EZB bekommt kalte Füße und will nun doch keinen Schrott als Kredit-Sicherheiten

Die notleidenden Banken haben der EZB offenbar in den vergangenen Tagen dermaßen viel Schrott als Sicherheiten für Kredite geliefert, dass die EZB nun die Notbremse zieht. Ab sofort herrscht bei der Europäischen Zentralbank wieder Mülltrennung.

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Knapp eine Wochen ist es her, dass die EZB ihre Bestimmungen für die Hinterlegung von Sicherheiten lockerte. Sie wollte damit mehr Banken auf die Möglichkeit aufmerksam machen, sich mithilfe von Sicherheiten frisches Geld von der Zentralbank holen zu können. Daraufhin haben die Banken die EZB offenbar mit Schrottpapieren überschwemmt (mehr hier).

Nun verschärft die EZB die Auflagen wieder. Dies ist ein Hinweis darauf, wie schlecht es um die Assets der Banken tatsächlich bestellt ist. Vor allem die Banken angeschlagener Länder werden diese Einschränkung zu spüren bekommen. Denn Banken mussten zuletzt immer häufiger auf Staatsgarantien zurückgreifen, damit ihre angeblichen Sicherheiten auch von EZB akzeptiert werden.

Die Staaten halfen ihren Banken allerdings gerne dabei, die frische Liquidität von der EZB beziehen zu können und garantierten für verhältnismäßig viele Papiere. Jetzt zog die EZB die Notbremse: Bisher hinterlegte Papiere mit Staatsgarantien bleiben zwar erhalten, es werden aber keine neuen minderwertigen Assets akzeptiert – auch nicht, wenn ein Staat dafür garantiert.

Ein Schlupfloch für Schrottpapiere wird allerdings noch offen gelassen: Sowohl EFSF als auch ESM – die in der Bankrettung in Spanien noch eine wichtige Rolle spielen sollen – können weiterhin Garantien ausstellen, die die EZB akzeptiert. So kann beispielsweise Spanien weiterhin risikoreiche Assets bei der EZB abladen und dafür frische Liquidität bekommen.

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