Politik

Neuer Auftrag aus Brüssel: Bestimmt Blackrock bald die EU-Klimapolitik?

Die EU-Kommission hat für einen Teilbereich ihrer Klimapolitik den Finanz-Riesen Blackrock als Berater herangezogen.
07.05.2020 12:00
Lesezeit: 1 min
Neuer Auftrag aus Brüssel: Bestimmt Blackrock bald die EU-Klimapolitik?
Wird die EU die Klimaschutzziele erreichen. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Die Europäische Kommission hat "BlackRock" mit einem Beratungsvertrag ausgestattet. Das mächtigste Finanz-Unternehmen der Welt mit Sitz in New York soll seine Expertise hinsichtlich der Integration sozialer und ökologischer Ziele in Europa (Green Deal) im Zusammenhang mit der Banken-Regulierung einbringen. Blackrock bekommt Aufträge von Zentralbanken, von Regierungen auf der ganzen Welt und innerhalb der EU.

Laut dem Green Deal sind neue Regeln für Banken erforderlich, von denen viele in fossile Brennstoffe investieren. Eines der Argumente ist, dass das mit solchen Investitionen verbundene Risiko vollständig in den Regeln des Green Deals berücksichtigt werden muss, wenn der Übergang zu einer grüneren Wirtschaft erleichtert werden soll. “Von schmutzigen Investitionen muss abgeraten werden, umweltfreundliche Investitionen müssen erleichtert werden. Aus diesem Grund ist der bevorstehende Vorschlag zur Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Zielen (ESG) in die Bankenregulierung so wichtig”, so Kenneth Haar in einem Beitrag des EU Observers

Vor einigen Jahren hat Blackrock beispielsweise die EU-Institutionen zu EU-Stresstests für Banken beraten und sogar an der Prüfung von Banken teilgenommen. Das Unternehmen beriet die Kommission über das neue EU-Produkt für individuelle Altersvorsorge (PEPP)

Der aktuelle Beratervertrag über Umwelt-, Sozial- und Sozialpolitik (ESG) - ein neuer Meilenstein in der Kategorie der “Interessenkonflikte” - sei deshalb so seltsam, weil Blackrock an Unternehmen und Großbanken beteiligt ist, die eben in fossile Brennstoffe investieren. Dem EU Observer zufolge stellt der widersprüchliche Beratervertrag zwischen Blackrock und der EU-Kommission die Spitze des Eisbergs dar.

Blackrock ist einer der weltweit größten Investoren in fossile Brennstoffe mit branchenweiten Aktien im Wert von über 87,3 Milliarden US-Dollar, berichtet der Guardian.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmer Wolfgang Grupp: Was die Biografie über den Ex-Trigema-Chef verrät
01.04.2026

Wolfgang Grupp spricht in einer Biografie offen über Machtkämpfe in der Familie und den Kampf gegen die Altersdepression. Was das neue...

DWN
Politik
Politik Teurer Sprit: Deutsche Top-Ökonomin plädiert für Verzicht auf Autofahrten
01.04.2026

Nach Ansicht der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer sollten Verbraucher und Wirtschaft mit Verzicht auf knapperes Öl reagieren:...

DWN
Immobilien
Immobilien Bauprojekte im Belastungstest: Wie Investoren und Projektentwickler Verzögerungen und Mehrkosten aktiv vermeiden
01.04.2026

Viele Bauprojekte geraten schleichend unter Termin- und Kostendruck, obwohl Controlling und Statusberichte zunächst Stabilität...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stimmungsökonomie in Krisenzeiten: Emotionen prägen zunehmend Konsum
01.04.2026

Nostalgie als Stabilitätsanker: In Krisenzeiten suchen Menschen nach kleinen Glücksmomenten, Vertrautem und Wohlbefinden. Die...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg vor Wendepunkt: Welche Chancen hat eine Deeskalation?
01.04.2026

Neue Signale aus Teheran und Washington sorgen für Bewegung an den Märkten und setzen den Ölpreis unter Druck. Steht der Iran-Krieg vor...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt: Wohnungspreise in Innenstädten steigen überdurchschnittlich
01.04.2026

Nach einer Untersuchung des Kiel Instituts waren zentrale Wohnungen im Schnitt rund 27 Prozent teurer als in Randlagen. Langfristig ist der...

DWN
Finanzen
Finanzen Sozialleistungen und Personal: Kommunen mit Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro
01.04.2026

Trotz steigender Steuereinnahmen wachsen die Ausgaben der Gemeinden noch schneller. Wofür besonders viel Geld ausgegeben wurde und wie die...

DWN
Technologie
Technologie LNG: Rekordimport an Flüssigerdgas über deutsche Terminals
01.04.2026

Trotz globaler Krisen laufen die deutschen Importterminals für Flüssigerdgas auf Hochtouren. Der Großteil der deutschen LNG-Importe...