Politik

Rom: Schwere Ausschreitungen zwischen Polizei und Migranten

Lesezeit: 1 min
25.08.2017 02:30
In Rom ist es bei der Räumung eines von Migranten besetzten Hauses zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nach der Räumung eines von Migranten besetzten Hauses ist es im Zentrum von Rom zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Mit Wasserwerfern versuchten die Einsatzkräfte, die Lage auf einem Platz in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Kontrolle zu bekommen. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass Gasflaschen und Steine gegen Beamte geflogen seien. Der Einsatz sei zudem notwendig geworden, weil einige Migranten eine alternative Unterbringung der Stadt nicht akzeptiert hätten.

13 Flüchtlinge sind offenbar verletzt worden, die meisten davon Frauen, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit. Auch Schlagstöcke seien eingesetzt worden. Das Kinderhilfswerk Unicef erklärte, Kinder hätten das Geschehen ansehen müssen und seien «terrorisiert».

Das Haus war seit Jahren von rund 800 Migranten besetzt. Am vergangenen Wochenende wurde es geräumt. Viele Besetzer waren Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien. Rund 100 Migranten hausten seitdem auf einem Platz am Bahnhof Termini.

Ärzte ohne Grenzen sprach von «wahlloser Gewalt». Die meisten Migranten hätten den Status von Flüchtlingen und müssten «in Würde» untergebracht werden. Augenzeugen berichteten, dass einige Besetzer an den Haaren gezogen und geschlagen worden seien.

Die Polizei hatte vergangenes Wochenende mit der Räumung begonnen, die von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert wird. Das ehemalige Bürogebäude war im Oktober 2013 besetzt worden, 2015 ordnete ein Richter seine Räumung an.

Rom kämpft seit langem mit der Unterbringung von Migranten, viele schlafen auf der Straße oder in Parks. Rom ist bisher nicht in der Lage gewesen, die vielen Flüchtlinge und Migranten in organisierter Form unterzubringen. Die Stadtverwaltung kämpft seit Jahrzehnten mit der Korruption bei den Behörden. Die Bürgermeisterin der Stadt, Virginia Raggi, gehört zum Movimento Cinque Stelle und hat in den die Stadt kontrollierenden Netzwerken kaum Möglichkeiten, politische Veränderungen herbeizuführen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Unser neues Magazin ist da: Das neue digitale Gesundheitswesen – Fluch oder Segen für Deutschland?
15.06.2024

Das deutsche Gesundheitssystem kriselt. Lauterbachs Krankenhausreform ist womöglich nicht der Ausweg, stattdessen könnte eine umfassende...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Weinbauern reüssieren im Export - starke Nachfrage aus China 
15.06.2024

Deutschland ist berühmt für seine vorzüglichen Riesling-Weine. Das wird auch international anerkannt. Und es scheint so, als ob...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung bedrohen den ehrlichen Mittelstand: Welche Lösungen gibt es?
15.06.2024

Der Zoll geht aktuell deutschlandweit gegen Schwarzarbeit vor - und das ist dringend notwendig: Deutschen Unternehmen gehen jährlich 300...

DWN
Politik
Politik Deutsche Investitionen bedroht: Würth äußert sich besorgt über AfD-Erfolg
15.06.2024

Der Unternehmer Reinhold Würth äußerte Enttäuschung über das Abschneiden der AfD bei der Europawahl, insbesondere in Künzelsau, wo...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weiter - Hoffnung auf Trendwende schwindet
15.06.2024

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt weiter an, ohne Anzeichen einer baldigen Trendwende. Experten prognostizieren...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hauptquartier: Amerikaner übergeben Nato-Mission ausgerechnet Deutschland
14.06.2024

Die Nato plant, die internationalen Waffenlieferungen und Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte zu koordinieren. Deutschland fällt...

DWN
Politik
Politik Die Bahn kommt: Bund und Länder einig über Sanierungskosten und Ertüchtigung
14.06.2024

Vor lauter Hiobsbotschaften von der Bahn gehen manchmal die wirklich wichtigen Nachrichten unter. Bund und Länder haben sich diese Woche...

DWN
Politik
Politik Die DWN-Chefredaktion kommentiert: Warum Deutschland bei Abschiebungen Zeit verschwendet
14.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...