Politik

Hollande erhöht Steuern statt Ausgaben zu kürzen

Lesezeit: 1 min
28.09.2012 12:31
Das französische Kabinett hat den Haushaltsplan der Regierung gebilligt. Anders als in vielen Ländern der Eurozone hat Francois Hollande ein ganz anderes Konzept um das Defizit-Ziel zu erreichen. Statt Ausgaben des Staates zu kürzen, setzt er lediglich auf Steuererhöhungen.
Hollande erhöht Steuern statt Ausgaben zu kürzen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Steinbrück soll Kanzlerkandidat werden

Frankreichs Regierung muss wie Spanien ebenfalls Milliarden Euro einsparen, um sich in Richtung Defizitziel zu bewegen. Doch im Gegensatz zu Spanien holt sich die französische Regierung das Geld direkt von den Bürgern, statt die Ausgaben zu kürzen. So sollen, das sieht der neue Haushaltsplan für 2013 vor, den das Kabinett heute verabschiedet hat, beispielsweise die öffentlichen Ausgaben im kommenden Jahr stabil bei 56,3 Prozent des BIPs bleiben.

Im Gegenzug sollen sich aber die Steuern für Besserverdienende erhöhen, um zusätzliche Einnahmen in Höhe von 10 Milliarden Euro für den Staat zu generieren. Eine Erhöhung der Steuer für große Unternehmen soll die Einnahmen um weitere 10 Milliarden Euro anheben. Vier Milliarden will die Regierung zudem über eine Überarbeitung der Befreiung von der Körperschaftssteuer erhalten und weitere 2 Milliarden über die französischen Haushalte mittels einer Steuer auf Dividenden und Gewinnausschüttungen von Anleihen. Die Einkommenssteuer soll auf 45 Prozent angehoben werden.

Die entsprechenden Einnahmen über die Steuern liegen allerdings der Annahme der Regierung zugrunde, dass die Wirtschaft, die derzeit stagniert, im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und zwischen 2014 und 2017 jährlich um 2 Prozent wachsen werde. „Dies ist ein Kampf-Budget, um das Land wieder auf den Weg zu bringen“, sagte der französische Premier Jean-Marc Ayrault nach der Vorstellung des Haushaltsplanes. „Es ist ein Budget das versucht, wieder Zuversicht zu erlangen und die Spirale der Schulden, die immer größer und größer wird, zu durchbrechen.“

Weitere Themen

Wegen Nürburgring: Kurt Beck erwägt Rücktritt

Französische Linke: Politik der deutschen Regierung führt ins Desaster

Ratingagentur Egan Jones stuft Spanien auf Junk-Status

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland verkauft Öl teurer als 60-Dollar-Preisdeckel

In Asien wird der von den G7-Staaten verhängte Preisdeckel auf russisches Öl ignoriert. Russland kann sein Öl dort weiterhin für mehr...

DWN
Politik
Politik Twitter-Files: Wie die Social-Media-Plattform gezielt kritische Meinungen zensierte

Interne Dokumente zeigen, dass Twitter die Meinungsfreiheit jahrelang gezielt einschränkte. Opfer der Zensur wurden vor allem konservative...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Aktienfonds der Welt wettet jetzt gegen den Markt

Der 1,3 Billionen Dollar schwere norwegische Staatsfonds verfolgt künftig konträre Strategien. Dies sei notwendig, um im aktuellen Markt...

DWN
Deutschland
Deutschland Alarm im Ländle: Baden-Württemberg schrammt knapp an Strom-Engpass vorbei

Der baden-württembergische Netzbetreiber TransnetBW hat die Bürger Mitte der Woche in einer Warnmeldung aufgefordert, den Stromverbrauch...

DWN
Politik
Politik Rentenfonds des EU-Parlaments steht vor der Pleite

Ein Rentenfonds für EU-Abgeordnete verfügt bei Weitem nicht mehr über nötigen Anlagen, um die versprochenen Zahlungen abzudecken....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland erreicht Rekord-Überschuss in Leistungsbilanz

Wegen hoher Export-Einnahmen erreicht Russland dieses Jahr einen Rekordüberschuss in seiner Leistungsbilanz. Ursache ist vor allem die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handelsabkommen CETA stärkt Konzerne und schwächt den Mittelstand

Lange stand das Handelsabkommen CETA auf der Kippe, nun macht der Bundestag den Weg frei. Das Abkommen steht wegen umstrittener...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Etihad setzt wieder auf Superjumbos, da Flugverkehr boomt

Etihad Airways plant die Wiederaufnahme von A380-Superjumbos von Airbus in ihre Flotte, da die Nachfrage nach Langstreckenflügen stark...