Deutschland

Exorbitante Energiepreise: Wirtschaft fordert Hilfszahlungen der Regierung

Die Klima-Steuern entfalten ihre preistreibende Wirkung. Angesichts der hohen Energiepreis-Inflation fordern Wirtschaftsverbände nun Hilfe von der Regierung.
13.01.2022 16:41
Aktualisiert: 13.01.2022 16:41
Lesezeit: 1 min
Exorbitante Energiepreise: Wirtschaft fordert Hilfszahlungen der Regierung
Preisanzeige an einer Tankstelle. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Der BWA Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft e. V. schreibt in einer Medienmitteilung:

Die Preise für Kraftstoffe erleben aktuell eine Preisexplosion neuen Ausmaßes. Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn kann hierbei mögliche Lösungen aufzeigen. In Polen beispielsweise hat die Regierung mit der zeitweiligen Senkung der Steuersätze auf Kraftstoffe reagiert – mit dem Effekt, dass der Liter Benzin dort durchschnittlich um 40 Cent günstiger zu erwerben ist. Eine solche Maßnahme würde auch in Deutschland erhebliche Entlastungen schaffen, die direkt bei Unternehmen wie Verbrauchern ankämen.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten zwei Jahre fordert der Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) die politischen Entscheidungsträger im Bund mit Nachdruck zum Handeln auf. BWA-Vorstandsvorsitzender Michael Schumann erklärt dazu:

„Die Politik muss, besonders da gegenwärtig die Folgen der Pandemiebekämpfung zu Buche schlagen, eingreifen und Rahmenbedingungen für die Wirtschaft wie für die Verbraucher schaffen, um weiterhin bezahlbare Mobilität als grundlegendes Element der Lebens- und Arbeitswelt in unserem Land zu gewährleisten. Die derzeitige Situation belastet neben Mittelständlern insbesondere kleine Gewerbetreibende und Freiberufler, die auf Mobilität existentiell angewiesen sind.“

Ein Nichteingreifen der Politik angesichts dieser Situation wäre nicht nur grob fahrlässig gegenüber kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie dutzenden Millionen Haushalten. Es wäre auch ein Rückschlag für die breite Akzeptanzbasis des Ziels der Energiewende, die aus Sicht des BWA nicht von heute auf morgen mit der Brechstange horrender Kraftstoffpreise durchgesetzt werden kann, sondern ein Modell des nachhaltigen Führens verlangt. Auch hier bleibt die neue Bundesregierung gefordert, realpolitische Konzepte vorzulegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Verkehrte Welt: Griechen lehren die Deutschen Reformen, griechische Börse renditestärker als deutsche
07.10.2026

Vor gut einem Jahrzehnt diskutierte Deutschland noch über einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands. Heute wächst die griechische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Nasdaq und S&P 500 schließen auf Rekordhochs; Anleiherenditen geben nach
06.10.2026

Welche Kräfte die Märkte antreiben und warum bestimmte Sektoren jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Pest-Verdacht in Russland treibt meine Aktie plötzlich zweistellig nach oben
06.10.2026

Die Aktie, die ich vergangene Woche noch als obskur bezeichnet hatte, ist um fast 13 Prozent gestiegen.

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Bahn: Per 5-Jahres-Plan endlich pünktlich ans Ziel?
06.10.2026

Marode Gleise und unpünktliche Züge belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Ein neuer Infraplan soll verbindliche Ziele setzen und die...

DWN
Politik
Politik Staatshaushalt: Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 von fast 99 Milliarden Euro
06.10.2026

Der deutsche Staat gibt deutlich mehr aus, als er einnimmt: Die öffentlichen Haushalte verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Eine Anlage, der ich keinen Erfolg wünsche
06.10.2026

Alpha Pro Tech ist klein, langweilig und an der Börse meist nahezu unsichtbar. Doch sobald eine Gesundheitskrise ausbricht, können Umsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreichs Schulden treiben den Euro in die Krise
06.10.2026

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, während Frankreichs Schuldenkrise die Finanzmärkte verunsichert. Warum Experten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
06.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...