Politik

US-Staranwalt nimmt Ghislaine Maxwell in Schutz

Der prominente US-Anwalt und Ex-Anwalt von Jeffrey Epstein, Alan Dershowitz, nimmt Ghislaine Maxwell in Schutz. „Wir haben nie gesehen, dass sie etwas Unangemessenes getan hat“, so der Anwalt. Doch es gibt Hinweise darauf, dass Maxwell weitaus gefährlicher ist als Epstein.
06.07.2020 19:32
Lesezeit: 1 min
US-Staranwalt nimmt Ghislaine Maxwell in Schutz
USA, New York: Audrey Strauss, US-Anwältin für den südlichen Bezirk von New York, zeigt während einer Pressekonferenz auf ein Bild von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. (Foto: dpa) Foto: John Minchillo

Der prominente US-Anwalt und Ex-Anwalt von Jeffrey Epstein, Alan Dershowitz, nimmt Ghislaine Maxwell in Schutz. Auch für sie gelte die Unschuldsvermutung, solange sie nicht verurteilt wurde. Dershowitz hat ein freundschaftliches Verhältnis zu Maxwell. „Meine Frau und ich wurden von Sir Evelyn und Lady Lynne de Rothschild mit Ghislaine Maxwell bekannt gemacht, und wir trafen sie anschließend mehrmals - im Allgemeinen in Anwesenheit prominenter Personen wie Bill und Hillary Clinton, Nobelpreisträger und Universitätspräsidenten und prominente akademische und Geschäftsleute. Wir haben nie gesehen, dass sie etwas Unangemessenes getan hat. Wir kannten sie nur als Jeffrey Epsteins dreißigjährige Freundin“, schreibt Alan Dershowitz in einem Beitrag der Zeitung The Spectator.

Später jedoch verhandelte Dershowitz einen umstrittenen Deal für Jeffrey Epstein in Palm Beach County, der den Milliardär 2008 vor der Strafverfolgung durch die Bundesbehörden schützte. Epstein bekannte sich einer staatlichen Anklage (einer von zwei) schuldig. Er hatte ein Mädchen unter 18 Jahren zur Prostitution gezwungen. Folglich wurde er zu einer 18-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Deal schützte auch Maxwell.

Vorwürfe gegen Dershowitz

Auch Dershowitz wird vorgeworfen, die Dienste des Pädophilen-Rings um Epstein in Anspruch genommen zu haben. Doch der Anwalt gibt sich gelassen. Am 5. Juli 2020 teilte Dershowitz über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Ich hoffe, Epstein hat Videos gemacht. Es gab Behauptungen, wonach Epstein geheime Videos von allen Männern gemacht hat, die Sex in seinen Häusern und Flugzeugen hatten. Ich hoffe, er hat es getan und sie werden alle enthüllt, weil sie beweisen werden, dass ich nicht unter ihnen bin. Ich verzichte hiermit auf jegliches Recht auf Privatsphäre in Epstein-Videos.

Der New Yorker Schriftsteller Ariel Levy sagt in einem Podcast: „Wenn Sie ein junges Mädchen sind und ein Mann in einem Auto auf Sie zukommt, wissen Sie, dass Sie weitergehen müssen. Aber wenn es eine andere Frau ist und sie sich schick und gut ausgebildet anhört, werden Sie wahrscheinlich ins Auto steigen.“

Maria Farmer, die zu den zahlreichen Opfern von Epstein und Maxwell gehört, wörtlich: „Ghislaine war der Schlüssel, damit ich mich sicher fühle. Ich habe ihr vertraut, weil sie eine Frau ist (…) Sie war so gefährlich. Sie würde alles tun, um das zu bekommen, was sie will, und alles für sie dreht sich um Macht und Geld“.

Der Guardian führt in einem Bericht aus, welche einflussreiche Rolle Maxwell beim Missbrauch von Minderjährigen gespielt hat.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Nel ASA-Aktie hebt ab: Kooperation mit Rheinmetall bei E-Fuels treibt Pennystock nach oben
13.10.2026

Nel ASA und Rheinmetall wollen bei dezentraler Produktion synthetischer Kraftstoffe zusammenarbeiten. Die norwegische Wasserstoff-Aktie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau in Deutschland: Angebot an Zeitarbeit schrumpft
13.10.2026

Früher war Zeitarbeit ein boomendes Geschäft: 2017 arbeiteten noch mehr als eine Million Deutsche als Zeitarbeiter. Heute kämpft...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation steigt auf über 3 Prozent
13.10.2026

Die Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren: Im September verteuerten sich Waren...

DWN
Politik
Politik Strategische Ölreserven schrumpfen: Wie viel noch verfügbar ist
13.10.2026

Die Freigabe strategischer Reserven sorgt zunehmend für Sorgen. Die Bestände schrumpfen, da sie zur Dämpfung des Preisdrucks eingesetzt...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic lockt Sparer mit kostenlosem Altersvorsorgedepot
13.10.2026

Keine Depotgebühren, kostenlose ETFs und staatliche Zuschüsse: Trade Republic will das Altersvorsorgedepot besonders günstig machen....

DWN
Finanzen
Finanzen Hersteller von Metas „Perversen-Brillen“ überrascht mich mit starkem Wettbewerbsvorteil
13.10.2026

Meta bringt künstliche Intelligenz mit seinen Smartbrillen immer näher an den Alltag. Produziert werden sie ausgerechnet von einem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalflucht aus China: Superreiche fliehen vor Pekings Steuerjagd
13.10.2026

Chinas Superreiche geraten ins Visier des Staates. Peking durchleuchtet Auslandsvermögen, friert Konten ein und verhängt Ausreiseverbote....

DWN
Politik
Politik Russlands ehemaliger Ministerpräsident: Putin machte einen Fehler, den er nicht eingestehen kann
13.10.2026

Russlands früherer Ministerpräsident Michail Kasjanow glaubt nicht an ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Putin wisse vermutlich, dass...