Politik

Nach Milliarden-Impfstoff-Deal: Von der Leyens SMS mit Pfizer-Chef sind verschwunden

Persönlich hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen um Milliarden-Aufträge verhandelt. Nun sind die entsprechenden SMS „verschwunden“.
07.07.2022 10:00
Aktualisiert: 07.07.2022 10:44
Lesezeit: 1 min
Nach Milliarden-Impfstoff-Deal: Von der Leyens SMS mit Pfizer-Chef sind verschwunden
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, gibt während eines Treffens zur Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der EU, Ägypten und Israel eine Erklärung ab. (Foto: dpa) Foto: Dati Bendo

SMS-Nachrichten, die Aufschluss über persönliche Verhandlungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit dem Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, über Bestellungen von Impfstoffen in Milliardenhöhe hätten geben können, sind verschwunden. Das geht aus einer Antwort der Kommissarin für Transparenz, Vera Jourova, auf den Vorwurf der EU-Bürgerbeauftragten Emily O'Reilly hervor, wie die Berliner Zeitung berichtet.

Ein Dokument, das „keine wichtigen Informationen enthält“ sei „kurzlebig“ und falle „nicht in den Verantwortungsbereich des Organs“, so Jourova zur Begründung. Derartige „kurzlebige, flüchtige Dokumente“ würden nicht archiviert. Die Suche nach den SMS habe „zu keinen Ergebnissen geführt“.

Von der Leyen hatte mit Bourla mithilfe von Textnachrichten über die Lieferung von 1,8 Milliarden Impfdosen verhandelt. Erstmals hatte die New York Times darüber im April 2021 berichtet. Der Preis je Impfampulle lag schließlich zwischen 15,50 und 19,50 Euro. Das Geschäft hatte folglich einen Umfang von über 30 Milliarden Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass von der Leyen durch kräftiges Datenlöschen auffällt. So hatte sie einen großen Beraterskandal während ihrer Zeit als deutsche Verteidigungsministerin ebenfalls durch gelöschte Daten abwenden können - und wurde kurz danach zur EU-Kommissionspräsidentin gekürt.

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...