EU ärgert Großbritannien mit Debatte über Steuer-Oasen

Trotz des anstehenden Austritts von Großbritannien geht die EU dort weiter gegen Steuerparadiese vor.

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Die Europäische Union nimmt sich trotz des nahenden Ausstiegs Großbritanniens Steuerschlupflöcher in dem Vereinigten Königreich vor. Man gehe dem Verdacht nach, dass eine britische Steuerregelung es multinationalen Konzernen erlaube, dort weniger Steuern zu zahlen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. Die Konstruktion könnte gegen EU-Beihilferecht verstoßen. „Alle Unternehmen müssen einen fairen Steuerbeitrag leisten“, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Konkret geht es um eine 2013 eingeführte Regel für die Steuerbefreiung von konzerninternen Finanzierungen (Group Financing Exemption).

Die Londoner Regierung widerspricht den Bedenken aus Brüssel. „Wir glauben nicht, dass die besagten Regeln unvereinbar sind mit EU-Recht, aber wir werden die EU bei der Aufklärung unterstützen“, sagte eine Regierungssprecherin. Die EU geht derzeit verstärkt gegen Steuervermeider vor. Im Visier sind dabei vor allem US-Internetgiganten wie Google, Amazon und Apple, die in Europa wegen komplizierter Firmenkonstruktionen so gut wie keiner Steuern zahlen.