Ratgeber
Anzeige

Kostenexplosion durch Ransomware-Angriffe

Unternehmen zur Verbesserung ihrer Cybersicherheit gezwungenDie Zahl der Ransomware-Angriffe hat im Jahr 2021 weiter zugenommen. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass sich Unternehmen besser auf solche Attacken vorbereiten. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Ihre Cybersicherheit verbessern und Ihre Daten schützen können.
24.11.2021 11:13
Aktualisiert: 24.11.2021 11:13
Lesezeit: 3 min

Was ist Ransomware eigentlich?

Der englische Begriff „Ransom“ bedeutet „Lösegeld“. Es handelt sich bei Ransomware also um eine Erpressungssoftware, die Ihren Computer sperren kann und anschließend ein Lösegeld fordert, damit die Hacker Ihre Daten wieder freigegeben.

Die Folgen von Ransomware können unterschiedlich ausfallen. Entweder wird das gesamte Betriebssystem (Locker-Ransomware) verschlüsselt oder nur einzelne Dateien (Crypto-Ransomware). Es können sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen betroffen sein.

Das Infizieren mit der Schadsoftware erfolgt meist durch den Besuch einer schadhaften Webseite oder durch das Herunterladen eines Anhangs in einer E-Mail. Auch bei sogenannter Freeware – also kostenloser Software aus dem Internet – kann es Ihnen passieren, dass Sie unbemerkt Ransomware auf Ihrem PC installieren.

Grundsätzlich gilt: Zahlen Sie kein Lösegeld. Die wenigsten Erpresser werden sich die Mühe machen, Ihre Daten nach dem Bezahlen wieder freizugeben. Versuchen Sie stattdessen, die Schadsoftware von einem PC zu entfernen oder setzen Sie Ihren PC im schlimmsten Fall zurück.

Am besten jedoch ist es, dass die Ransomware gar keine Möglichkeit hat, einen Weg auf Ihren PC zu finden.

Ransomware auf dem Vormarsch

In einer Umfrage in den USA gaben 64 Prozent der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten von einem Ransomware-Angriff betroffen gewesen zu sein. 83 Prozent der Opfer sagten, dass sie keine andere Wahl hatten, als Lösegelder zu bezahlen.

Und auch der Bericht des US-Finanzministeriums spricht deutliche Worte: Zwischen Januar und Juni 2021 gab es bereits 635 gemeldete Verdachtsfälle durch die Finanzinstitute, verglichen mit 458 Meldungen für das gesamte Jahr 2020. In Deutschland haben die Vorfälle im aktuellen Jahr ebenfalls zugenommen.

Der norwegische Aluminiumkonzern Norsk Hydro wurde 2019 Opfer eines Ransomware-Angriffs. Das Unternehmen weigerte sich zwar, Lösegeld zu bezahlen, dennoch entstand ein Schaden von ca. 40 Millionen US-Dollar, da die Anlagen vom Netz genommen werden mussten. Die Produktion stand dadurch mehrere Tage still.

Das verdeutlicht, dass, selbst wenn Betroffene kein Lösegeld zahlen, auf anderem Wege finanzielle Schäden entstehen können, die je nach Unternehmensgröße nicht unerheblich sind.

Aufrüsten gegen Angriffe durch Ransomware

Wie erwähnt nahmen zwar die Angriffe zu, doch die Fälle, in denen Opfer letztlich Lösegeld zahlten, gingen zurück. Der Grund dafür ist wahrscheinlich die erhöhte Bereitschaft, die eigene Cybersicherheit proaktiv zu verbessern.

Viele Unternehmen sind gezwungen, einen Notfallplan für Ransomware-Attacken zu entwickeln – entweder weil sie bereits einen solchen erlebt haben oder sich auf einen solchen vorbereiten.

Zu den häufigsten Vorsichtsmaßnahmen gehörten die Sicherung kritischer Daten, die regelmäßige Aktualisierung von Systemen und Software, die Verwendung von komplexen Passwörtern und die Implementierung von Sicherheitskontrollen auf Anwendungsebene.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie sich selbst vor Ransomware schützen können.

Vorsicht ist besser als Nachsicht – so schützen Sie sich vor Ransomware

Softwareupdates

Halten Sie Betriebssysteme und Software durch Updates stets auf dem neuesten Stand. Die Updates bringen nicht nur neue Features, sondern schließen meist auch Sicherheitslücken. Die größte Gefahr besteht für Anwendungen, mit denen Sie Inhalte aus dem Internet oder Netzwerk öffnen (Webbrowser, E-Mail-Programme oder Dokumentenbetrachter).

