Politik

Drohnen-Angriffe auf iranische Rüstungsbetriebe

Im Iran sind zwei Industrie- und Rüstungsbetriebe mit Drohnen angegriffen worden.
30.01.2023 09:00
Aktualisiert: 30.01.2023 09:23
Lesezeit: 2 min

Im Iran ist es der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge zu einer Explosion in einem staatlichen Rüstungsbetrieb und einem Brand in einer Motorenölfabrik gekommen. Das Verteidigungsministerium in Teheran erklärte, in der Nacht zum Sonntag sei ein staatlicher Rüstungsbetrieb nahe der Stadt Isfahan von Drohnen angegriffen worden. Eine Drohne sei abgeschossen worden, und zwei weitere Drohnen seien beim Abfangen explodiert und hätten geringen Schaden angerichtet.

Zu den Hintergründen wie auch zur Ursache des Feuers in einer Motorenölfabrik nahe der Stadt Tabris am Sonntag gab es zunächst keine Angaben.

Die iranische Regierung wird ein Expertenteam in die Stadt Isfahan schicken, um die Hintergründe der Angriffe auf eine Militäranlage zu untersuchen. Das gab der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments am Sonntag im Staatssender IRIB bekannt. Neben Militärexperten sollen demnach auch Abgeordnete des Sicherheitsausschusses an den Untersuchungen teilnehmen und danach mitteilen, welche Entscheidungen die politische Führung treffe.

Außenminister Hussein Amirabdollahian bezeichnete am Sonntag die Angriffe als feige und zugleich lächerlich. Derartige Angriffe unterminierten weder die militärischen, noch die nuklearen Errungenschaften des Landes, sagte der iranische Chefdiplomat laut Nachrichtenagentur Tasnim. Wer seiner Einschätzung nach verantwortlich für die Angriffe gewesen sei, sagte Amirabdollahian nicht. In politischen Kreisen ist jedoch die Rede von den beiden iranischen Erzfeinden Israel und den USA. Das Wall Street Journal berichtete am Sonntag unter Berufung auf „mit der Operation“ vertrauten Personen, dass Israel hinter den Angriffen stehe.

Kiew: „Haben euch gewarnt“

Die Regierung der Ukraine stellte eine Verbindung zu den Kämpfen in ihrem Land her, bei der Russland nach ukrainischen Angaben auch iranische Drohnen einsetzt. „Kriegslogik ist erbarmungslos & mörderisch. Sie zieht die Urheber & Komplizen konsequent zur Rechenschaft“, twitterte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak. „Explosive Nacht im Iran - Drohnen- und Raketenproduktion, Ölraffinerien. Haben euch gewarnt.“ Der Iran hat angesichts der Äußerungen inzwischen den ukrainischen Geschäftsträger in Teheran einbestellt.

In der Vergangenheit hatte der Iran wiederholt Israel für Angriffe auf seinem Territorium verantwortlich gemacht. Israel hat sich in der Vergangenheit nicht zu konkreten Einzelfällen geäußert und lehnte auch am Sonntag eine Stellungnahme ab.

Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf mit der Operation vertrauten Personen, dass Israel hinter den Angriffen stehe. Erst vor wenigen Tagen hatten die USA mit Israel eine großangelegte Militärübung abgeschlossen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitskosten in Deutschland: So stark unterscheiden sich die Regionen
05.11.2026

Die Kosten einer Arbeitsstunde liegen in Deutschland regional weit auseinander. Besonders deutlich zeigt sich das Gefälle zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...