Wirtschaft

TurkStream-Pipeline: Lizenzentzug durch neue Sanktionen

Die kürzlich beschlossenen schärferen Sanktionen gegen Russland haben Folgen für die TurkStream-Pipeline. Der Gaspipeline wurde die Exportlizenz entzogen.
03.10.2022 08:25
Aktualisiert: 03.10.2022 08:25
Lesezeit: 2 min
TurkStream-Pipeline: Lizenzentzug durch neue Sanktionen
Die Pipeline die von Russland aus über die Türkei führt, wurde 2020 in Betrieb genommen. Jetzt gibt es aufgrund der Sanktionen Lizenzprobleme. (Foto: dpa) Foto: Alexandr Demyanchuk

Die niederländischen Behörden haben dem Unternehmen, das die TurkStream-Gaspipeline von Russland in die Türkei betreibt, die Exportlizenz entzogen, teilte das in den Niederlanden ansässige Unternehmen South Stream Transport B.V mit. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der russischen Gazprom und Betreiber des Offshore-Teils der Pipeline South-Stream-Transport.

Entzug hängt mit neuen Sanktionen zusammen

Der Entzug der Lizenz hängt mit den am 18. September ausgelösten neuen EU-Sanktionen gegen Russland zusammen. Die russische Nachrichtenagentur Tass zitierte South Stream : „Im Laufe des Jahres 2022 hat die Europäische Union in regelmäßigen Abständen zusätzliche Sanktionen verhängt, die darauf abzielen, den Export von Materialien, Technologien und Dienstleistungen, die die Aktivitäten Russlands unterstützen, einzuschränken. Infolge der neuen Sanktionen wurde am 18. September 2022 die Exportlizenz von South Stream Transport B.V., dem Betreiber der Offshore-Gaspipeline TurkStream, durch die das russische Gas über das Schwarze Meer zu Verbrauchern in der Türkei und in europäischen Ländern transportiert wird, vorzeitig widerrufen.“

Der Gasfluss soll wohl dennoch fortgesetzt werden können, wie Reuters unter Berufung auf das Unternehmen berichtet. Das Unternehmen ist nach Angaben der Tass der Ansicht, dass es alle rechtlichen Gründe hat, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, da das durch die Pipeline transportierte Gas zur Sicherheit Europas beiträgt. Um langfristig eine sichere und zuverlässige Gasversorgung zu gewährleisten, hat South Stream Transport B.V. einen Antrag auf Verlängerung der Exportlizenz gestellt und erwartet eine Antwort von den restriktiven staatlichen Stellen der Niederlande.

Kein Transport-Stopp

Durch den Entzug der Lizenz ist es bislang nicht zu einem Transport-Stopp gekommen, wie das Unternehmen gegenüber Tass erklärt: „Die Einführung neuer Sanktionen schränkt die Fortsetzung des Gastransports durch South Stream Transport B.V. nicht ein. In dieser Hinsicht wird die Gasversorgung verschiedener Industrien und Millionen von Haushalten in der Türkei und in europäischen Ländern kurz- und langfristig nicht beeinträchtigt“.

Die TurkStream-Pipeline mit einer Kapazität von 31,5 Milliarden Kubikmetern jährlich liefert russisches Gas in die Türkei und nach Südeuropa. Sie wurde 2020 im Rahmen der Bemühungen Russlands, seine Exportrouten weg von der Ukraine zu diversifizieren, in Betrieb genommen. Von der Inbetriebnahme Anfang 2020 bis Ende 2021 wurden über die TurkStream-Pipeline rund 18 Mrd. m³ Gas in die Türkei und 16,8 Mrd. m³ in europäische Länder transportiert, wie türkische Medien Anfang des Jahres berichteten. Nach der Sabotage der beiden Nord-Stream-Pipelines bleibt TurkStream neben den Pipelines, die durch die Ukraine verlaufen, die einzige Leitung für russisches Erdgas nach Europa.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street erholt sich nach Fed-Zinserhöhung
17.09.2026

Nach turbulenten Tagen fassen die Anleger wieder Mut – das sind die wichtigsten Treiber der jüngsten Kursbewegung.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Landgericht Frankfurt entscheidet: Meta muss für betrügerische Social-Media-Anzeigen haften
17.09.2026

Fake-Werbung auf Plattformen wie Facebook und Instagram bleibt für Meta nicht länger ohne rechtliche Folgen. Nach einer Entscheidung des...

DWN
Politik
Politik Unerwartete Wende: Russland behält Kontrolle über wichtige Basen am Mittelmeer
17.09.2026

Nach dem Sturz von Bashar al-Assad schien Russlands militärische Präsenz in Syrien infrage zu stehen. Doch nun zeigt sich eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: Warum Anleger plötzlich profitieren können
17.09.2026

Die Ruhe an Europas Energiemärkten war offenbar nur geliehen. Öl und Gas verteuern sich wieder, die Inflation bleibt hartnäckig und die...

DWN
Panorama
Panorama Zuwanderung bremst Trend: Immer mehr Menschen in Deutschland leben wieder in Familien
17.09.2026

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zusammen mit Eltern oder Kindern in einem Haushalt. Nach einer langen Phase des...

DWN
Politik
Politik Überwachung und Chat-Weitergabe: BGH lässt EuGH-Datenschutzregeln im Privatleben klären
17.09.2026

Darf man Angehörige heimlich filmen oder private WhatsApp-Nachrichten an Dritte weiterleiten? Zwei verfahrene Alltagsstreitigkeiten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Comeback mit Verbrennungsmotoren: Volvo schaltet auf gemischten Antrieb um
17.09.2026

Volvo will den Weg aus der Krise schaffen und setzt dabei wieder verstärkt auf Verbrenner. Neue Fahrzeugmodelle sollen dem schwedischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerkschaftsstudie: Gesenkte Gastronomie-Mehrwertsteuer bringt Gästen keine Preisvorteile
17.09.2026

Seit Jahresbeginn gilt für Restaurantspeisen der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Trotzdem verzeichnen Verbraucher...

something went boom, check error.log :(