Deutschland

Die „Klima-Inflation“ kommt: Preise für CO2-Zertifikate gehen durch die Decke

Die Preise für Emissionen des Naturgases Kohlenstoffdioxid steigen unkontrolliert. Insbesondere auf die Deutschen kommen deutliche Mehrkosten und Wohlstandsverluste zu.
31.08.2021 11:00
Aktualisiert: 31.08.2021 11:01
Lesezeit: 2 min
Die „Klima-Inflation“ kommt: Preise für CO2-Zertifikate gehen durch die Decke
August 2010: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird von Oliver Maibaum (Börsengeschäftsführer) über die Funktion der Energiebörse EEX in Leipzig informiert. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Grafik: Die Verdoppelung der CO2-Preise im europäischen Emissionshandel im laufenden Jahr. Quelle: Ember

Die Preise für Emissionen des Naturgases Kohlenstoffdioxid (CO2) im europäischen Zertifikatehandel steigen rasant. Wie die Financial Times berichtet, wurde am Montag mit 61 Euro je emittierter Tonne ein neuer Allzeitrekord aufgestellt. Zum Vergleich: Anfang des Jahres lagen die Preise noch um 30 Euro und haben sich damit seitdem verdoppelt. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 40 neue Allzeitrekorde des Preises aufgestellt.

Grund für den starken Anstieg ist ein Bündel von Faktoren: So decken sich Spekulanten in großem Stil mit den Papieren ein, weil diese in Zukunft verknappt und dadurch tendenziell im Wert steigen werden. Zudem führt die EU-Kommission einen regelrechten Feldzug gegen fossile Energieformen, welcher ebenfalls die Preise treibt.

Auch Erwartungen hinsichtlich einer bevorstehenden Knappheit von Erdgas im anstehenden Winter spielen Analysten zufolge eine Rolle beim Preisanstieg. Dadurch könnte mehr Kohle elektrifiziert werden, was ebenfalls CO2-Zertifikate bedarf.

Die vom CO2-Handel generierten Mehrkosten werden von den Erzeugern in Form höherer Endpreise an die Verbraucher weitergegeben. Schon jetzt ist der Einfluss der zahlreichen Klima-Sondersteuern auf die steigenden Lebenshaltungskosten in Deutschland zu beobachten. So trieben die Energiekosten die Inflation in Deutschland im August deutlich voran. Mit mehr als 12 Prozent steigen die Kosten für Energie hierzulande rund dreimal schneller als die Gesamtinflation, welche bei rund 3,9 Prozent liegt. Die August-Inflation war die höchste der vergangenen 28 Jahre.

Zusätzlich verschärft wird die Lage hierzulande noch durch eine Anfang des Jahres eingeführte deutsche CO2-Sondersteuer von 25 Euro je Tonne. Diese soll nach dem Willen mehrerer Parteien rasch angehoben werden. Die Grünen etwa fordern einen sofortigen Anstieg auf 60 Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street gibt nach – Alphabet, Amazon und Intel belasten Aktienmärkte
29.10.2026

Spannende Wende an der Wall Street: Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren die Kurse der Tech-Riesen ins Wanken bringen.

DWN
Politik
Politik Haushaltskrise der Länder: Kommunale Schulden steigen um fast zehn Prozent
29.10.2026

4.907 Euro je Einwohner: Die Verschuldung der Kommunen ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Dabei fällt die Belastung regional sehr...

DWN
Politik
Politik „Gen Z regelt“ mobilisiert: Das ist für Samstag geplant
29.10.2026

In knapp 30 Städten sind Proteste angekündigt, organisiert von einer noch jungen Gruppierung. Nach den Ausschreitungen in Frankreich...

DWN
Politik
Politik Verteidigung des Baltikums: Heereschef Freuding fordert mehr Tempo
29.10.2026

Mehr als 70 Generale und führende Offiziere aus Deutschland und den Niederlanden haben mögliche Brennpunkte im Baltikum erkundet....

DWN
Politik
Politik Umfrage: Deutsche sehen USA ähnlich kritisch wie China
29.10.2026

Kurz vor den US-Zwischenwahlen fällt das Bild der Vereinigten Staaten in Deutschland überwiegend negativ aus. In einer aktuellen...

DWN
Technologie
Technologie Testbericht: Apples erstes faltbares iPhone ist ein kostspieliges, aber überzeugendes Debüt
29.10.2026

Ich erinnere mich noch gut an die Reue, die ich beim Kauf des iPhone 3GS im Jahr 2009 empfand. Bis dahin hatte ich ein BlackBerry Pearl...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Notenbanker belassen Leitzins der Eurozone bei 2,5 Prozent
29.10.2026

Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen am 29. Oktober 2026 unverändert. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent. Zugleich...

DWN
Politik
Politik Merz warnt vor Nordkoreas Rolle im Ukraine-Krieg
29.10.2026

Zum Abschluss seiner Asienreise besucht Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea. Bereits zuvor...