Finanzen

EU verschiebt Eigenhandels-Verbot für Großbanken

Lesezeit: 1 min
29.01.2014 14:28
Die EU-Kommission will die größten Banken Europas zu einer Trennung riskanter Finanzgeschäfte von den Spareinlagen ihrer Kunden zwingen. Kritiker finden, dass die EU den Banken zu viel Spielraum lässt. Die Entscheidung über das Eigenhandels-Verbot ist noch völlig offen, denn eine Abstimmung vor den EU-Wahlen im Mai ist nicht mehr möglich.
EU verschiebt Eigenhandels-Verbot für Großbanken

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die EU-Kommission will die größten Geldhäuser in Europa zu einer strikteren Trennung riskanter Finanzgeschäfte von den Spareinlagen ihrer Kunden zwingen. In einem letzten Anlauf zur Bankenregulierung vor den Europawahlen im Mai legte der zuständige Kommissar Michel Barnier am Mittwoch Vorschläge zum Verbot des Eigenhandels und der Abtrennung bestimmter Geschäftsbereiche vor. „Die Maßnahmen werden für größere Finanzstabilität sorgen und sicherstellen, dass nicht letzten Endes die Steuerzahler für die Fehler von Banken einstehen müssen“, sagte Barnier. Gerade im Eigenhandel hatten viele Geldhäuser in der Finanzkrise Milliardenverluste geschrieben und waren damit an den Rand des Abgrunds geraten.

Kritiker hatten dagegen schon im Vorfeld moniert, dass die Pläne der EU-Kommission weniger rigide ausfallen als ursprünglich vorgesehen und den Instituten zu viel Spielraum ließen (mehr hier).

In Deutschland gilt bereits eine nationale Trennbanken-Regel. Demnach muss die Bank den Eigenhandel ab bestimmten Schwellenwerten bis Juli 2015 in ein Tochterunternehmen ausgliedern, so dass es wirtschaftlich vom klassischen Einlagengeschäft unabhängig ist.

Der Vorschlag zur EU-Verordnung sieht dagegen vor, den Großbanken den Eigenhandel ganz zu verbieten, wenn der ausschließliche Zweck in der Gewinnmaximierung liegt. Diese Voraussetzung ist Kritikern zufolge aber so eng gefasst, so dass kaum eine Bank davon betroffen sein dürfte.

Die Regeln sollen für Banken gelten, deren Bilanzsumme über 30 Milliarden Euro liegen und die ein Handelsvolumen von mehr als 70 Milliarden Euro oder zehn Prozent ihrer gesamten Vermögenswerte aufweisen. Der Kommission zufolge sind europaweit rund 30 Geldhäuser von den Maßnahmen betroffen (mehr hier).

Nach einem Bericht des Handelsblatt dürften es in Deutschland wohl acht Institute sein. Experten gehen davon aus, dass darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und einige Landesbanken sind.

Wie genau die Pläne am Ende aussehen, ist jedoch noch völlig offen. Das aktuelle EU-Parlament kann vor den Wahlen im Mai nicht mehr darüber abstimmen. Zudem dürften neben den EU-Abgeordneten auch die Mitgliedsländer vor einer Zustimmung noch Änderungswünsche einbringen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Kuba läutet das Ende der Castro-Dynastie ein

Der bevorstehende Parteitag wird höchstwahrscheinlich das Ende der Castro-Dynastie einläuten.

DWN
Politik
Politik Aerosol-Forscher schreiben Brandbrief an Merkel: Ausgangssperren sind absurd und gefährlich

Die von der Bundesregierung per Sondergesetz geplanten Ausgangsbeschränkungen sind kontraproduktiv, sagen Aerosol-Forscher.

DWN
Finanzen
Finanzen Renditekurve: Warum dieser einfache Indikator eine Rezession vorhersagt

Seit vielen Jahrzehnten ist ist die Renditekurve ein extrem zuverlässiger Vorbote für Rezessionen. Denn dahinter steckt nichts anderes...

DWN
Politik
Politik Brückenkopf nach Europa: USA und Russland wollen China in der Ukraine schlagen

Wenn es in der Ukraine zu einer Eskalation kommen sollte, würde dies einen weiteren Schlag gegen die Neue Seidenstraße Chinas nach sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Gemeinsam mit Bill & Bill: Bundesministerium ist Mitglied bei Anti-Bargeld-Lobby

Die „Better than Cash Alliance“​​​​​​​ kämpft weltweit gegen die Bargeld-Nutzung und für den Einsatz digitaler...

DWN
Politik
Politik Halbleiter-Mangel löst technologischen Kalten Krieg zwischen China und USA aus

Die aktuellen Engpässe bei der Lieferung von Halbleitern haben aufgedeckt, dass sich die Welt in einem regelrechten Krieg um die...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutscher Aktienmarkt: SAP stützt drögen Dax - nachmittags Konjunkturdaten aus den USA

Die Aktienmärkte bewegen sich heute Morgen nur sehr wenig. Gut, dass wenigstens ein deutsches Schwergewicht einen optimistischen Ausblick...

DWN
Finanzen
Finanzen Raus ins Grüne: Wie Sie ein Ferienhaus kaufen

Nicht erst zu Zeiten von Corona zieht es viele Menschen ins Grüne – darunter auch den Autor dieses Textes. Im Sommer 2020 hat er sich...