Politik

Totale Kontrolle? China fordert globales Gesundheits-Code-System, um Reisen zu erlauben

China fordert die Einführung eines globalen QR-Code-Systems, um die grenzüberschreitende Bewegung von Menschen inmitten der Coronavirus-Pandemie zu ermöglichen. Wer mit dem Code nachweisen kann, dass er Gesund ist, dürfe reisen. In zahlreichen Orten Chinas können die Bürger die Gemeinden, Supermärkte und andere Geschäftsstätten nur mit einem Gesundheits-QR-Code betreten oder verlassen.
27.11.2020 15:05
Aktualisiert: 27.11.2020 15:05
Lesezeit: 2 min
Totale Kontrolle? China fordert globales Gesundheits-Code-System, um Reisen zu erlauben
26.03.2020, China, Xiangyang: Ein Bürger betritt ein Einkaufszentrum, nachdem er seinen Gesundheits-QR-Code in der Stadt Xiangyang gezeigt hat. (Foto: dpa) Foto: Xie Jianfei

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat vorgeschlagen, ein globales QR-Code-System zu verwenden, um die grenzüberschreitende Bewegung von Menschen inmitten der Coronavirus-Pandemie zu ermöglichen. Auf dem virtuellen G20-Gipfel sagte Xi, dass ein globaler Mechanismus, der die gegenseitige Anerkennung von Gesundheitsbescheinigungen, einschließlich der Ergebnisse von Nukleinsäuretests in Form von QR-Codes, beinhalten soll, um grenzüberschreitende Reisen zu ermöglichen. In zahlreichen Orten Chinas können die Bürger die Gemeinden, Supermärkte, Bauernmärkte und andere Geschäftsstätten nur mit einem Gesundheits-QR-Code, auch bekannt als „grüner Code“, betreten oder verlassen.

Jinpings Vorschlag harmoniert mit dem Ansatz der Rockefeller Foundation und des Weltwirtschaftsforums (WEF), einen digitalen Gesundheitspass einzuführen, um die Reisebeschränkungen aufzuheben. Seit Jahren bauen das WEF unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive Einstellung zu China, das eine Symbiose aus Sozialismus, Kapitalismus, sozialer Kontrolle und Überwachung darstellt.

„Wir hoffen, dass mehr Länder diesem Mechanismus beitreten werden. Wir müssen die Richtlinien weiter standardisieren und schnelle Wege schaffen, um den geordneten Personenfluss zu erleichtern“, sagte Xi laut einem Protokoll der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die South China Morning Post (SCMP) wörtlich: „QR-Codes sind Barcodes, die Informationen enthalten, die von Smartphones gescannt und gelesen werden können. Sie sind in China weit verbreitet, aber es ist nicht klar, ob andere Länder sich für ein solches System anmelden könnten oder würden, um Menschen zu testen und zu verfolgen. Länder haben unterschiedliche Quarantäne- und Einreisebestimmungen für ausländische Passagiere, was grenzüberschreitende Reisen erschwert (…) China hat das Coronavirus weitgehend unter Kontrolle gebracht und unterliegt nur wenigen Inlandsreisebeschränkungen. Seit Februar sind jedoch QR-Codes für Mobiltelefone zum Nachweis des Gesundheitszustands und der Reiseberichte obligatorisch. Ein grüner QR-Code bedeutet, dass der Inhaber gesund ist und reisen kann, während ein gelber oder roter Code bedeutet, dass die Person unter Quarantäne gestellt werden muss. Berichten zufolge bereitet sich die Regierung von Hongkong auf die Einführung eines QR-Code-Systems vor, um den Einwohnern von Hongkong den Weg zum Festland ohne 14-tägige Quarantäne zu ebnen. Für den vorgeschlagenen Code kann ein Nukleinsäuretest erforderlich sein, und bei einem negativen Testergebnis könnte ein Antragsteller einen QR-Gesundheitscode in einem Online-System beantragen. Ein solcher Gesundheitskodex hat jedoch bei einigen Bedenken hinsichtlich möglicher Lecks kritischer persönlicher Informationen ausgelöst. Derzeit verfügt das chinesische Festland über ein striktes Einreise- und Quarantänesystem.“

