Unternehmen

GfK: „Privater Konsum bleibt das Sorgenkind der Konjunktur“

Lesezeit: 2 min
27.07.2023 11:07  Aktualisiert: 27.07.2023 11:07
Laut dem größten deutschen Marktforschungsinstitut GfK stabilisiert sich die Kauflaune der Deutschen auf niedrigem Niveau. Ein Konsumboom sei aber weiter nicht in Sicht, große Anschaffungen würden weiterhin vermieden.

Angesichts der Hoffnung auf ein Abebben der Inflationswelle bessert sich die Laune der deutschen Verbraucher wieder. Die GfK-Konsumforscher sagen für August einen Anstieg ihres Barometers um 0,8 auf minus 24,4 Punkte voraus. Nach einem leichten Rückgang im Vormonat stabilisiert sich die Verbraucherstimmung damit wieder.

Kauflaune stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einer Verbesserung auf minus 24,7 Zähler gerechnet. Aktuell trägt laut den Konsumforschern ausschließlich die Einkommenserwartung zur Verbesserung der Konsumstimmung bei. Diese stieg um 5,5 Zähler auf minus 5,1 Punkte: „Grund für den schwindenden Pessimismus ist vor allem die Hoffnung auf rückläufige Inflationsraten“, erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Ein Konsumboom ist Ökonomen zufolge allerdings weit und breit nicht in Sicht. „Im tiefen Tal wird die etwas bessere Konsumlaune kaum zu spüren sein“, kommentierte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger, die Entwicklung. Beachtenswerte Kaufpläne seien nicht geschmiedet worden. „Damit bleibt der private Verbrauch das große Sorgenkind der Konjunktur“, sagte der Ökonom.

Der Rückgang der Inflation war im Juni wegen der ein Jahr zuvor eingeführten staatlichen Sommerhilfen unterbrochen worden. Die Lebenshaltungskosten erhöhten sich um 6,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 6,1 Prozent im Mai. Doch bereits im Juli dürfte sich der Preisauftrieb wieder etwas abschwächen: Experten erwarten für die am Freitag anstehenden Daten des Statistischen Bundesamtes einen Rückgang der Teuerungsrate auf 6,2 Prozent.

Wenig Bereitschafft zu größeren Anschaffungen

Dennoch werde das Konsumklima in den kommenden Monaten wohl auf niedrigem Niveau bleiben, so die Prognose der GfK. Und auch der private Konsum werde voraussichtlich keinen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten können.

Die Bereitschaft der Bürger, sich teure Anschaffungen wie Autos oder Möbel zu leisten, stieg im Juli kaum. Der Indikator gewann marginale 0,3 Zähler hinzu und weist aktuell minus 14,3 Punkte auf. Er liegt damit fast auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (Juli 2022: -14,5 Punkte).

Die Stagnation der Konsumneigung auf niedrigem Niveau ist laut GfK auf die anhaltend große Verunsicherung der Verbraucher zurückzuführen. Hohe Lebensmittel- und Energiepreise, der Krieg in der Ukraine sowie die Sorgen vor steigenden Kosten durch Sanierungsmaßnahmen für Immobilien als Folge des Heizungsgesetzes veranlassen die Verbraucher demnach, mit ihren geplanten Anschaffungen derzeit vorsichtiger umzugehen. (Reuters)

 

DWN
Finanzen
Finanzen Urlaub im Ausland: Große Preisunterschiede bei Hotels und Restaurants
17.06.2024

Urlaub in Südeuropa kann viel günstiger sein! Sparen Sie bis zu 55 Prozent bei Hotels und Restaurants im Vergleich zu Deutschland....

DWN
Technologie
Technologie BYD greift mit Plug-in-Hybriden den europäischen Markt an – Was bedeutet das für die Konkurrenz?
17.06.2024

Deutschland, das Autoland, bereit den Chinesen Kopfschmerzen, denn der Elektroautomarkt läuft nicht wie erwünscht für die...

DWN
Politik
Politik Rückkehr zur Wehrpflicht nicht durchsetzbar: Pistorius verzweifelt an Ampel-Koalition
17.06.2024

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat lange überlegt, wie er Regierung und Bundestag von der Rückkehr zur Wehrpflicht...

DWN
Technologie
Technologie Elektronische Patientenakte: Pflicht ab 2025 – Chancen und Herausforderungen
17.06.2024

Seit Januar 2021 können alle gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) nutzen. Ab 2025 wird sie verpflichtend. Kann...

DWN
Politik
Politik Rentenerhöhung: Endlich mehr Geld trotz anhaltender Inflation
16.06.2024

Die Renten in Deutschland steigen ab dem 1. Juli um 4,57 Prozent, gleich für Ost und West. Ursache sind ein stabiler Arbeitsmarkt und gute...

DWN
Immobilien
Immobilien Elementarschadenpflichtversicherung: Bundesländer drängen auf Gesetzesinitiative
16.06.2024

Die Länder erhöhen den Druck zur Einführung einer obligatorischen Versicherung gegen Elementarschäden für Gebäude, unter Verweis auf...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinssenkung 2024: Beginn einer neuen Ära?
16.06.2024

Wie Bundesbankpräsident Joachim Nagel im April andeutete: Die Europäische Zentralbank hat überraschend den Leitzins gesenkt. Diese...

DWN
Politik
Politik Russlands Milliarden: Der fehlende Schlüssel zur ukrainischen Rettung
16.06.2024

Wenn die Ukraine Russland besiegen und sich nach dem Krieg wieder aufbauen will, dann wird sie enorme Summen benötigen, die wahrscheinlich...