß es, noch am Samstag würden Delegationen der EU und Russlands in der ukrainischen Hauptstadt erwartet.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld boomt: Die Federal Reserve überschwemmt die Welt mit Dollar-Banknoten

Die Nachfrage nach Dollar-Banknoten zieht derzeit weltweit spürbar an – ein Beleg für die Flucht der Bürger in den sicheren Hafen...

DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die Ziele im Rahmen des „Great Reset“ und der Pandemie bedrohen vor allem den deutschen Mittelstand. Über 99 Prozent aller Unternehmen...

DWN
Politik
Politik Sozialismus, Rassenhass, Korruption: Südafrika steht am Abgrund

Fast 25 Jahre hat Sebastiaan Biehl in Südafrika gelebt. Im großen DWN-Interview erläutert der Politikwissenschaftler und Journalist, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Politik
Politik Italien: Ein Land kann seinen größten Trumpf nicht nutzen

In der elften Folge der großen geopolitischen DWN-Serie zeigt Moritz Enders auf, warum Italien sein Potential als Regionalmacht nicht...

DWN
Politik
Politik Die Politik beschließt Corona-Maßnahmen nach dem Mephisto-Prinzip

DWN-Kolumnist Christian Kreiß wendet zur Beurteilung der Corona-Maßnahmen ein neues Verfahren an. Die Ergebnisse sind verblüffend.

DWN
Politik
Politik Südostasiens Drahtseilakt zwischen den Giganten: Wo führt China, wo die USA? - Teil 2

Wie tief und verlässlich die bilateralen Beziehungen der Vereinigten Staaten und Chinas zu ihren Partnern in Südostasien sind, lässt...

DWN
Finanzen
Finanzen Der DWN-Börsenausblick für März: Wie der Dax um die 14.000 Punkte-Marke kämpfen wird

Der dritte Monat im laufenden Jahr könnte eine Trendwende einleiten. Werden die Börsen es schaffen, sich wieder stabiler zu zeigen, oder...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesbehörde behauptet nun: Vogelgrippe in Norddeutschland konnte sich durch Menschen verbreiten

Dem Friedrich-Loeffler-Institut zufolge, das eine selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...