Unternehmen

Märkte: Mittelstand exportiert Green Technology

Lesezeit: 2 min
04.04.2019 17:05
Bis 2025 wird die Green Tech-Branche auf fast 6.000 Milliarden Euro anwachsen. Davon werden vor allem mittelständische Unternehmen aus Deutschland profitieren.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Bis zum Jahr 2025 wird das globale Volumen der sechs führenden Märkte für grüne Technologien wahrscheinlich 5.902 Milliarden Euro betragen, wovon vor allem der deutsche Mittelstand profitieren wird. Nicht alle einzelnen Leitmärkte expandieren mit der gleichen Geschwindigkeit. Das zweistellige durchschnittliche jährliche Wachstum von 10,2 Prozent ist der Wert für den Leitmarkt für nachhaltige Mobilität. Eine schnelle Expansion wird auch in Bezug auf Materialeffizienz (8,1 Prozent) und Abfallwirtschaft und Recycling (7,4 Prozent) beobachtet.

Die zehn wichtigsten Technologielinien wurden anhand zweier Kriterien ermittelt: einem großen Anteil am Gesamtmarktvolumen für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz sowie einer relativ hohen durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate. Das geht aus einem Bericht des Bundesumweltministeriums hervor.

Im Jahr 2016 hatten deutsche Unternehmen einen Anteil von 14 Prozent am Weltmarkt für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz. In Deutschland lag das Marktvolumen für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz 2016 bei 347 Milliarden Euro. Diese Zahl gliedert sich in den sechs Green-Tech-Leitmärkten wie folgt: Energieeffizienz: 83 Milliarden Euro, Umweltfreundliche Stromerzeugung, Speicherung und Verteilung: 79 Milliarden Euro, Nachhaltige Mobilität: 74 Milliarden Euro, Materialeffizienz: 63 Milliarden Euro, Nachhaltiges Wassermanagement: 28 Milliarden Euro, Abfallwirtschaft und Recycling: 20 Milliarden Euro. 

Green Tech-Märkte wachsen

Während auf den internationalen Green-Tech-Märkten eine dynamische Entwicklung erwartet wird, wird die Branche für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz auch in Deutschland expandieren. Zwischen 2016 und 2025 wird das Gesamtvolumen der eigenen Green-Tech-Leitmärkte des Landes voraussichtlich von 347 Milliarden Euro auf 738 Milliarden Euro steigen.

Die Nachfrage nach Green Technology steigt daher in Deutschland schneller als auf den Weltmärkten. In den kommenden Jahren werden strikte Umweltstandards, die Energiewende und das Bewusstsein der Unternehmen für Energie- und Materialeffizienz die Nachfrage nach grünen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen weiter steigern. Gleichzeitig schafft die Nachfrage auf dem heimischen Markt auch Chancen für Green-Tech-Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Durch die Nähe zu ihren Kunden können sie mit den Anwendern zusammenarbeiten, um die Entwicklung neuer Technologien an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Ein wachsendes Marktvolumen ist nicht der einzige Indikator für die zunehmende Bedeutung der Green Technology in Deutschland. Zum anderen trägt dieser branchenübergreifende Beitrag zur Wirtschaftsleistung bei: Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz haben ihren Anteil am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit 2007 kontinuierlich gesteigert und erreichten 2016 15 Prozent. Green Technology wird bis zum Jahr 2025 etwa 19 Prozent des deutschen BIP ausmachen.

Mittelständische Unternehmen spielen eine bedeutende, prägende Rolle im Bereich Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz. Etwa 90 Prozent der Green-Tech-Player des Landes erzielen einen Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Umsatzerlöse zeigt jedoch, dass unter den deutschen Anbietern von grünen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen auch Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter einer Million Euro gut vertreten sind und 43 Prozent aller Akteure der Branche ausmachen. Das durchschnittliche Green-Tech-Unternehmen in Deutschland erzielt einen Jahresumsatz von 25 Millionen Euro. Etwa drei Viertel der deutschen Unternehmen für Umwelttechnologie und Ressourceneffizienz beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter.

In den einzelnen Leitmärkten der deutschen Umwelttechnologie- und Ressourceneffizienzbranche liegt die Exportquote - der Umsatzanteil außerhalb Deutschlands - zwischen 29 und 48 Prozent. Der im Ausland realisierte Umsatzanteil ist in den Leitmärkten für nachhaltige Mobilität (48 Prozent) und Materialeffizienz (45 Prozent) besonders hoch. Ausschlaggebend ist die systemische Lösungskompetenz und das technologische Know-how deutscher Unternehmen aus der Green Tech-Branche.

Digitalisierung, Green Technology und Märkte

Die zunehmende Digitalisierung führt ebenfalls zum Wachstum der Green Tech-Branche. Sie soll bis zum Jahr 2025 ein zusätzliches Marktvolumen von über 20 Milliarden Euro generieren. Das Umweltentlastungspotenzial soll 50 Milliarden Euro betragen. Die Märkte haben noch viele Entwicklungsmöglichkeiten. 

Roland Berger führt jedoch im Green Tech-Atlas 2018 aus: “Allerdings sind viele Unternehmen in den einzelnen Leitmärkten noch nicht richtig auf die digitale Transformation vorbereitet. So sollte die deutsche Wirtschaft die Potenziale der Digitalisierung für Ressourcenschonung und Umwelttechnologien konzentriert nutzen, wenn sie auf den Märkten der Zukunft ihre Rolle als Player behalten möchte.”

Im Rahmen der Green Tech-Branche haben vor allem Connected Energy, Building Information Network, Industrie 4.0, Urban Connected Mobility und Smart Grid eine große Relevanz.

 

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Verbot des Compact-Magazins - Schutz der Demokratie oder Angriff auf die Freiheit?
19.07.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Zukunft der Marine: Pistorius denkt über zusätzliche U-Boote nach
19.07.2024

Die U-Boote spielen eine zentrale Rolle in der Marine. Deutschland hat bereits zusätzliche Boote in Auftrag gegeben. Wird trotz der...

DWN
Immobilien
Immobilien BGH-Urteil: Siegreiche Eigentümer müssen nun auch Prozesskosten tragen!
19.07.2024

Streitigkeiten sind in Wohnungseigentümergemeinschaften keine Seltenheit und landen oft vor Gericht. Müssen die siegreichen Parteien dann...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IT-Ausfälle weltweit: Flughäfen, Banken und Kliniken teilweise im Chaos - Ursache gefunden
19.07.2024

Flugzeuge am Boden, Fernsehsender zeigen nur Standbilder, Operationen abgesagt: Es kommt selten vor, dass ein Computerproblem globale...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Düstere Prognose für Deutschland: IWF senkt Wachstumserwartung!
19.07.2024

Die Konjunktur in Deutschland bleibt anscheinend auch 2024 Schlusslicht. Der IWF sieht nur ein Wachstum von 0,2 Prozent und langfristig...

DWN
Politik
Politik Biden-Rückzug naht? – Trump glänzt nach Attentat
19.07.2024

Biden allein in der Isolation, Trump umgeben von seiner Familie im Regen von Konfetti: Die Bilder der beiden Kontrahenten im US-Wahlkampf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft E-Autos: Scholz setzt auf serbisches Lithium
19.07.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz schließt am Freitag in Belgrad mit Serbien ein Abkommen über den umweltfreundlichen Abbau von Lithium im...

DWN
Politik
Politik Aids-Konferenz: Sorge um Finanzierung und politische Lage
19.07.2024

In München treffen sich tausende Experten zur weltgrößten Konferenz zu HIV und Aids. Sorgen macht ihnen die politische Weltlage. Sind...