Unternehmen

Auftragsboom bei Scania lässt VW-Nutzfahrzeugholding hoffen

Der Ordereingang von Scania für Lastwagen und Busse legte im Sommerquartal um unglaubliche 46 Prozent zu. Die angeschlagene MAN hingegen trug nur ein Plus von 3 Prozent zum Erfolg des gemeinsamen Mutterkonzerns Traton bei.
10.11.2020 15:03
Aktualisiert: 10.11.2020 15:03
Lesezeit: 1 min
Auftragsboom bei Scania lässt VW-Nutzfahrzeugholding hoffen
Scania-Omnibus mit Hybrid-Antrieb. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Ein Auftragsboom beim Lkw- und Bus-Hersteller Scania stimmt die Volkswagen-Nutzfahrzeug-Holding Traton vorsichtig optmistisch. "Die Erholung ist schneller erfolgt als erwartet", sagte Traton-Chef Matthias Gründler am Dienstag zur Quartalsbilanz. "Wie belastbar sie ist, angesichts der erneuten raschen Ausbreitung der Pandemie und der entsprechenden Gegenmaßnahmen, werden die nächsten Wochen zeigen."

Dann soll sich Gründler zufolge zeigen, ob sich diese Entwicklung verstetige. Nach dem Absatzeinbruch in der Corona-Krise kehrte der Mutterkonzern von MAN und Scania im dritten Quartal in die schwarzen Zahlen zurück und hofft nun im Gesamtjahr auf einen nur geringen Verlust oder sogar einen kleinen Gewinn.

Weil der Ordereingang von Scania im Sommerquartal um 46 Prozent auf 26.000 Lastwagen und Busse zulegte, verbuchte die Traton-Holding im gleichen Zeitraum 19 Prozent mehr Neuaufträge als im Vorjahreszeitraum, insgesamt wurden knapp 59.000 Fahrzeuge bestellt.

Die angeschlagene Scania-Schwestermarke MAN trug dazu lediglich mit einem Plus von drei Prozent auf knapp 22.000 Trucks und Busse bei. Im Südamerika-Geschäft, das unter der Marke Volkswagen Caminhoes e Onibus betrieben wird, lag der Auftragseingang mit 11.000 Fahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Während Scania sich im Quartal trotz eines operativen Ergebniseinbruchs um fast die Hälfte auf 198 Millionen Euro in den schwarzen Zahlen hielt, schrieb MAN 27 Millionen Euro Verlust. Der operative Quartalsgewinn des Traton-Konzerns sackte um 60 Prozent auf 162 Millionen Euro ab. Im Gesamtjahr werde die operative Umsatzrendite von Traton zwischen plus ein und minus ein Prozent liegen, bekräftigte der Vorstand.

Bei MAN verhandelt das Management mit den Arbeitnehmern über den Abbau von 9500 Stellen und strebt eine Einigung bis Jahresende an. Parallel sollen bis Mitte nächsten Jahres 5000 Stellen bei Scania gestrichen und die laufende Übernahme des US-Lkw-Bauers Navistar abgeschlossen werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
20.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: SanDisk und Micron führen Erholung der Chipaktien an, während Großbanken nachgeben
19.10.2026

Verfolgen Sie die entscheidenden Entwicklungen an der Wall Street und entdecken Sie, welche Sektoren die Märkte am Montag bewegten.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
19.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
19.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Steuerzinsen 2027: Nachzahlungen sollen doppelt verzinst werden
19.10.2026

100.000 Euro Steuernachzahlung, zwei volle Zinsjahre: Heute können daraus 3.600 Euro Zinsen werden. Unter dem geplanten neuen Satz wären...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW ID. Buzz im Test: Übernachten im Elektroauto wird zum Geduldsspiel
19.10.2026

Im Elektroauto schlafen, morgens Kaffee kochen und dabei unabhängig vom Campingplatz bleiben. Der neue Campingmodus des VW ID. Buzz soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Was wäre, wenn ich statt des S&P 500 einfach seine Mutter kaufen würde?
19.10.2026

Ohne das Unternehmen S&P Global könnten die Finanzmärkte nur schwer funktionieren. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr jedoch auf ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel
19.10.2026

Der Wettbewerb im Kryptohandel nimmt zu: Nun wollen auch die Sparkassen mit einem eigenen Angebot Privatkunden ansprechen. Sie rollen...