Deutschland

Bundesbank: Rentenbeiträge werden bald stark steigen

Lesezeit: 2 min
20.05.2019 12:20
Die Bundesbank warnt in ihrem aktuellen Monatsbericht vor stark steigenden Rentenbeiträgen und nach 2023 drohenden Lücken im Bundeshaushalt.
Bundesbank: Rentenbeiträge werden bald stark steigen

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Bundeshaushalt hat aus Sicht der Bundesbank derzeit noch Spielraum, wird aber auf mittlere Sicht erheblich unter Druck geraten. "Die aktuellen Beschlüsse halten aber für die Zeit bis 2023 an dem Ziel fest, den Haushalt ohne Nettokreditaufnahme auszugleichen", heißt es in dem am Montag vorgelegten Monatsbericht der deutschen Zentralbank. Sie verweist darauf, dass hierzu auf die Flüchtlingsrücklage zurückgegriffen werden soll.

Aus derzeitiger Sicht scheine das Ziel zunächst gut erreichbar, perspektivisch steige der Druck aber erheblich. "Auch eine zunächst höhere Flüchtlingsrücklage kann Haushaltslücken dann nur vorübergehend schließen", mahnen die Bundesbank-Volkswirte. Dabei seien keineswegs nur die Kosten neuer Maßnahmen im Blick zu halten.

So werde die von Überalterung der Gesellschaft und abnehmender Erwerbsbeschäftigung gekennzeichnete Bevölkerungsentwicklung den Zuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung selbst ohne weitere Leistungsausweitung stark steigen lassen. "Daher empfiehlt es sich bereits jetzt, stärker zu priorisieren und bei zusätzlichen belastenden Maßnahmen die Finanzierung längerfristig abzusichern", schreibt die Bundesbank.

Wegen der Abkühlung der Konjunktur drohen Bund und Ländern einem Magazinbericht zufolge in diesem Jahr Steuerausfälle von rund zehn Milliarden Euro. Für 2020 seien Löcher in ähnlicher Höhe zu erwarten, berichtete der "Spiegel". Um 2019 dennoch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können, wolle Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Ausfälle kompensieren, indem er stärker als geplant auf die Flüchtlingsrücklage zurückgreife.

Die Konjunkturbelebung vom Jahresbeginn wird sich im Frühjahr nach Ansicht der Bundesbank nicht wiederholen. Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte "das im Winter erreichte Niveau, das durch verschiedene Sondereffekte begünstigt wurde, wohl kaum überschreiten", schrieben die Volkswirte der deutschen Zentralbanken im Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt(BIP) hatte in den ersten drei Monaten des Landes um 0,4 Prozent zugelegt und damit die konjunkturelle Flaute vom Ende des vorigen Jahres beendet. Dabei sorgten ein von der milden Witterung begünstigter Bauboom und ausgabefreudige Verbraucher für Auftrieb.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte jedoch umgehend gewarnt, die Konjunktur sei trotz der Rückkehr in die Wachstumsspur noch nicht über den Berg. Diesen Gedanken greift auch die Bundesbank auf und verweist darauf, im Baubereich sei nach der wetterbedingt sehr kräftigen Zunahme im Winter ein "dämpfender Rückpralleffekt" zu erwarten. "Darüber hinaus dominieren in der Industrie weiterhin die Abschwungkräfte. Möglicherweise verstärken sie sich sogar noch etwas." Dies sei unter anderem am industriellen Auftragseingang abzulesen, der nach der Jahreswende sehr stark und auf breiter Basis zurückging.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Politik
Politik Gefährdet Kanzler Scholz unsere Sicherheit? Experten kritisieren Aussagen zu Verbündeten scharf
29.02.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz gerät auch bei Politikprofis mehr und mehr in die Kritik. Hat er mit seinem "Nein" zur Lieferung des Systems...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aixtron-Aktie stürzt ab: 2024 weniger Wachstum erwartet - und nun?
29.02.2024

Die Aixtron-Aktie ist im Donnerstagshandel abgestürzt, zeitweise rutschte das Papier des Chipindustrie-Ausrüsters annähernd 20 Prozent...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nachhaltigkeitspflicht ab 2024: Wie deutsche Firmen jetzt handeln müssen!
29.02.2024

Mit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU im Jahr 2024 müssen große Konzerne ihre Bemühungen in...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission genehmigt Freigabe von Milliarden-Geldern für Polen
29.02.2024

Geldsegen aus Brüssel: Die polnische Regierung erhält Milliardengelder. Die EU-Kommission stimmt zu, eingefrorene Gelder in...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflation in Deutschland auf dem Rückzug - wovor Experten jetzt warnen
29.02.2024

Die Kaufkraft der Deutschen steigt wieder, denn die Inflation in Deutschland schwächt sich weiter ab. Nach vorläufigen Daten des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Magazin Bloomberg: “Deutschlands Tage als industrielle Supermacht sind gezählt“
29.02.2024

Das führende US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg gibt eine niederschmetternde Prognose für die Zukunft Deutschlands ab: Deutschlands Tage als...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erstmals nach Corona-Flaute: Reallöhne wieder minimal gestiegen
29.02.2024

Gute Nachrichten für die Beschäftigten in Deutschland: Die Reallöhne in Deutschland sind 2023 erstmals wieder leicht gestiegen - nach...

DWN
Panorama
Panorama US-Präsident Joe Biden im Gesundheitscheck: Verschleiß, Atemmaske und steifer Gang
29.02.2024

Mit 81 Jahren ist Joe Biden der älteste aktive US-Präsident aller Zeiten. Ist er fit genug für einen der härtesten Jobs der Welt? Sein...