Unternehmen

Coca-Cola: Gewerkschaft ruft zu Streiks an deutschen Standorten auf

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) kommt bei den Tarifverhandlungen nicht weiter. Nun erhöht man den Druck auf den Getränkehersteller und hat für den 23. Januar zu Streiks an verschiedenen Standorten aufgerufen.
23.01.2023 15:00
Aktualisiert: 23.01.2023 15:21
Lesezeit: 2 min

Bei Coca-Cola Deutschland kehrt auch 2023 keine Ruhe ein. Wieder geht es indirekt um das Thema Preissteigerung. Man streitet sich in Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) um Lohnerhöhungen für Mitarbeiter. Die Gewerkschaft erhöht nun den Druck auf den Getränkekonzern.

Gewerkschaft fordert 400 Euro mehr Lohn monatlich

Am 20. Januar gab die Gewerkschaft der Lebensmittelzeitung zufolge bekannt, dass man seinen Forderungen für eine bessere Bezahlung Nachdruck verleihen will. Man rief seine Mitglieder für den 23. Januar zu Streiks an Coca-Cola Standorten in Berlin und Brandenburg und am Apollinaris-Werk in Bad-Neuenahr auf. Die erste Runde der Tarifverhandlungen brachte weder für die Gewerkschaft noch für den US-Konzern ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Die Gewerkschaft hat sehr klare Forderungen bezüglich der Lohnanpassungen für die Mitarbeiter. Wegen der Inflation und den Preissteigerungen sind in ihren Augen 400 Euro mehr Lohn im Monat für die 6500 Angestellten gerechtfertigt. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Freddy Adjan begründete zudem, dass es dem Coca-Cola-Konzern wirtschaftlich sehr gut ginge und Anpassungen daher gerecht seien: „Umsatz und Gewinn sind gestiegen. Von diesem dicken Kuchen wollen die Beschäftigten ein Stück abhaben.“

Coca-Cola orientiert an der Bundesregierung

Bei Coca-Cola gibt es bezüglich des Vorschlages der Gewerkschaft andere Ansätze. Die Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP) machte ein Angebot mit zwei Säulen. Das Angebot beinhaltet eine Lohnsteigerung von 100 Euro im Monat und zudem abgabenbefreite Inflationsausgleichsprämien von einmalig 1000 Euro. Verhandlungsführer Gero Ludwig erklärt, dass die hohe Inflation Arbeitnehmer genauso betreffen würde wie Arbeitgeber.

Ein weiteres Argument von Coca-Cola ist, dass sich der Konzern mit dem Vorschlag auf einer Ebene mit der Bundesregierung befindet. Ludwig verdeutlicht: „Die Bundesregierung empfiehlt in dieser Situation eine steuerfreie Einmalzahlung der Arbeitgeber bei gleichzeitig moderaten Tarifabschlüssen der Gewerkschaften, um eine Preisspirale zu verhindern und die Rezessionsgefahr zu verringern.“

Die Gewerkschaft überzeugt das Angebot des Getränkekonzerns nicht, wie Adjan klarstellte: „Der Vorschlag reicht bei Weitem nicht. Das werden die Beschäftigten bei den nun anstehenden Streiks auch deutlich zeigen. Sie können es kaum erwarten, auf die Straße zu gehen.“ Am 8. und 9. Februar soll es die zweite Tarifrunde zwischen den beiden Parteien geben.

Der Tarifstreit verdeutlicht, dass beim Getränkekonzern Coca-Cola auch 2023 kein ruhiges Jahr zu erwarten ist. 2022 ging es bereits mit Preisstreitereien turbulent zu. So lieferte sich der US-Getränkehersteller über Monate einen Streit mit Edeka wegen Preiserhöhungen und einigte sich erst kurz vor November zu Beginn des alljährlichen Weihnachtsgeschäftes.

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