Verwendung eines VPNs

Ein VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) bietet Ihnen Schutz vor zahlreichen Cyberbedrohungen. Ihre Daten werden verschlüsselt an einen VPN-Server gesandt und erst dort entschlüsselt und ans Ziel weitergeleitet. Einige VPNs warnen ihre Nutzer sogar vor schädlichen Webseiten. Achten Sie wie bei anderer Software aus dem Internet darauf, Anbieter vorab zu vergleichen.

Ein bekannter Anbieter ist NordVPN. Es gibt online zahlreiche Bewertungen, mit denen Sie sich einen Überblick über die NordVPN-Erfahrung oder die Erfahrung mit anderen Anbietern verschaffen können.

Antivirenschutz

Im privaten Bereich reicht ein Standard-Virenprogramm. Wer ein Unternehmen leitet, sollte sich beraten, um den besten Schutz zu erhalten.

Backup

Im Fall eines Angriffs auf PCs und Systeme ist die einzige Lösung häufig, sie auf ihre Werkseinstellungen zurücksetzen. Erstellen Sie daher regelmäßig Backups (idealerweise Offline-Backups), um Ihre Daten vollständig wiederherstellen zu können. Unternehmen sollten über ein Datensicherungskonzept verfügen.

Bewusstsein für Bedrohungslage schaffen

Selbst mit den besten Präventivmaßnahmen sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens gefragt. Viele sind sich nicht bewusst, welche Tricks Cyberkriminelle nutzen, um einen Angriff zu starten und erkennen sie dadurch häufig nicht. Durch das sogenannte „Social Engineering“ täuschen Angreifer etwa eine persönliche Beziehung zum Opfer vor und versuchen, diese auf emotionaler Ebene zu beeinflussen, um an gewisse Informationen zu kommen.

Vor allem Unternehmen erkennen zunehmend die Gefahr von Ransomware-Angriffen und handeln proaktiv. Doch auch Privatpersonen können betroffen sein. Mit präventiven Maßnahmen, von denen hier eine Auswahl vorgestellt wurde, kann sich jeder effektiv schützen.


DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: S&P 500 erreicht Rekordhoch – Aktien steigen wegen Verlängerung der Iran-Waffenruhe und starken Quartalszahlen
22.04.2026

Spannende Entwicklungen an der Wall Street: Erfahren Sie, welche Dynamiken den Markt aktuell beherrschen und warum Investoren jetzt genau...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftswende abgesagt: Deutschland erwartet Mini-Wachstum und halbiert Konjunkturprognose
22.04.2026

Nicht nur die Folgen des Iran-Kriegs bremsen die Konjunktur in Deutschland weiter aus. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem...

DWN
Politik
Politik Kein Öl mehr aus Kasachstan: Russland stoppt Lieferung nach Deutschland
22.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Politik
Politik Ungarn gibt Ukraine-Blockade auf: EU-Milliarden und neue Sanktionen gegen Russland kommen
22.04.2026

Der Weg für den 90 Milliarden schweren EU-Kredit sowie für weitere Russland-Sanktionen ist frei. Die Hälfte des Geldes soll bereits in...

DWN
Immobilien
Immobilien Bund als Wohnungsbauer? Regierung plant Bundesbaugesellschaft
22.04.2026

Wenn Wohnraum knapp wird, steigen die Preise: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen zugleich verteuern sich die Mieten vor allen in...

DWN
Politik
Politik Zwischen Datenschutz und Kontrolle: EU-App zur Altersprüfung im Internet kommt
22.04.2026

Um den Jugendschutz im Internet zu verbessern, hat die EU eine App zur Altersverifizierung entwickelt. Die Lösung, die Ursula von der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Flugstreichungen: Lufthansa streicht 20.000 Flüge bis Oktober
22.04.2026

Die Schließung der Cityline reißt Lücken ins Lufthansa-Netz. Was heißt das konkret für die nächsten Monate und ihre Urlaubspläne?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Übernahme durch UniCredit: Welche Rolle spielt die Commerzbank-Aktie?
22.04.2026

Im Ringen um die Commerzbank-Übernahme verschärfen sich die Fronten, während UniCredit auf Kontrolle drängt und die mBank für den...