Technologie

Solarmodul-Innovation treibt Silberpreis in die Höhe

Änderungen in der Solarmodultechnik steigern die Nachfrage nach Silber, doch künftige Bergbau-Großprojekte sind bereits auf ein Minimum reduziert. Die Aussichten für zusätzliche Minenproduktion sind düster. Die Solar-Branche hat jedoch einen Plan.
06.07.2023 10:26
Aktualisiert: 06.07.2023 10:26
Lesezeit: 2 min
Solarmodul-Innovation treibt Silberpreis in die Höhe
Photovoltaikmodule in einem Solarpark in Guizhou, im Südwesten von China. (Foto: dpa) 

Veränderungen in der Solarzellentechnologie beschleunigen die Nachfrage nach Silber und führen zu einem zunehmenden Angebotsdefizit für das Edelmetall. Der Grund: Kaum zusätzliche Minenproduktion ist in Sicht. Bergbauunternehmen weltweit zögern bereits, neue Großprojekte in Angriff zu nehmen und die Zukunftsaussichten sind alles andere also rosig.

Silber, in Form von Pasten, bildet eine leitende Schicht auf der Vorder- und Rückseite von Siliziumsolarzellen. Laut Bloomberg beginnt die Solar-Industrie jetzt effizientere Versionen von Zellen herzustellen, die viel mehr von dem Metall verwenden werden. Dies wird den ohnehin schon steigenden weltweiten Silber-Verbrauch noch weiter nach oben treiben.

Der Anteil der Solarenergie an der gesamten Silbernachfrage ist zwar immer noch relativ gering, wächst aber stetig. Einem Bericht des Branchenverbands The Silver Institute zufolge wird der Verbrauchsanteil in diesem Jahr voraussichtlich 14 Prozent betragen, gegenüber fünf Prozent im Jahr 2014 - mit einem Großteil des Wachstums aus China.

Branche sucht nach billigeren Alternativen

Vor diesem Hintergrund sucht die weltweite Solar-Branche nach billigeren Ersatzprodukten für Silber. Bloomberg berichtet, dass chinesische Solarunternehmen aktiv nach Alternativen wie zum Beispiel galvanisiertes Kupfer suchen - obwohl die Ergebnisse bisher gemischt sind.

Einige Führungskräfte sind optimistisch: Zhong Baoshen, Vorsitzender von Longi Green Energy Technology Co, dem weltweit größten Hersteller von Solarmodulen, sagte vor Kurzem: „Technologien, die billigere Metalle verwenden, sind inzwischen weit genug fortgeschritten und werden in die Massenproduktion gehen, sobald die Silberpreise in die Höhe schießen“.

Neues Allzeithoch für Silberverbrauch

Dem Silver Institute zufolge verzeichneten alle wichtigen Kategorien der Silbernachfrage - Industrie, Schmuck und physische Investments - bereits im vergangenen Jahr neue Höchstwerte.

Die Branchenorganisation erwartet, dass der Silberverbrauch in der Industrie im Jahr 2023 um weitere vier Prozent ansteigen und ein neues Allzeithoch erreichen wird. Gestützt werde diese Entwicklung durch eine weiter zunehmende Nutzung in der Photovoltaik und durch eine robuste Nachfrage aus anderen Industriesegmenten der "grünen Wirtschaft". Der Haupttreiber der starken Nachfrage nach Silber sind technologische Fortschritte bei der Verwendung des Edelmetalls.

Laut Bloomberg prognostiziert eine Studie der University of New South Wales, dass der Solarsektor bis 2050 zwischen 85 und 98 Prozent der weltweiten Silberreserven erschöpfen könnte. „Die pro Zelle verbrauchten Silbermengen werden steigen, und es könnte etwa fünf bis zehn Jahre dauern, um sie wieder auf das heutige Niveau zu bringen“, so Brett Hallam, einer der Studien-Autoren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Vera von Lieres

Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Nvidia beendet vor Zahlenvorlage siebentägige Verlustserie
25.08.2026

Spannung an den US-Börsen: Wie Tech-Riesen und Konjunkturdaten die Wall Street bewegen.

DWN
Politik
Politik Was soll künstliche Intelligenz, wenn sich die EU nicht einmal auf den Saftkarton einigen kann?
25.08.2026

Europa will bei künstlicher Intelligenz mit den USA und China konkurrieren. Doch im eigenen Binnenmarkt scheitern Unternehmen noch immer...

DWN
Politik
Politik Milliardenloch bei der Arbeitslosenversicherung: Kommen höhere Beiträge?
25.08.2026

Im Juli gab es über drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent. Tendenz...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bei VW wächst der Druck auf Blume
25.08.2026

Bei Volkswagen wächst die Unruhe: Tausende Jobs und vier Werke stehen auf dem Spiel, doch die Belegschaft fühlt sich vom Vorstand im...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: Investoren suchen jetzt Gewinner in China und kaufen diese Werte
25.08.2026

Mit dem chinesischen Aktienmarkt sind mehrere Risiken verbunden. Doch zwei Schwergewichte unter den Investoren sehen in Chinas...

DWN
Finanzen
Finanzen Eli Lilly, Novo Nordisk & Co.: Superpillen werden die Wirtschaft verändern - doch wer verdient daran?
25.08.2026

Medikamente zur Gewichtsregulierung gelten als einer der größten Wachstumsmärkte der kommenden Jahrzehnte. GLP-1-Präparate könnten...

DWN
Immobilien
Immobilien Steuerfalle Immobilienerbe: Entscheidend ist der Todestag
25.08.2026

Der Umzug war vorgesehen, die Wohnung sollte bald zum gemeinsamen Zuhause werden. Doch dann starb der Eigentümer unerwartet. Seine Witwe...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk und die KI: Wer regiert bald die Welt?
25.08.2026

Elon Musk warnt vor KI, Bürgerkrieg und dem Aufstieg neuer Supermächte – doch zugleich verkörpert er selbst die beispiellose Macht der...