Indien: Regierung will weitgehende Abschaffung des Bargelds

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
30.11.2016 01:15
Die indische Regierung drängt die Bürger, ihre Geldgeschäfte fortan digital abzuwickeln. Der Weg in eine bargeldlose Gesellschaft sei das Ziel. Die Bürger gehen jedoch auf die Barrikaden.
Indien: Regierung will weitgehende Abschaffung des Bargelds

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der indische Premierminister Narendra Modi hat die Bürger des Landes dazu aufgerufen, ihre Geldgeschäfte vermehrt bargeldlos abzuwickeln, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters. Dadurch sei es leichter, das im Zuge des überraschend eingeführten Umtausches der 500-Rupien-Noten und der 1000-Rupien-Noten entstandene Chaos zu umgehen. Im Zuge der Umstellung der großen Banknoten kommt es seit Wochen zu Schlägereien und langen Schlangen vor den Banken, weil der Nachschub nach neuen Geldscheinen zusammengebrochen ist.

Die Regierung in Neu Delhi gibt an, mit der Reform den Schwarzhandel sowie Geldwäsche und Korruption bekämpfen zu wollen.

Bemerkenswert ist die zeitliche Verbindung zwischen der mangelhaft umgesetzten Bargeldreform einerseits und dem Aufruf Modis, eine „bargeldlose Gesellschaft“ anzustreben. „Ich möchte meinen kleinen Brüdern und Schwestern im Handelsgewerbe sagen: Dies ist eure Chance, die digitale Welt zu betreten.“ Die Bürger sollten ihre Geldgeschäfte in digitaler Form tätigen. „Es ist wahr, eine hundertprozentig bargeldlose Gesellschaft ist nicht möglich. Aber warum machen wir nicht den ersten Schritt hin zu einer Gesellschaft, in der weniger Bargeld verwendet wird? Wir können schrittweise von einer wenig Bargeld gebrauchenden Gesellschaft zu einer bargeldlosen Gesellschaft werden.“

Bemerkenswert ist auch, dass der Präsident der Kreditkartengesellschaft Mastercard in Südasien die Bargeldreform in Indien als Teil einer Digitalstrategie der Regierung versteht. Der Vorstoß Modis sei „ein wichtiger Schritt, um Indien als globalen Führer im Bereich der bargeldlosen und digitalen Wirtschaft zu positionieren“, wird er von Bloomberg zitiert.

Die Vorstöße für eine Abschaffung oder Einschränkung der Bargeld-Verwendung nehmen seit einigen Jahren weltweit merklich zu.

Mehr als 90 Prozent aller Käufe in Indien werden wahrscheinlich mit Bargeld abgewickelt. Auch ein Smartphone-Boom in den vergangenen Jahren konnte daran nichts ändern. Modi rief junge, technikaffine Menschen dazu auf, ihren Mitbürgern die Vorteile digitaler Transaktionen aufzuzeigen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Trumps Industriepolitik stärkt Russland und China - und führt vielleicht zum Krieg

US-Präsident Donald Trump geriert sich als Retter der amerikanischen Wirtschaft. Doch die Wahrheit ist eine andere: Die USA haben sich...

DWN
Politik
Politik Zar Putin wird von demokratischen Erscheinungen geplagt

Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte diese Woche mit einem großen Paukenschlag die Änderung der Verfassung an. Wieder einmal....

DWN
Finanzen
Finanzen Eine Handvoll anonymer Firmen entscheidet darüber, ob das deutsche Bankensystem funktioniert

Zahlungsabwicklungen oder Wertpapiertransaktionen deutscher Banken werden von einer Handvoll kaum bekannter Unternehmen durchgeführt....

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Industrie wartet immer noch auf den Aufschwung

Das Verarbeitende Gewerbe, das für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung so wichtig ist, hat das Jahr 2019 im tiefroten Bereich beendet....

DWN
Politik
Politik Trumps Drohnen-Angriff auf Soleimani: Die ganze Wahrheit

DWN-Analyst Michael Bernegger zeigt die wahren Gründe auf, warum Präsident Donald Trump den iranischen General Qassem Soleimani töten...

DWN
Technologie
Technologie Frankreichs Energieprojekt der Solarstraße floppt

Nicht nur in Deutschland, sondern auch beim westlichen Nachbarn Frankreich ist die Energiewende ein wichtiges Thema. Nun muss das Projekt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Amerikas Fracking-Branchenprimus schlingert der Insolvenz entgegen

Der größte Gaskonzern der Vereinigten Staaten ist in große finanzielle Schwierigkeiten geraten. Verwunderlich ist das nicht – große...

DWN
Finanzen
Finanzen Ein neuer Bullenmarkt? Hedgefonds treiben Nachfrage nach Bitcoin

Traditionelle Hedgefonds, Pensionsfonds und Stiftungen haben ihre Investitionen in Krypto-Währungen massiv ausgebaut, sagt der weltweit...

DWN
Finanzen
Finanzen Grundsteuer: 36 Millionen Häuser und Grundstücke müssen neu bewertet werden

Im Rahmen der Grundsteuer werden 36 Millionen Grundstücke und Häuser neu bewertet. Anschliessend wird die Steuer bei Vermietern auf die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Trotz positiver PR-News: Irritationen um den deutschen Schiffbau

Die deutschen Schiffbauer konzentrieren sich schon lange auf den Bau von Nischenprodukten wie Fähren und Luxusschiffe. Denn die Konkurrenz...

DWN
Politik
Politik Geopolitik: Im Iran kommt die Kurden-Karte ins Spiel

In den Kurden-Gebieten des Irans könnte es bald brodeln. Mehrere Anzeichen sprechen für diese These.

DWN
Politik
Politik Frankreich verlegt Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer

Frankreichs Präsident Macron hat die Entsendung eines Flugzeugträgers in das östliche Mittelmeer verkündet. Aus einer Übersicht geht...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ÖBB schicken ersten batteriebetriebenen Zug in Europa auf die Gleise

Die Österreichischen Bahnen (ÖBB) wagen sich als erste in Europa auf das Terrain der batteriebetriebenen Züge vor. Mit dabei ist auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltgrößter Hedgefonds erwartet neue Rekorde beim Goldpreis

Vor dem aktuellen Hintergrund könnte der Goldpreis bis Ende des Jahres um 30 Prozent steigen, sagt Greg Jensen, Chief Investment Officer...

celtra_fin_Interscroller