Technologie

Facebooks Digitalwährung Libra verliert wichtige Partner-Unternehmen

Mehrere wichtige Partnerunternehmen sind aus dem Libra-Projekt von Facebook ausgestiegen.
15.10.2019 16:48
Aktualisiert: 15.10.2019 16:51
Lesezeit: 1 min

Die Libra-Assoziation, die die von Facebook entwickelte Digitalwährung verwalten soll, ist mit 21 Mitgliedern an den Start gegangen. Kurz vor der offiziellen Gründung stieg noch die Online-Reisefirma Booking Holdings aus dem Kreis der Partner aus. Bereits davor hatten sich globale Finanzdienstleister Mastercard, Visa und Paypal sowie die Handelsplattform Ebay verabschiedet. Weiterhin an Bord sind aber noch bekannte Unternehmen wie der Musikstreaming-Marktführer Spotify und die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft sowie der Telekommunikationsriese Vodafone.

Facebook-Manager David Marcus, der das Libra-Projekt bisher leitete, betonte, dass Facebook nur noch eines von 21 Mitgliedern der Organisation sei. Marcus wurde in den Verwaltungsrat der Assoziation mit Hauptsitz in Genf berufen. Weitere Mitglieder sind Katie Haun vom Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz, Patrick Ellis vom Bezahl-Dienstleister PayU, Wences Casares von der Bitcoin-Brieftasche Xapo sowie Matthew Davie vom Spezialisten für Kleinkredite Kiva.

Facebook will Libra laut bisherigen Ankündigungen im kommenden Jahr für Verbraucher verfügbar machen, die Idee stößt aber bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf heftigen Widerstand. Libra soll eins zu eins mit einem Korb stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden. Facebook weist Bedenken zurück, wonach die Digitalwährung in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Auch betont der Internetkonzern, dass bei Libra kein neues Geld ausgegeben werde - dies bleibe Staaten vorbehalten.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich erfreut gezeigt über den Rückzug namhafter Konzerne aus dem Digitalgeld-Vorhaben von Facebook. "Es ist ein gutes Zeichen, dass sich wichtige Firmen aus dem Projekt zurückgezogen haben", sagte der SPD-Politiker am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich bleibe bei meiner sehr kritischen Haltung. Solche Pläne wie Libra sehe ich mit großer Sorge", sagte Scholz. Das Projekt sei eine Bedrohung für die Autonomie von Staaten und für demokratische Entscheidungsstrukturen. "Wir müssen deswegen dafür Sorge tragen, dass die Herausgabe einer Währung eine Angelegenheit von Staaten bleibt und nicht großer privater Firmen."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Amazon Prime-Preiserhöhung: BGH kippt Amazon-Klausel – wie Kunden Geld zurückbekommen
05.10.2026

Nach dem BGH-Urteil zur Amazon Prime-Preiserhöhung bewegt sich etwas bei den Mitgliedsbeiträgen. Doch zwischen einer günstigeren...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell: Warum 25.000 Punkte in dieser Börsenwoche im Mittelpunkt stehen
05.10.2026

Der DAX-Kurs steht vor einer Woche voller Spannungen: Während schwache US-Arbeitsmarktdaten Hoffnungen wecken, sorgen die Anleihemärkte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Energieabhängigkeit: Warum Europas neue Lieferanten das Problem nicht lösen
05.10.2026

Europa hat Russland als wichtigsten Energielieferanten weitgehend ersetzt – doch unabhängig ist die EU deshalb noch lange nicht. Für...

DWN
Politik
Politik Jared Kushner: Brisante Enthüllungen über Trumps Familienmacht
05.10.2026

Jared Kushner verhandelt im Namen der USA mit Russland, der Ukraine und anderen Staaten. Gleichzeitig verwaltet Trumps Schwiegersohn einen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: 5 Chip-Aktien, die Sie haben müssen – Bitcoin-Kurs mit großem Potenzial
05.10.2026

Der S&P 500 legt trotz höherer Zinsen und geopolitischer Spannungen weiter zu. Investoren hoffen auf eine historisch starke Schlussrallye...

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
05.10.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Saatgutproduzent Christopher Rudloff im Interview: „Wir können keine Sonderschichten fahren“
04.10.2026

Hitze erreicht die Bilanz von Saatgutproduzenten mit zwei Jahren Verzögerung. Christopher Rudloff führt die RUDLOFF GmbH in Sereetz bei...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienvermögen: Warum Erben Arbeit schlägt
04.10.2026

Deutschlands Wohlstandsversprechen gerät ins Wanken: Während Immobilien- und Erbschaftsvermögen immer wichtiger werden, lässt sich mit...