Doch der Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Kenneth Roth, warnt über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Hüten Sie sich vor dem Vorschlag der chinesischen Regierung für ein globales QR-Code-System. Ein anfänglicher Fokus auf Gesundheit könnte leicht zu einem Trojanischen Pferd für eine breitere politische Überwachung und Ausgrenzung werden.“

Mehr DWN-Analysen zum Thema „Great Reset“:

„Entrechtung und Enteignung“: Sky News-Moderator rechnet mit dem „Great Reset“ ab

Klaus Schwab: „Great Reset“ wird zur Verschmelzung unserer physischen, digitalen und biologischen Identität führen

Der „Great Reset“ wird von Blackrock gesteuert: Die Staaten dürfen nur assistieren

EU-Chefin Ursula von der Leyen outet sich als Unterstützerin des „Great Reset“

Kommt der Finanz-Sozialismus? Die Zukunftsvision der Eliten des „Great Reset“

Masterminds des „Great Reset“ planen eine Verschmelzung von Kapitalismus und Sozialismus

Neuer „Bretton Woods“-Moment: IWF ist der große Antreiber des „Great Reset“

Vorwand Klimaschutz: Kooperation zwischen Politik und Auto-Industrie ist Paradebeispiel für den Great Reset

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steigende Energiepreise: Weltwirtschaft steuert auf Rezession zu
23.03.2026

Die zunehmenden Verwerfungen im Energiesektor infolge des Iran-Kriegs belasten bereits Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte und...

DWN
Politik
Politik SPD in der Krise: Führung bleibt – Merz bremst Reformen
23.03.2026

Die SPD kämpft nach Rückschlägen um Stabilität, während Kanzler Merz vor übereilten Entscheidungen warnt. Reformen stehen an, doch...

DWN
Politik
Politik Trump will gigantischen Milliardenbetrag für den Krieg in Iran fordern
23.03.2026

Die Kosten für den Krieg gegen Iran steigen rasant. Nun will Donald Trump weitere 200 Milliarden Dollar vom Kongress fordern. Die Debatte...

DWN
Finanzen
Finanzen Volatile Siemens Energy-Aktie: Kurssprung nach schwachem Start – was Anleger jetzt wissen müssen
23.03.2026

Ein turbulenter Handelstag bringt die Siemens Energy-Aktie erneut in den Fokus. Zwischen Kursverlusten und kräftiger Erholung schwankt der...

DWN
Politik
Politik Von der Leyen will Wege finden, Ukraine-Kredit trotz Ungarn auszuzahlen
23.03.2026

Die EU sucht nach Lösungen, um die zugesagten 90 Milliarden Euro an die Ukraine auszuzahlen, obwohl Ungarn weiterhin blockiert.

DWN
Panorama
Panorama Hybride Angriffe: Kein Strom, kein Geld, kein Arzt – was Menschen Sorgen bereitet und was hilft
23.03.2026

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen rechnet mit schweren Krisen durch hybride Angriffe. Dennoch fühlen sich nur 15 Prozent der Haushalte...

DWN
Politik
Politik Ukraine im Schatten des Iran-Kriegs: Droht ein strategischer Nachteil?
23.03.2026

Der Ukraine-Krieg gerät zunehmend aus dem Fokus der Weltpolitik, während der Iran-Krieg neue Prioritäten setzt. Droht der Ukraine...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell unter Druck: Märkte reagieren auf geopolitische Eskalation
23.03.2026

An den Märkten herrscht Alarmstimmung: Der DAX-Kurs verliert deutlich, Ölpreise steigen, selbst der Goldpreis schwächelt. Was steckt...