Naftogaz: Vier Interessenten für Pipelines in der Ukraine

Vier internationale Konzerne haben Interesse an dem Pipeline-System des Landes bekundet.

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Naftogaz-Chef Andrij Kobolew. (Foto: dpa)


Naftogaz-Chef Andrij Kobolew. (Foto: dpa)

Dem Vorstandsvorsitzenden des ukrainischen Naftogaz-Konzerns zufolge haben vier international tätige Energieunternehmen Interesse an einem Kauf des Pipeline-Netzes der Ukraine angemeldet, berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Unian.

„Unser Gas-Transfersystem ist interessant. Wir haben Kontakt zu vier Unternehmen, die daran interessiert sind. Dabei handelt es sich um vier große internationale Gesellschaften. Zwei davon gehören zu den größten der Welt. Diese sind Eigentümer und Betreiber großer Pipeline-Systeme in Europa. Für sie ist ein Kauf sowohl strategisch als auch finanziell lohnenswert. Sie sind auf uns zugegangen, um die Konditionen für einen Zugang zum ukrainischen Markt zu verhandeln“, wird der Vorstandsvorsitzende von Naftogaz, Andrij Kobolew, zitiert.

Neben der anstehenden Privatisierung des ukrainischen Gasnetzes gäbe es derzeit mit dem Nord Stream 2-Projekt noch eine andere interessante Investitionsmöglichkeit auf dem europäischen Gasmarkt, sagt Kobolew. „Unternehmen können derzeit zwischen zwei Projekten auswählen. Gazprom hat ein Angebot, und wir haben eines. Nord Stream 2 ist ein interessantes Projekt, was die finanziellen Indikatoren angeht. Gazprom bietet 50 Prozent, Garantien und Geld. Aber wir sind nicht weniger interessant. Das ist Wettbewerb.“

Naftogaz sucht derzeit nach einem europäischen Partnerunternehmen, das in das marode Gasnetz der Ukraine investiert. Dessen Zustand könnte die Energiesicherheit in Mittel- und Westeuropa bedrohen. Übernimmt ein Unternehmen das Netz, würde es direkt russisches Gas im Osten der Ukraine übernehmen und nach Zentraleuropa leiten.

Der Umfang von russischem Gas, welches durch die Ukraine geleitet wird, hat sich zwischen Januar und August des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 23,4 Prozent auf 61,95 Milliarden Kubikmeter ausgeweitet.

Der Staatseigentums-Fonds der Ukraine hatte vor wenigen Tagen einen Bericht veröffentlicht, worin mehrere Staatsbetriebe zur Privatisierung freigegeben wurden. Dies umfasst den Zeitraum 2016 und 2017. Unterstützung bei der Verfassung des Berichts erhielt der Staatseigentums-Fonds von der US-Organisation USAID und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE). Dazu gehören der Düngemittelhersteller im Hafen von Odessa, Odessa Portside Plant (OPP), die Stromversorger Cherkasyoblenergo, Mykolaevoblenergo, Ternopiloblenergo, Khmelnitskoblenergo, Odesaoblenergo, Kyivenergo, Dniprooblenergo, Donetskoblenergo, Kharkivoblenergo und Sumyoblenergo.

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