Deutschland

Corona-Panikmache: Es gab keine Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen gab es keine Corona-Superspreaderin, die nachts von Kneipe zu Kneipe gezogen ist, um die Menschen zu infizieren. Doch das wird seit Tagen von Medien und Politikern behauptet. Diese Panikmache hat jedenfalls dazu geführt, dass zahlreiche Menschen freiwillig Corona-Tests über sich ergehen lassen haben. Würde es einen Impfstoff geben, hätten sie sich wohl auch sofort freiwillig impfen lassen.
18.09.2020 09:58
Aktualisiert: 18.09.2020 09:58
Lesezeit: 2 min
Corona-Panikmache: Es gab keine Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen
13.09.2020, Bayern, Garmisch-Partenkirchen: Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus. (Foto: dpa) Foto: Lino Mirgeler

Seit mehreren Tagen hatten diverse Medien über eine Dame in Garmisch-Partenkirchen berichtet, die angeblich als mit dem Corona-Virus infizierte „Superspreaderin“ von Kneipe zu Kneipe gezogen ist, um zu feiern und die Menschen anzustecken. Besonders schäbig war, dass unbedingt ihre Nationalität genannt werden musste. Denn sie soll US-Amerikanerin sein.

Hier einige Schlagzeilen aus einigen deutschen Zeitungen:

„POTENTIELLE KILLERIN'! Superspreaderin feierte beim Karaoke-Abend. Der heftige Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen geht auf das Konto einer feierfreudigen US-Amerikanerin (26)“

„INFIZIERTE TOURISTIN FEIERT IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN“

„Kranke auf Bar-Tour“

„Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen für Superspreaderin. Eine infizierte Frau hat die Corona-Fälle in Garmisch-Partenkirchen sprunghaft ansteigen lassen“

„Eine Superspreaderin auf Kneipentour“

„Superspreaderin von Garmisch-Partenkirchen droht ,hohes Bußgeld‘ oder sogar Haftstrafe“

In der deutschen Öffentlichkeit wurde eine unberechtigte „Hexenjagd“ mit latent diskriminierenden Elementen losgetreten, was dazu führte, dass zahlreiche Menschen aus Garmisch-Partenkirchen sich freiwillig dazu bereit erklärten, Corona-Tests über sich ergehen zu lassen. Wenn es einen Impfstoff geben würde, hätten sie sich vielleicht sogar sofort impfen lassen. Mediale Panikmache wirkt.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten hatten ganz bewusst keine einzige Meldung über das Ereignis von Garmisch-Partenkirchen gebracht, weil unserer Redaktion die ganze Angelegenheit von Anfang an suspekt gewesen ist. Wir wollten erstmal gesicherte Fakten und Ergebnisse abwarten, da es schließlich um eine ernste Angelegenheit – nämlich die Gesundheit der Bürger – ging.

Falschinformation führte zu Panik in der Bevölkerung

Nun erklärt die Tagesschau, dass die mediale Panikmache völlig unbegründet gewesen ist. Es gab auch keine Kneipentour: „Bekannt wurde außerdem, dass die Frau am Dienstagabend keineswegs auf ,Kneipentour‘ war, wie Behörden, Politiker und Medien bis heute schreiben, sondern in einem Lokal. Zudem dürfen reine Bars, Kneipen und Betriebe des Nachtlebens in Bayern noch gar nicht öffnen. Streng genommen handelt es sich bei den Lokalitäten daher um Speiselokale. Einen anderen Betrieb besuchte die Frau vor ihrem Test - und damit auch vor einer möglichen Quarantäne, wie das Landratsamt, das die Frau zunächst als Hauptquelle vieler Neuinfektionen dargestellt hatte, der ,Süddeutschen Zeitung‘ mitteilte.“

„Somit ist bislang keine Infektion in Garmisch-Partenkirchen nachweislich auf die Frau zurückzuführen, die von Behörden, Politik und Medien seit Tagen ,Superspreaderin' genannt wird. Fragwürdig erscheint in diesem Zusammenhang das Verhalten des Landrats und einiger Medien, die die Verantwortung für den Anstieg der Zahlen eines ganzen Landkreises ohne Beweise dem Verhalten einer jungen Frau anlasten“, heißt es weiter.

In Zukunft müssen die Bürger Paniknachrichten über massenhafte Corona-Ausbrüche mit Vorsicht genießen. Welcher Sinn und Zweck hinter derartigen Nachrichten stecken könnte, lässt sich erahnen.

Mehr zum Thema:

„The Great Reset“: Werden wir alle zu gläsernen Patienten?

Corona: Wien wird zum Zentrum der Pandemie, strenge Auflagen für Demo in München

Die große DWN-Corona-Analyse, Teil 1: Vom RKI präsentierte Fallzahlen sind äußerst zweifelhaft

Die große DWN-Corona-Analyse, Teil 2: Zahlen lügen nicht - der Lockdown war nicht notwendig

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen So bleiben deine Online-Finanzdaten geschützt

Heutzutage wird jede deiner Aktivitäten online nachverfolgt. Es fühlt sich an, als würde immer jemand deine Einkäufe im Internet...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe im Iran-Krieg: Trumps riskante Atempause – Probleme im Iran-Konflikt bleiben ungelöst
11.04.2026

Donald Trump feiert die Waffenruhe als Erfolg im Iran-Krieg. Doch entscheidende Fragen bleiben offen, während geopolitische Spannungen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Porsche kämpft mit schwachen Zahlen: Wie Michael Leiters den Kurs verbessern will
11.04.2026

Porsche steht nach schwachen Geschäftszahlen und sinkenden Margen vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung unter CEO Michael Leiters....

DWN
Finanzen
Finanzen ETF oder Investmentfonds: Warum viele Anleger das falsche Produkt wählen
11.04.2026

ETF, Investmentfonds oder Rentenfonds. Viele Anleger glauben, die richtige Wahl hänge vor allem von der Rendite ab. Tatsächlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Jobabbau: Warum Frauen besonders betroffen sind
11.04.2026

Künstliche Intelligenz verändert den Bankensektor schneller als erwartet. Tausende Jobs stehen auf der Kippe, während Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Meta-Urteil: Datenübertragung in die USA erlaubt – es bleiben Fragen
11.04.2026

Dürfen persönliche Daten von Facebook- und Instagram-Nutzern in die USA übertragen werden? Ein aktuelles Meta-Urteil sorgt für Klarheit...

DWN
Finanzen
Finanzen MSCI stuft Griechenland als entwickelten Markt ein: Chancen und Risiken für Anleger
11.04.2026

Griechenland steht mit der Aufnahme in die MSCI-Indizes wieder stärker im Fokus internationaler Investoren und signalisiert eine neue...

DWN
Immobilien
Immobilien Senkt schnelleres Bauen wirklich die Wohnkosten? Der Bauturbo- und Maßnahmen-Check
11.04.2026

Schwarz-Rot verspricht, dass der Bauturbo und sonstige Maßnahmen, die den Bau von Immobilien beschleunigen, unweigerlich zu Preisfall auf...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Eine nervöse Erholung an der Wall Street, während der brüchige Frieden hält
10.04.2026

Zwischen Hoffen und Bangen: Entdecken Sie, welche verborgenen Marktdynamiken aktuell den Takt vorgeben und für Überraschungen sorgen.