Hedge-Fonds ohne Händler: Computer übernehmen Aktienmärkte

Der weltweite Aktienhandel wird zunehmend von Computern übernommen. Zahlreiche Fonds setzen bereits ganz auf intelligente Software, die von der Datensammlung über die Analyse bis zum tatsächlichen Handel alles ohne Menschen erledigt.

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Der weltweite Aktienhandel wird zunehmend von Computern übernommen. Eine aktuelle Studie des Unternehmens Preqin zeigt, das mittlerweile bereits zehn Prozent aller Hedge-Fonds den Aktienhandel auf computergestützten Voraussagen gründen.

Die Entwicklung geht darüber jedoch längst hinaus: Diverse Firmen arbeiten an Intelligenten Programmen, die menschliches Denken in Echtzeit analysieren und die Profi-Broker in absehbarer Zeit ersetzen sollen.

Die Firma Aidyia aus Hongkong etwa hat jüngst einen Hedgefonds gegründet, der den gesamten Aktienhandel mit Hilfe künstlicher Intelligenz abwickelt – dabei ist keinerlei menschliche Intervention mehr erforderlich. „Wenn wir alle sterben, würde der Handel weitergehen“, so der Chef des Unternehmens, Goertzel gegenüber dem Technologie-Magazin Wired.

Goertzel und sein Team haben das System gebaut und werden es weiterhin anpassen wenn nötig. Aber das System erkennt Geschäfte ganz allein und führt sie selbstständig durch. Sie nutzt dabei eine ganze Reihe verschiedener Formen von Künstlicher Intelligenz, darunter eine die von der genetischen Evolution inspiriert ist und eine andere auf der Basis von Wahrscheinlichkeitslogik.

Im Grunde erschafft das Programm dabei eine riesige Menge digitaler Händler und testet deren Performance an historischen Daten.  Diejenigen, die dabei am besten abschneiden, werden ausgewählt und ihre digitalen „Gene“ genutzt um eine neue Generation verbesserter Trader zu erschaffen. Dieser Prozess wiederholt sich tausendfach, so dass wie bei der natürlichen Evolution am Ende die Trader immer besser und selbstständiger operieren können.

Jeden Tag analysiert das Programm damit alles was an Daten verfügbar ist, von den Marktpreisen und Volumen über makroökomische Daten bis zu den einzelnen Unternehmenszahlen. Daraus generiert die KI eigene Marktvorhersagen und stimmt dann quasi im Schwarm über die beste Vorgehensweise ab.

An seinem ersten Tag hat Aidyia laut Goertzel zwei Prozent Rendite generiert. Das sei zwar noch keine relevante Zahl, aber sie markiere den Beginn einer Verschiebung in der Finanzwelt. Das San Franciscoer Startup Sentient Technologies hat für ein ähnliches System 143 Millionen von Investoren eingesammelt und handelt seit dem letzten Jahr bereits mit dem Programm. Daten-basierte Hedge-Fonds wie Two Sigma und Renaissance Technologies haben ebenfalls gesagt, dass sie sich auf Künstliche Intelligenz verlassen, ebenso wie zahlreiche weitere große Wall Street Namen.

Dabei geht es nicht mehr um datenbasierte Computermodelle, die dann von den Analysten interpretiert und ausgewertet werden. Die Computer übernehmen die Analyse selbst und lernen dabei, dank Deep Learning auch aus ihren eigenen Fehlern. Dabei werden teilweise hunderte oder tausende von Rechnern genutzt um eine Aufgabe zu berechnen und so auch die so genannte Schwarm-Intelligenz genutzt. So können Systeme nicht nur Modelle sondern auch Veränderungen im Markt automatisch erkennen und sich sofort entsprechend anpassen. Die Echtzeit-Analysen werden dabei nicht nur immer präziser und zuverlässiger, sondern auch immer schneller. Geht die Entwicklung so weiter so besteht der Plan, das die Programme Entwicklungen vorhersehen, noch bevor diese entstehen.

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