Deutschland

Preise für Strom und Gas geben deutlich nach

Die Preise für Strom und Gas in Europa haben am Donnerstag deutlich nachgegeben. Zuvor hatten sich die Energieträger auf Rekordpreise verteuert.
01.09.2022 11:32
Aktualisiert: 01.09.2022 11:32
Lesezeit: 1 min
Preise für Strom und Gas geben deutlich nach
Das Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine ist seit dem 1. August als erster Marktrückkehrer wieder am Netz. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

An den Gas- und Strommärkten hat sich die Lage am Donnerstag trotz der Lieferunterbrechung durch die Gas-Pipeline Nord Stream 1 wieder etwas entspannt.

Beim Strompreis kostete eine Megawattstunde zur Lieferung in einem Jahr in Deutschland mit 500 Euro rund elf Prozent weniger. Vor zwei Jahren waren es allerdings noch 40 Euro.

Der europäische Erdgas-Future verbilligte sich um rund vier Prozent auf 234 Euro je Megawattstunde. Als Gründe führten Händler gut gefüllte Gasspeicher, Spekulationen auf Preisdeckelungen und Energiesparkampagnen in der EU an. Zum Vergleich: Vor einem Jahr wurde Erdgas in Europa noch bei etwa 50 Euro gehandelt.

Per Ende August sind die europäischen Lager zu 80,4 Prozent gefüllt - ein Wert, der eigentlich erst für den November angepeilt gewesen war. Zudem prüft die EU-Kommission Optionen zur Begrenzung der Energiepreise und zur Senkung des Stromverbrauchs. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen will die Pläne am 14. September in einer Rede erläutern.

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen hatte Russland den Gastransport nach Deutschland und in weitere Länder Europas durch die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 1 gestoppt. Am Mittwochmorgen floss wie angekündigt kein Gas mehr, am Samstagmorgen sollen die Lieferungen wieder aufgenommen werden.

Hoffnungen auf einen anschließend kompletten Betrieb der Röhre erhielten durch Äußerungen von Gazprom-Chef Alexej Miller einen Dämpfer. Der deutsche Konzern Siemens Energy sei nicht in der Lage, die geplante Wartung vorzunehmen, hatte die Agentur Interfax den Manager am Mittwochabend zitiert. Größere Wartungsarbeiten an der Röhre seien wegen der Sanktionen des Westens nicht möglich.

Marktteilnehmer rechnen angesichts der ungewissen Lage nicht damit, dass die Preise auf breiter Front nachgeben werden. Zusätzlich stehen auch in Norwegen im September mehrere Lieferausfälle wegen Wartungsarbeiten auf dem Plan.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Politik
Politik Ursula von der Leyen Rede: Europas neuer Kurs ohne Trump
18.09.2026

Donald Trump kommt nicht einmal vor, dafür kündigt Ursula von der Leyen weitreichende Pläne für Kanada, China und Europas Sicherheit...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street erholt sich nach Fed-Zinserhöhung
17.09.2026

Nach turbulenten Tagen fassen die Anleger wieder Mut – das sind die wichtigsten Treiber der jüngsten Kursbewegung.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Landgericht Frankfurt entscheidet: Meta muss für betrügerische Social-Media-Anzeigen haften
17.09.2026

Fake-Werbung auf Plattformen wie Facebook und Instagram bleibt für Meta nicht länger ohne rechtliche Folgen. Nach einer Entscheidung des...

DWN
Politik
Politik Unerwartete Wende: Russland behält Kontrolle über wichtige Basen am Mittelmeer
17.09.2026

Nach dem Sturz von Bashar al-Assad schien Russlands militärische Präsenz in Syrien infrage zu stehen. Doch nun zeigt sich eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: Warum Anleger plötzlich profitieren können
17.09.2026

Die Ruhe an Europas Energiemärkten war offenbar nur geliehen. Öl und Gas verteuern sich wieder, die Inflation bleibt hartnäckig und die...

DWN
Panorama
Panorama Zuwanderung bremst Trend: Immer mehr Menschen in Deutschland leben wieder in Familien
17.09.2026

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zusammen mit Eltern oder Kindern in einem Haushalt. Nach einer langen Phase des...

DWN
Politik
Politik Überwachung und Chat-Weitergabe: BGH lässt EuGH-Datenschutzregeln im Privatleben klären
17.09.2026

Darf man Angehörige heimlich filmen oder private WhatsApp-Nachrichten an Dritte weiterleiten? Zwei verfahrene Alltagsstreitigkeiten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Comeback mit Verbrennungsmotoren: Volvo schaltet auf gemischten Antrieb um
17.09.2026

Volvo will den Weg aus der Krise schaffen und setzt dabei wieder verstärkt auf Verbrenner. Neue Fahrzeugmodelle sollen dem schwedischen...