Wirtschaft

CORONA-TICKER: Russland lässt bereits den dritten heimischen Impfstoff zu

Im Folgenden lesen Sie den Corona-Ticker von Sonnabend, den 20. Februar, den wir selbstverständlich laufend für Sie aktualisieren.
20.02.2021 11:12
Aktualisiert: 20.02.2021 11:12
Lesezeit: 4 min
CORONA-TICKER: Russland lässt bereits den dritten heimischen Impfstoff zu
Moskau: Ein medizinischer Trainer leitet einen Tai-Chi-Kurs für Corona-Patienten in den Räumen eines temporären Krankenhauses im "Krylatskoye-Eispalast". (Foto: dpa) Foto: Alexander Zemlianichenko

13.15 Uhr - FRANKREICH: Gesundheitsminister Olivier Veran denkt über eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen in einzelnen Regionen wie Nizza und Umgebung nach. "Es gibt einige Städte und Gegenden in Frankreich, wo das Virus sich sehr viel schneller ausbreitet als anderswo", sagt Veran bei einem Besuch in der Stadt an der Mittelmeerküste. "Das könnte regionale Einschränkungen erforderlich machen." Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi sagt bei dem gemeinsamen Auftritt, er würde dies unterstützen.

10.35 Uhr - DEUTSCHLAND: Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz erwartet ein Konzept zur weiteren Verringerung der Corona-Beschränkungen beim nächsten Bund-Länder-Treffen am 3. März. "Zur nächsten Konferenz der Bundesregierung mit den Ländern sollte es schon ein Konzept geben", sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem "Mannheimer Morgen". "Dabei muss jeder Öffnungsschritt einzeln betrachtet werden. Aber wir müssen unser Handeln am Inzidenz-Geschehen ausrichten."

08.30 Uhr - RUSSLAND: Moskau lässt einen dritten heimischen Impfstoff gegen das Coronavirus zu. Die ersten 120.000 Dosen des Vakzins mit dem Namen CoviVac sollen im März bereitgestellt werden, wie Ministerpräsident Michail Mischustin im Fernsehen sagt. Groß angelegte klinische Studien gibt es allerdings bisher nicht. Ähnlich war Russland mit seinem ersten Corona-Impfstoff Sputnik V im vergangenen Jahr vorgegangen und damit international auf Kritik gestoßen. Einen zweiten Impfstoff hat das Land unter der Bezeichnung EpiVacCorona zugelassen. Im ersten Halbjahr will Russland nach Regierungsangaben 88 Millionen Dosen Corona-Vakzine produzieren, davon 30,5 Millionen Dosen bis Ende März.

07.15 Uhr - USA: In den Vereinigten Staaten steigt die Zahl der bisher mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf mehr als 28 Millionen. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Angesichts von 75.897 nachgewiesenen Neuinfektionen am Freitag haben sich nun seit dem Ausbruch der Pandemie mindestens 28,05 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist um mindestens 2550 auf 496.129 gestiegen. Die USA weisen weltweit die mit Abstand höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

05.40 Uhr - DEUTSCHLAND: In der Bundesrepublik steigt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 57,8 (Vortag: 56,8), wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Bund und Länder streben zunächst eine Inzidenz von 50 an. Öffnungen etwa des Einzelhandels werden aber erst in Aussicht gestellt, wenn der Wert 35 erreicht wird. Laut RKI wurden in 9164 neuen Fällen Menschen positiv auf Corona getestet. Außerdem werden 490 weitere Fälle gemeldet, in denen Menschen starben, die positiv getestet wurden.

05.06 Uhr - EU: Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, plädiert angesichts der Corona-Krise für eine Neuausrichtung der EU-Politik mit dem obersten Ziel der Schaffung neuer Arbeitsplätze. "Wenn wir nicht schnell wieder Fuß fassen, können wir uns auf Dauer unsere Wirtschafts- und Sozialsysteme in der heutigen Ausprägung nicht mehr leisten", sagt der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Das Prinzip der nächsten Monate muss heißen: Jobs, Jobs, Jobs.", betonte Weber. Dies gelte auch für die Klimapolitik. "Ich erwarte, dass wir einen Vorbehalt festlegen, um jedes neue Gesetz daraufhin zu prüfen, ob es Arbeitsplätze schafft oder sie vernichtet."

