Politik

Weltordnung nach Corona: Erdogan kündigt Ende der Globalisierung an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Montag die Gründung einer neuen Weltordnung angekündigt. Das Zeitalter des “Geldes und der Aktienmärkte” sei vorbei. Damit macht er deutlich, dass er sich weltweit im Lager von Trump und Putin befindet.
06.04.2020 21:35
Aktualisiert: 06.04.2020 21:35
Lesezeit: 2 min
Weltordnung nach Corona: Erdogan kündigt Ende der Globalisierung an
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: dpa) Foto: -

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte am Montag nach Angaben von CNN Türk. “Es stellte sich heraus, dass es in der Wirtschaft nicht nur um Geld und den Aktienmarkt, sondern auch um die Verteilungsgerechtigkeit geht. In dieser neuen Ära wird sich in der gesamten Welt die Methode nach der Devise ,Lass den Menschen leben, damit der Staat überlebt’ im zentralen System der Staaten durchsetzen. Wir können sehr deutlich sehen, dass nach der Corona-Pandemie nichts mehr so sein wird wie früher. Wir werden härter zusammenarbeiten müssen, um unseren starken Platz in der neuen Weltordnung einzunehmen. In diesem Prozess brauchen wir die harte Arbeit und die Fähigkeiten von jedem einzelnen Bürger in unserem Land. Alle Segmente der Produktion von Waren und Dienstleistungen, vom Arbeitnehmer bis zum Arbeitgeber, sollten auf diese neue Zeit vorbereitet sein. Hoffentlich werden wir die bevorstehenden Herausforderungen meistern.”

Der Vorsitzende der türkischen Heimatpartei, Doğu Perinçek, der in der Türkei zum eurasischen Anti-Globalisierungslager gehört, sagte Aydınlık zufolge: “Ich habe die Rede des Präsidenten mit einer großen Begeisterung verfolgt. Diese Rede war historisch und revolutionär. Das Zeitalter derjenigen, die sich persönlich bereichern, indem sie den Wohlstand anderer Völker ausbeuten, ist vorbei. Die Globalisierung ist Vergangenheit.”

Die Aussagen von Erdoğan in Bezug auf den “Geld und den Aktienmarkt” sind sehr interessant, weil sie dem Ansatz von US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin folgen. Es stellt sich somit objektiv heraus, dass sich diese drei Staatsmänner weltweit im selben Lager befinden. Viktor Orbán ist hingegen der prominenteste europäische Vertreter dieses Lagers. Es handelt sich um das Lager der “Nationalisten”, das gegen die Idee des “Globalen Dorfs” und gegen die “Globalisten” ist.

Trump ist beispielsweise der Ansicht, dass die neoliberale Globalisierung mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) nicht nur zu Elend und Armut geführt hat, sondern sich vor allem zum wirtschaftlichen Nachteil der US-Handelsbilanz ausgewirkt hat. Putin hat hingegen die Vertreter der Globalisierung und des Neoliberalismus vor langer Zeit aus Russland vertrieben.

Mehr wichtige Analysen zur Globalisierung und zu den Finanzmärkten:

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Sandisk und Intel leiden unter Ausverkauf bei Chipaktien, während Händler weitere Inflationsdaten verarbeiten
15.07.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street bewegten und warum einige Schwergewichte trotz Marktdrucks kräftig...

DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...