Politik

Stimmung kippt: Mehrheit der Briten will aus EU austreten

Lesezeit: 1 min
27.04.2016 02:22
In Großbritannien ist erstmals eine Mehrheit für einen Austritt aus der EU. Deutsche Politiker warnen die Briten vor verheerenden Konsequenzen für die Wirtschaft, sollte Großbritannien tatsächlich austreten.

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Eine Mehrheit der Briten befürwortet einer Umfrage zufolge inzwischen einen Austritt aus der Europäischen Union. Dem Forschungsinstitut ICM zufolge waren sind 46 Prozent der Befragten für und 44 Prozent gegen den sogenannten Brexit. Die am Dienstag veröffentlichte Online-Umfrage wurde zwischen dem 22. und 24. April erhoben. Während dieser Zeit rief US-Präsident Barack Obama die Briten auf, in der EU zu bleiben. In einer am 21. April veröffentlichten Umfrage hatte sich dagegen noch eine kleine Mehrheit für einen Verbleib ausgesprochen. Das Referendum ist für den 23. Juni angesetzt.

Führende deutsche Politiker haben Großbritannien vor negativen Folgen eines Austritts aus der Europäischen Union gewarnt. Das Land könne nicht mit einem Sonderstatus in den Beziehungen mit der EU rechnen, wenn sich die Briten am 23. Juni für einen „Brexit“ aussprechen sollten, sagten die Vorsitzenden der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD, Volker Kauder und Thomas Oppermann, am Dienstag in Berlin. „Wer raus ist, ist weg“, sagte Kauder auf die Frage, ob Großbritannien in diesem Fall mit einem privilegierten Status mit der EU rechnen könne. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für den erklärten Ausstieg aus der EU noch einen weiteren Bonus geben kann“, sagte Oppermann. „Ich glaube, dass ein Brexit verheerende Konsequenzen für die Wirtschaft in Großbritannien haben wird. Die Finanzdienstleister in der Londoner City müssen mit Grauen dem Tag entgegenblicken, an dem eine solche Entscheidung fällt“, sagte der SPD-Politiker.

Vergangene Woche hatte bereits US-Präsident Barack Obama bei einem Besuch in London erklärt, die Briten könnten nicht mit besonderem Verständnis Washingtons beim Brexit rechnen. Für ein Freihandelsabkommen müsse sich Großbritannien „hinten anstellen“. Dafür war Obama von den Austrittsbefürwortern auf der Insel heftig kritisiert worden. „Ich kann mich nur wundern über einen Londoner Bürgermeister, der sogar auf rassistische Bemerkungen gegen Obama zurückgreift, um ihn zu tadeln wegen seiner Kritik an dem möglicherweise stattfindenden Brexit“, sagte Oppermann mit Verweis auf den konservativen britischen Politiker Boris Johnson. Dieser hatte den US-Präsidenten als „Teilkenianer“ bezeichnet.

Am Vormittag hatten bereits der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, und CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt Sonderkonditionen für die Briten im Falle eines Brexits abgelehnt. „Austritt ist Austritt“, sagte Hasselfeldt mit Blick auf den EU-Binnenmarkt.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Technologie
Technologie E-Helikopter vor der Serienreife? Bei Olympia sind deutsche Flugtaxis über Paris im Test
25.07.2024

Die deutschen Tüftler und Ingenieure scheinen mal wieder sehr weit vorne zu sein: bei der Entwicklung von umweltfreundlichen Hubschraubern...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt: Wie lange hält der KI-Hype noch an - Risiko Trump?
25.07.2024

Bis Anfang Juli sah es an den US-Börsen und auch am deutschen Aktienmarkt noch ziemlich gut aus. Allmählich verfliegt die Euphorie wieder...

DWN
Politik
Politik Baden-Württemberg setzt auf KI-System in der Verwaltung
25.07.2024

Vielleicht kann Künstliche Intelligenz ein Befreiungsschlag für die vielerorts heillos überforderten und unterbesetzten deutschen Ämter...

DWN
Immobilien
Immobilien Zukunft der deutschen Shopping-Center: „New Look“ Hotspots mit Palette von Angeboten 
25.07.2024

Digitalisierung und verändertes Einkaufsverhalten rütteln schon seit einiger Zeit an den Grundlagen der traditionellen deutschen...

DWN
Politik
Politik Flugausfälle nach erneuter Klimakleber-Attacke am Flughafen Frankfurt
25.07.2024

Wegen einer erneuten Störung von Klimademonstranten ging am Frankfurter Flughafen für Stunden nichts mehr. Bei vielen Urlaubern dürften...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Crowdstrike-Panne und Kaspersky-Kontroverse: Die große Cyber(un)sicherheit im deutschen Mittelstand
25.07.2024

Nach der Crowdstrike-Panne dürfte die Diskussion um das Verbot der russischen Antivirensoftware Kaspersky wieder aufflammen. In den USA...

DWN
Politik
Politik Friedensverhandlungen: Ukraine signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Russland
25.07.2024

Der ukrainische Außenminister ist in Peking auf der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Krieges. China spielt eine wichtige Rolle...

DWN
Politik
Politik Die Sache mit dem bedingungslosen Grundeinkommen hat sich erledigt!
25.07.2024

Bei uns wird noch geforscht und diskutiert. In den USA ist eine erste große Studie jetzt abgeschlossen: Sie beweist, dass das...