04.27 Uhr - DEUTSCHLAND: DGB-Chef Reiner Hoffmann fordert angesichts der Corona-Krise und der Niedrigzinspolitik die dauerhafte Abschaffung der Maastricht-Kriterien der EU zur Begrenzung der Staatsverschuldungen. "Die Maastricht-Kriterien sind nicht mehr tragbar", sagte der Hoffmann der "Augsburger Allgemeinen". "Dass der Schuldenstand eines EU-Landes 60 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht übersteigen darf und das gesamtwirtschaftliche Defizit maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen darf, passt nicht mehr in die Zeit", führt der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus. "Wir müssen aus der Krise herauswachsen, wie wir das schon nach der Finanzmarktkrise ab 2010 erfolgreich getan haben. Das funktioniert ganz ohne Spar-Orgien."

03.55 Uhr - DEUTSCHLAND: Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, fordert eine schrittweise Abkehr von der bisherigen Lockdown-Strategie. Das Ausprobieren von Maßnahmen müsse ein Ende haben, er wünsche sich mehr Orientierung für Unternehmen, wird er in der "Rheinischen Post" zitiert. Demnach sollen sich Betriebsöffnungen nach regionalen Inzidenzwerten orientieren und die öffentliche Verwaltung besser mit "zeitgemäßen digitalen Werkzeugen" ausgerüstet werden.

03.01 Uhr - ARGENTINIEN: Gesundheitsminister Gines Gonzalez Garcia tritt von seinem Amt zurück, nachdem er Insidern zufolge einige Personen bei der Impfstoffvergabe bevorzugt haben soll. In einem offenen Brief teilt der Minister nun auf Twitter mit, es habe Personen gegeben, die das ordnungsgemäße Vergabe-Verfahren umgangen hätten. Er selber sei aber zu dieser Zeit nicht im Büro gewesen. Garcia war von Staatspräsident Alberto Fernandez zum Rücktritt aufgefordert worden. Laut Argentiniens staatlicher Nachrichtenagentur soll Garcias bisherige Stellvertreterin Carla Vizzotti dessen Nachfolgerin werden. Seit Dezember impft Argentinien mit dem russischen Impfstoff Sputnik V. Allerdings sind die Termine rar, und die Menschen müssen sich einem Verfahren unterziehen, bei dem sie sich zuerst registrieren lassen müssen.

02.38 Uhr - DEUTSCHLAND: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert von Bund und Ländern einen Stufenplan zur Öffnung des wirtschaftlichen Lebens. Dies solle "nach bundesweit einheitlichen Kriterien mit nachvollziehbaren Regeln für die Unternehmen" erfolgen, zitiert die "Rheinische Post" aus einem DIHK-Vorschlagspapier, das Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorgelegt worden sei. Es solle zukünftig "keine pauschale Schließung ganzer Wirtschaftszweige angeordnet werden, wenn die Einhaltung geltender Infektionsschutzmaßnahmen durch Hygienekonzepte plus Teststrategien gewährleistet ist und gleichzeitig die Mobilität von Bürgern mit digitalen Konzepten gesteuert werden kann".

01.37 Uhr - INTERNATIONAL: Die Weltbank will bis Ende März 1,6 Milliarden Dollar für die Finanzierung von Impfstoffen in zwölf ärmeren Ländern wie Bangladesch, Tunesien und Äthiopien bewilligen. Das teilt Weltbank Präsident David Malpass der Nachrichtenagentur Reuters mit. Laut Malpass sollen danach noch 30 weitere Länder folgen. Die Weltbank hatte im Rahmen eines Programms Impfstoffe im Wert von zwölf Milliarden Dollar gekauft und arbeitet nun mit den Regierungen armer Länder zusammen, um Versorgungslücken zu schließen.

00.52 Uhr - DEUTSCHLAND: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen. "Es wird eine erneute, noch mal deutlich großzügiger als bisher bemessene Ausbildungsprämie geben", sagt Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Ich will, dass deutlich mehr Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, diese Prämie in Zukunft nutzen und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen können."

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