Politik

Trump deutet erneute Kandidatur an

Donald Trump deutet erneut eine Kandidatur bei den nächsten Präsidentschaftswahlen an.
04.11.2022 15:00
Lesezeit: 2 min

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat erneut angedeutet, dass er bei den Wahlen 2024 nochmal für das Weiße Haus kandidieren könnte. „Um unser Land erfolgreich, sicher und ruhmreich zu machen, werde ich es sehr, sehr, sehr wahrscheinlich wieder tun“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in Sioux City im Bundesstaat Iowa am Donnerstagabend (Ortszeit). „Macht euch bereit, das ist alles, was ich euch sage“, ergänzte der 76-Jährige. Trump trat als Redner bei der Kundgebung auf, um die republikanischen Kandidaten für die Kongresswahlen am 8. November zu unterstützen.

Bei seinem Auftritt wiederholte der Ex-Präsident die Behauptung, er habe auch die Wahl 2020 gewonnen. Der Republikaner weigert sich bis heute, seine Niederlage gegen US-Präsident Joe Biden anzuerkennen. Trump kokettiert seit seiner Abwahl immer wieder mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur.

Trumps enge Vertraute erwägten als Termin für eine Ankündigung der erneuten Kandidatur den 14. November, schrieb am Freitag die Website Axios. Danach könne eine Serie politischer Veranstaltungen folgen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die Pläne könnten sich allerdings noch abhängig vom Ergebnis des großen Wahltags ändern, hieß es einschränkend.

Kurz vor Trumps Auftritt am Donnerstag sagten mehrere Vertraute des Ex-Präsidenten bereits der Nachrichtenagentur Reuters, er wolle womöglich den erwarteten Rückenwind für die Republikaner bei den Kongresswahlen nutzen, um eine Kandidatur anzukündigen. Eine mit Trumps Plänen vertraute Person sagte, der Ex-Präsident wolle seine Wiederwahlkampagne kurz nach den Kongress-Wahlen am kommenden Dienstag ankündigen. Trump habe sich nach potenziellen Mitarbeitern umgesehen. Die Person sagte, sie sei von Trumps Team kontaktiert worden, um das Interesse an einer Zusammenarbeit auszuloten.

Mit der Bekanntgabe einer Kandidatur bereits in den kommenden Wochen könnte Trump auch potenzielle Konkurrenten in seiner Partei ausbremsen, sagten die Berater. Sie hielten es jedoch auch für möglich, dass Trump die Entscheidung über eine Bewerbung auch noch hinauszögern könnte. „Er wird wollen, dass die Spekulationen monatelang andauern“, sagte eine Person mit Verbindungen zu Trump. Ein Sprecher Trumps äußerte sich dazu zunächst nicht.

Republikaner bei Zwischenwahlen wahrscheinlich vorn

Bei den Midterm-Wahlen in den USA - zur Mitte von Bidens Amtszeit - werden am kommenden Dienstag alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben. Zudem stehen in diversen Bundesstaaten Gouverneurswahlen an.

Umfragen zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass die Republikaner am Dienstag die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus gewinnen. Auch auf die Kontrolle über den Senat können sie sich Hoffnungen machen. Derzeit sind die Demokraten in beiden Kammern an der Macht. Ihnen setzt aber insbesondere die hohe Inflation zu sowie der niedrige Zuspruch, den Biden für seine Politik erhält. Umfragen zufolge ist eine Mehrheit der Amerikaner mit der Arbeit der regierenden Demokraten unzufrieden. Präsident Biden und seine Vize-Präsidentin Kamala Harris erzielen dabei teilweise historisch schlechte Ergebnisse.

Für den 14. November hat bereits der Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum Angriff von Trumps Anhängern auf das Kapitol in Washington eine Befragung des Ex-Präsidenten angepeilt. Nach wie vor ist unklar, ob Trump der Vorladung der Abgeordneten folgen wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Europäischer Medtech ist günstig, Goldrückgang ist vorübergehend
27.09.2026

Die Wall Street glänzt nahe seinen Rekordhöhen, doch unter der Oberfläche brodelt es. Während Künstliche Intelligenz die...

DWN
Politik
Politik Kanada und EU: Von der Leyens Plan könnte den Binnenmarkt verändern
27.09.2026

Kanada soll enger an die Europäische Union rücken als je zuvor. Ursula von der Leyen bringt dafür sogar eine "assoziierte...

DWN
Politik
Politik Gelockerter Kündigungsschutz für Hochverdiener: Was Arbeitgeber für 2027 wissen sollten
27.09.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Kündigungsschutzes, in der Hochverdiener leichter kündbar werden sollen. Arbeitgeber können...

DWN
Panorama
Panorama Auswandern nach Andalusien: „In meinem Herzen habe ich zwei Seelen“
27.09.2026

Jens Halbroth und seine Frau Claudia suchten jahrelang nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Sie reisten mit Motorrad und Wohnmobil durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
27.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Technologie
Technologie KI und Burnout: Warum ausgerechnet Entlastung krank machen kann
27.09.2026

KI soll Beschäftigte entlasten, Routinearbeit übernehmen und Unternehmen produktiver machen. Doch ausgerechnet die neue Effizienz schafft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Horacio Pagani im Porträt: Seine Autos sind verkauft, bevor die Öffentlichkeit sie sieht
27.09.2026

Horacio Pagani baut keine Autos für den Massenmarkt. Im vergangenen Jahr sollen es gerade einmal rund 50 gewesen sein, das günstigste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmensnachfolge: Mehr Schließungs- als Übergabepläne im Mittelstand
27.09.2026

Erstmals wollen mehr Mittelständler dichtmachen als übergeben. Betroffen sind auch profitable Betriebe mit vollen Auftragsbüchern. Oft...