Finanzen

Schockwelle aus Athen: Zinssätze für südeuropäische Länder steigen

Lesezeit: 1 min
07.05.2012 13:02
Die Nervosität an den Aktienmärkten spiegelt sich auch im Anleihenmarkt wieder. Vor allem in Griechenland, Spanien und Italien ist die Rendite wider angestiegen, aber auch die Zinssätze für französischen Bonds legten zu.
Schockwelle aus Athen: Zinssätze für südeuropäische Länder steigen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

"Der Wahlausgang in Griechenland schafft erhebliche Unsicherheit – in erster Linie mit Blick auf das Land und in größerem Umfang hinsichtlich der Vermögenswerte im Euro-Raum“, beurteilten Goldman Sachs Strategen die Situation in einer Notiz an Kunden. Die Frage, inwiefern sich die Europolitik nun verändern muss, angesichts der instabilen Lage in Griechenland und Francois Hollands Reformankündigungen für die Eurozone, wirkte sich entsprechend nicht nur auf die Aktienmärkte (mehr hier), sondern auch auf den Staatsanleihenmarkt aus.

Die Zinssätze in den südeuropäischen Ländern zogen am Montagmorgen erneut an. Für griechische Staatsanleihen kletterten die Zinssätze um 1,48 Prozentpunkte auf 21,33 Prozent. Aber auch Italien und Spanien waren betroffen: Die Renditen für italienische, zehnjährige Bonds stiegen auf 5,71 und für spanische auf 5,81 ProzentKurzfristige spanischen und italienischen Papiere erzielten ebenfalls höhere Zinssätze. Die Rendite erhöhte sich für zweijährige, italienische Bonds um 10 Basispunkte auf 3 Prozent und für italienische Anleihen mit gleicher Laufzeit um 18 Basispunkte auf 3,31 Prozent. "Sollten die Spreads in den Peripherie-Staaten als Antwort auf die Wahlergebnisse steigen, würde die eine noch tiefere Verwundbkeit des Euros zeigen", sagten Analysten der Citigroup der FT und fügten hinzu, dass die EZB dann gezwungen wäre, bereits im nächsten Monat eine weitere Tender-Runde starten müsste.

Während die Zinssätze für deutsche zehnjährige Anleihen um zwei Prozentpunkte auf 1,56 Prozent fielen – das historische Tief von 1,549 rückt näher – legten auch die Zinsen für Frankreichs 10-Jahres-Anleihen zu: um drei Basispunkte auf 2,87 Prozent. „Keiner dieser neu gewählten Politiker hat tatsächlich die Bücher gesehen, sie könnten schnell feststellen, dass der Schrank leer ist“, sagte Ralph Silva vom Silva Research Network mit Blick auf die Euphorie der neu gewählten Politiker, die glauben, nun alles in den Händen zu halten, um tatsächlich ihre Politik durchsetzen zu können.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Bremer Greensill-Bank in Schieflage: Aufsicht verfügt Stopp von Ein- und Auszahlungen, erstattet Anzeige

Die Bremer Greensill-Bank ist in schwere Turbulenzen geraten. Inzwischen verhängte die Aufsicht ein Moratorium gegen das Geldhaus.

DWN
Politik
Politik Inlandsgeheimdienst legt Grundlagen für Überwachung der AfD

Rund ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als Verdachtsfall eingestuft. Dadurch...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Intensivstationen sind voll mit Leuten, die kein Deutsch verstehen

Die Bild-Zeitung berichtet von einem Gespräch zwischen RKI-Chef Lothar Wieler und mehreren Chefärzten. Demzufolge sei die Mehrheit der...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen „Liebe Mutter, vergiss das Bargeld“: Der IWF macht Werbung für digitale Zentralbankwährungen

Der IWF schildert in einem fiktiven Gespräch zwischen einem Sohn und seiner Mutter, warum digitale Zentralbankwährungen viel praktischer...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Deutschland
Deutschland Flugsicherung läuft gegen geplante Abtretung von Teilen des deutschen Luftraums Sturm

Die Deutsche Flugsicherung sowie die Gewerkschaft der Flugsicherung laufen gegen Pläne der Beratungsgesellschaft Deloitte Sturm.