Unternehmen

Markenartikelstreit: Rewe macht einen harten Cut

Rewe ist mit dem amerikanischen Lebensmittelhersteller Kellogg‘s aneinandergeraten. Man zieht nun Konsequenzen und sortiert Produkte aus.
17.10.2022 15:00
Lesezeit: 2 min

Durch die harten Auseinandersetzungen über die Konditionen setzt die Rewe-Group laut der Lebensmittelzeitung immer mehr auf Eigenmarken. Aus diesem Grund finden Verbraucher an Stelle von Kellogg‘s Produkten zum Beispiel Corn-Flakes von „Ja“.

Streit um Preiserhöhungen

Mit diesem Schritt geht das Kölner Unternehmen in die Offensive und erhöht so den Druck auf die Kellogg Company. Die Verschärfung der Situation hat sich seit Wochen angebahnt, wie die Lebensmittelzeitung schreibt. Beide Kontrahenten waren nicht im Stande, sich auf eine Preiserhöhung zu einigen, die für den ersten November eingeplant war. Offenbar hat Kellogg‘s die Lieferungen ohnehin schon teilweise länger eingestellt.

Laut Insidern erhebt Kellogg eine Preiserhöhung von 29 Prozent. Rewe ist mit dieser Änderung vor allem deswegen nicht einverstanden, weil der amerikanische Lebensmittelhersteller in benachbarten Ländern nur eine Steigerung von fünf Prozent plant. Rewe Österreich hat das gleiche Problem mit der Chipsmarke Pringels, die auch Teil des US-Konzerns ist.

Kellogg’s wollte die Vorgänge der Rewe-Group gegenüber der Lebensmittelzeitung nicht kommentieren. Rewe bestätigte, dass es kein gemeinsames Verständnis für angemessene Preiserhöhungen gibt und man Kunden aktuell aktiv auf Eigenmarken aufmerksam macht. Rewe kommt es laut der Lebensmittelzeitung sehr gelegen, dass Einkaufschef Hans-Jürgen Moog seit geraumer Zeit strategisch die Eigenmarkensortimente vor allem in Blick auf den Preisanstieg ausbaut. Für das Kölner Unternehmen erweist sich die Strategie auf Eigenmarken zu setzen als Waffe in den Konflikten mit der Industrie. Die Artikel im „ja“-Cerealien Sortiment orientieren sich an Kellogg-Klassikern und „ja“ hat sich als Eigenmarke ein Standing aufgebaut.

Eigenmarken legen im Umsatz zu

Die Basis im Rewe Konzern unterstützt den Kurs von Rewe. So wirbt Kaufmann René Schneider, der auch Aufsichtsratschef der Rewe-Region Nord-Ost und Mitglied des Konzern-Aufsichtsrat ist, in sozialen Netzwerken mit der Eigenmarke und preist den Kostenunterschied bei geschmacklicher Qualität. Der Regalpreis der Corn-Flakes von „ja“ ist laut Lebensmittelzeitung teilweise halb so hoch wie die Preise der original Kellogg’s Produkte.

Die Markenstreitereien in der Lebensmittelbranche sind nichts neues. Bereits zwischen Edeka und dem Getränkehersteller Coca-Cola gab es ähnliche Schwierigkeiten, die Ende September vom Landgericht Hamburg entschieden wurden. Rewe selber liegt neben Kellogg’s auch mit Mars und Jacobs Douwe Egberts im Clinch. Auch hier baute Rewe auf Eigenmarken wie „Rewe Beste Wahl“, „ja“ und „ZooRoyal“.

Der Streit zwischen der Kellogg-Company und Rewe zeigt auch, dass sich die Gewichte zwischen den Originalherstellern und den Eigenmarken verschieben. Rewe berichtet gegenüber der Lebensmittelzeitung, dass die Eigenmarken in der letzten Zeit beim Umsatz im zweistelligen Bereich zulegen konnten. Rewe sieht Markenartikel weiterhin als wichtigen Bestandteil des Kundenangebots, man geht dabei jedoch nicht auf jede Preiserhöhung ein.

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