Unternehmen

Öl-Krise: Ungewöhnlich viele Tanker im Persischen Golf beobachtet

Lesezeit: 1 min
23.06.2014 00:15
In der Straße von Hormus war am Sonntag ein ungewöhnlich hohes Aufkommen von Öl-Tankern zu beobachten. Viele Schiffe kamen aus den USA, Malta und Großbritannien. Offenbar bereiten sich die Industrie-Nationen des Westens auf eine neue Öl-Krise als Folge einer Eskalation der Lage im Irak vor.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Zahlreiche Öl-Tanker aus dem Westen befinden sich im Persischen Golf. Offenbar werden aufgrund der Irak-Krise Versorgungs-Engpässe befürchtet. Denn der Konflikt könnte die gesamte Region in Brand setzen. Der Iran hatte 2012 damit gedroht, den weltweiten Öl-Transport am Golf zu blockieren.

Am Persischen Golf war am Sonntag ein ungewöhnlich massiver Schiffs-Verkehr zu beobachten. Zahlreiche Schiffe durchquerten die Straße von Hormus.

Nach Angaben der United States Energy Information Administration (EIA) fahren täglich durchschnittlich 14 Öl-Tanker durch die Straße von Hormus. Die Straße von Hormus gilt als weltweit wichtigster Seeweg für den Energieträger-Transport. 2011 wurden 35 Prozent des weltweiten Erdöls durch jene Straße transportiert. Das entsprach 20 Prozent des weltweiten Öl-Handels in jenem Jahr.

Doch am Sonntag um 22:07 Uhr (MET) verkehrten etwa 50 Öl-Tanker auf der Straße von Hormus oder im Persischen Golf. Das ist eine ungewöhnlich hohe Anzahl. Um 15:12 Uhr (MET) waren es noch um die 30 Öl-Tanker. Hinzu kommen zu beiden Uhrzeiten zahlreiche Frachtschiffe, die offenbar den Container-Handel abwickeln.

Offenbar fürchtet der Westen, dass es aufgrund des Irak-Konflikts zu einer Energie-Krise kommt. Der Iran hatte zuvor angekündigt, die heiligen Stätten der Schiiten im Irak zu schützen. Saudi Arabien wiederum warnte den Iran vor jeglicher direkter oder indirekter Intervention. Sollte sich der Konflikt ausbreiten, würden sich der Iran und Saudi Arabien als verfeindete Länder gegenüber stehen.

Im vergangenen Jahr hatte Teheran den USA und Saudi Arabien damit gedroht, die Straße von Hormus komplett zu blockieren. Auslöser dieser Reaktion war das Vorhaben der USA, ein Kriegs-Schiff in die Nähe der Wasser-Straße zu entsenden. „Wir haben einen Plan, wie wir die Straße von Hormus dicht machen“, zitiert BBC den Oberbefehlshaber der iranischen Armee, General Hasan Firouzabadi.

Für das US-Außenministerium gehört die Straße von Hormus in die Liste der Hoch-Risiko-Zonen. „Es ist einer der einzigen, der größten Schwachstellen, die wir in Bezug auf die Öl-Versorgung haben“, zitiert Financial Times einen hochrangigen US-Diplomaten.

Jede Militär-Intervention oder Blockade an der Straße von Hormus würde dem weltweiten Energie-Transport einen großen Schaden zufügen. Es würde nicht nur zu Versorgungs-Engpässen kommen, sondern auch zu einem enormen Anstieg des Erdöl-Preises, berichtet der Wissenschaftliche Dienst des US-Repräsentantenhauses.

Die Folgen für die Weltwirtschaft wären verheerend.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Attentat auf Trump: Was wir wissen und was noch unklar ist!
14.07.2024

Das Attentat auf den Ex-Präsidenten Trump hat die USA tief erschüttert. Die Ereignisse überschlagen sich, und viele Fragen bleiben...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Wo gibt es noch Zinsen von über 4 Prozent?
14.07.2024

Die Geschäftsbanken senken bereits seit Monaten die Tages- und Festgeldzinsen. Wo erhalten Sparer noch die höchsten Renditen für relativ...

DWN
Politik
Politik Trump-Attentat: Schüsse bei Wahlkampfauftritt und die Sorge vor einer Gewaltspirale
14.07.2024

Wahlkampfauftritt von Donald Trump in Pennsylvania. Plötzlich fallen Schüsse, am Ohr des Ex-Präsidenten ist Blut, ein Attentat! Die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Big Tech in der Cloud
14.07.2024

Die digitale Transformation hat in den letzten Jahren einen enormen Schub erfahren, und die Cloud-Technologie spielt dabei eine zentrale...

DWN
Panorama
Panorama Schutz vor Vogelgrippe: Wie gut ist Deutschland auf die nächste Pandemie vorbereitet?
14.07.2024

Virologen sehen das Vogelgrippevirus H5N1 als potenziellen Pandemie-Kandidaten. Was das für Deutschland bedeutet und warum Experten...

DWN
Politik
Politik Der letzte Diktator Europas? Lukaschenko feiert 30 Jahre im Amt und 70. Geburtstag
14.07.2024

Seit drei Jahrzehnten lenkt Alexander Lukaschenko, der als letzter Diktator Europas gilt, die Geschicke von Belarus. In diesem...

DWN
Technologie
Technologie Der schwierige Verzicht auf chinesische Technologie im 5G-Netz - eine Kurzanalyse
14.07.2024

Die Bundesregierung und die deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben sich nach langen Diskussionen auf einen umfassenden Ausschluss...

DWN
Panorama
Panorama Forscher raten zu Lehren aus schweren Radunfällen auf Landstraßen
14.07.2024

Im Verkehr sind immer mehr Radfahrer unterwegs - und es gibt mehr Unfälle. Auch auf dem Land. Was tun?