Finanzen

„Ice-9“-Szenario: Globales Finanzsystem wird „eingefroren“, um neues Zeitalter einzuleiten

Im Rahmen eines „Ice-9“-Szenarios nach James Rickards könnte das internationale Finanzsystem „eingefroren“ werden. Das große Ziel besteht in der Zerstörung des Fiat-Geldsystems über eine Hyperinflation.
16.12.2021 15:53
Aktualisiert: 16.12.2021 15:53
Lesezeit: 2 min

Wir geraten möglicherweise in eine „Ice-9“-Situation, in der die ganze Welt wirtschaftlich „einfrieren“ könnte, meint der Finanzanalyst Jim Rickards seit einer längeren Zeit. „Wenn Sie die New Yorker Börse schließen und ich keine Aktien verkaufen und kein Bargeld bekommen kann, werde ich meine Geldmarktfonds verkaufen oder meine Geldmarktfonds einlösen. Dann muss man die Geldmarktfondsindustrie schließen, und dann sagen die Leute: ,Okay, ich gehe zu den Banken oder zu den Geldautomaten‘. Und dann müssen Sie die Banken schließen. Also der Punkt ist, dass es sich von den Börsen auf die Geldmärkte, auf Brokerkonten und auf Banken ausbreitet und Sie am Ende das gesamte System schließen“, zitiert „Kitco News“ Rickards.

Am Ende eines „Ice-9“-Szenarios wird das gesamte globale Finanzsystem heruntergefahren und jede Intervention der Federal Reserve Bank ist möglicherweise nicht mehr wirksam. Rickards wörtlich: „Die Leute sagen, dass Gold bei der Inflation gut abschneidet, und Sie wollen Gold in der Deflation nicht haben, und wir haben vielleicht eine Deflation im Blick, die vielleicht kommen wird. Aber ich betone die größte Periode anhaltender Deflation in der US-Geschichte war von 1927 bis 1933 und in dieser Zeit stieg der Goldpreis um 75 Prozent. Der Goldgewinn im heutigen Zustand wäre noch höher.“

Beim „Ice-9-Szenario“ geht es um eine zukünftige Finanzkrise, bei dem die Bankkonten der Bürger von der Regierung wahrscheinlich für drei oder vier Monate eingefroren werden, während die Welt auf Sonderziehungsrechte (SDR) umsteigt. Im Rahmen dieses Szenarios ist die Nutzung gängiger Währungen nicht möglich.

Die Ausführungen von Rickards harmonieren mit den Ausführungen und der Prognose der DWN-Analyse mit dem Titel „Corona-Prognose: Der ,IMF Coin' wird die neue Leitwährung der Welt“.

In der DWN-Analyse heißt es: „Nach der Corona-Krise wird der „IMF Coin“ die neue Leitwährung der kommenden Epoche. Er wird voraussichtlich an den US-Dollar gekoppelt sein. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss zunächst das weltweite Fiat-Geld in Form von Krediten vernichtet werden.“

Die Voraussetzung für einen derartigen Prozess wäre eine Hyperinflation in Verbindung mit einer massiven Börsenkorrektur. Nur dann wäre es möglich, mit digitalen Zentralbankwährungen, die möglicherweise durch Gold und/oder Silber gedeckt werden würden, von vorne anzufangen.

James Rickards geht in seinem Buch „Die neue große Depression“ (Erscheinungsdatum Januar 2021 beim Finanzbuchverlag) aus, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat.

Aus der Kurzbeschreibung zum Buch geht hervor: „Die derzeitige Krise ist nicht wie die Finanzkrise 2008 oder die Weltwirtschaftskrise 1929. Die neue Depression, die aus der COVID-Pandemie entstanden ist, ist die schlimmste Krise in der Geschichte der Weltwirtschaft. Deflation, Verschuldung und Demografie werden jede Chance auf eine Erholung zunichtemachen, soziale Unruhen drohen. Das noch andauernde Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion. Das Schlimmste steht noch bevor. James Rickards blickt hinter die Kulissen, um die Risiken für unser Finanzsystem zu enthüllen und aufzuzeigen, was Anleger tun können, um diese Zeit der unvergleichlichen Turbulenzen bestmöglich zu überstehen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Energiepreise: EU erlaubt mehr Staatshilfen für Industrie und Landwirte
03.05.2026

Die Industrie ächzt unter hohen Energiepreisen, Landwirte sorgen sich mit Blick auf Düngemittel. Die EU-Staaten dürfen ihnen deshalb...

DWN
Panorama
Panorama Kultfahrzeuge aus der DDR: Warum Trabant, Wartburg und Simson weiterleben
03.05.2026

Einst ausgemustert, heute begehrt: Fahrzeuge aus der DDR gelten als Kultobjekte mit wachsender Fangemeinde. Doch hinter dem nostalgischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Stagflationsschock: EU warnt vor Finanzkrise durch milliardenschwere Energiepreisbremsen
03.05.2026

Die EU-Kommission warnt vor einer Finanzkrise infolge des Irankriegs. Grund sind die um 60 Prozent gestiegenen Energiepreise und drohende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Haushalt vor Neuordnung: Europäischer Rechnungshof zweifelt an Reform
02.05.2026

Der geplante EU-Haushalt stellt die Finanzordnung der Europäischen Union vor einen tiefen Umbau und ruft den Europäischen Rechnungshof...

DWN
Politik
Politik Island wägt EU-Beitritt neu ab: Fischerei wird zum Schlüsselthema
02.05.2026

Die EU verstärkt ihre Annäherung an Island und bringt dabei insbesondere die Fischereiregeln erneut in die politische Debatte ein....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Phänomen Zeitarmut: Wenn Arbeit die Lebenszeit auffrisst - 5 hilfreiche Strategien
02.05.2026

Mehr Arbeiten? Der Tag hat nur 24 Stunden - warum immer mehr Menschen an ihre Grenzen stoßen und Berufstätigen bis zum Feierabend oft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ford Tourneo Custom PHEV im Test: Großraum-Van fährt auch elektrisch
02.05.2026

Ein großer Van, der auch elektrisch fährt. Kann der Ford Tourneo Custom PHEV den Diesel ersetzen?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Militärlogistik im Wandel: Lkw-Hersteller drängen in die Rüstungsindustrie
02.05.2026

Die Militärindustrie eröffnet europäischen Lkw-Herstellern neue Geschäftsfelder, in denen Nutzfahrzeuge zu vernetzten Einsatzsystemen...