Panorama

EZB: Kein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko durch Geldscheine

Lesezeit: 1 min
28.04.2020 16:29
Die Ergebnisse von Labors, mit denen die EZB zusammenarbeitet, deuten darauf hin, dass auf den Euro-Scheinen nur wenige Viren überleben.
EZB: Kein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko durch Geldscheine
Euro-Banknoten sind laut EZB kaum eine Gefahr. (Foto: dpa)
Foto: Boris Roessler

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Europas Währungshüter sehen kein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Banknoten mit dem neuartigen Coronavirus. Die Ergebnisse von Laboren, mit denen die Europäische Zentralbank (EZB) zusammenarbeite, deuteten darauf hin, "dass auf Oberflächen wie etwa Plastik in den ersten Stunden 10 bis 100 Mal so viele Viren überleben wie auf unseren Banknoten", schrieb EZB-Direktor Fabio Panetta in einem Artikel, der in mehreren europäischen Zeitungen veröffentlicht wurde, darunter in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag).

Aus anderen Analysen gehe hervor, dass poröse Oberflächen von Baumwollbanknoten das Virus deutlich schlechter übertragen würden als glatte Oberflächen wie Kunststoff. "Im Vergleich zu anderen Oberflächen, mit denen die Menschen tagtäglich in Berührung kommen, geht von Banknoten insgesamt kein erhöhtes Infektionsrisiko aus", schrieb Panetta. Zu ähnlichen Ergebnissen war jüngst auch die Deutsche Bundesbank gekommen.

Panetta zufolge legte die Nachfrage nach Bargeld zu Beginn der Corona-Krise deutlich zu. Der Wert der pro Woche zusätzlich in Umlauf gegebenen Banknoten sei Mitte März rasant gestiegen und habe beinahe seinen historischen Höchststand von 19 Milliarden Euro erreicht. Im April sei die Nachfrage nach Scheinen und Münzen gesunken. In mehreren Ländern sei sie aktuell niedriger als sonst.

"Unmittelbar vor den Lockdowns wurde mehr Geld in Supermärkten und Geschäften ausgegeben, und in der Zeit danach waren die Ausgabemöglichkeiten begrenzt", erläuterte das Mitglied des EZB-Direktoriums. "Die Schwankungen zeigen aber auch, dass die Menschen in einer Krise dazu neigen, Bargeld zu horten - ein Trend, den wir auch während der Finanzkrise beobachten konnten." Das Eurosystem sei in der Lage, die ständige Verfügbarkeit von Banknoten auch in Krisenzeiten zu gewährleisten, bekräftigte Panetta. Zugleich sorge die EZB dafür, dass Online-Zahlungsdienste kontinuierlich funktionierten und sicher seien.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen „Energiepreisbremsen schaffen Planungssicherheit für Unternehmen“
21.06.2024

Der Inflationsanstieg auf 2,4 Prozent im Mai deutet auf eine langfristige Herausforderung hin, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski und...

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Keine Hausaufgaben mehr? Die Grünen und ihr verhängnisvoller Irrweg
21.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Bildungskollaps: Zuwanderung, Unterfinanzierung, Leistungsabfall – Deutschlands Schulen am Limit!
21.06.2024

Aktuelle Studien attestieren einen rapiden Abbau der schulischen Leistung, immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss und eine hohe soziale...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Habecks Asienreise: Strategischer Schachzug gegen Russland?
21.06.2024

Die Besuche des Bundeswirtschaftsministers Robert Habecks in Südkorea und China zielen darauf ab, die Handelsbeziehungen zu stärken und...

DWN
Politik
Politik Ungarischer Regierungschef Viktor Orbán über neue EU-Führung: „Koalition für Krieg und Migration“
21.06.2024

Manfred Weber (EVP-CSU) ist für ihn ein „Beelzebub“, Ursula von der Leyen ihm gegenüber nur eine „kleine Ministrantin“. Auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VARTA kappt Umsatzziel: Aktie sackt ab! Gehen die Lichter bald aus?
21.06.2024

„Hundertprozentige Verlässlichkeit ist für VARTA die Basis jedes Handelns – ob in Produkten, Prozessen oder Beziehungen.“ Dieser...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wenn China angreift - Menschen in Taiwan bereiten sich auf Tag X vor
21.06.2024

Seit siebzig Jahren schwelt der Konflikt zwischen China und Taiwan. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage jedoch zugespitzt. Wann...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Diversität am Arbeitsplatz: Wie mehr Vielfalt in deutschen Unternehmen gelingen kann
21.06.2024

Der „Pride Month“ Juni steht ganz im Zeichen der Regenbogenfarben und der Fußball-Europameisterschaft. Die LGBTQ+-Community feiert...