Unternehmen

Spanier übernehmen deutschen Energieriesen Steag

Die Kommunen aus dem Ruhrgebiet wollen sich von Steag trennen. Als Käufer wurde ein spanischer Investor gefunden. Dieser will das Unternehmen in Bereich der erneuerbaren Energien vorantreiben.
26.08.2023 17:49
Lesezeit: 1 min

Der spanische Investor Asterion Industrial Partners übernimmt den fünftgrößten deutschen Energiekonzern Steag. Asterion und das Steag-Eigentümer-Konsortium teilten am Freitag mit, dass das Unternehmen als Ganzes erhalten bleiben solle. Der Konzern aus dem Ruhrgebiet solle zu einem nachhaltigen Energieversorger mit eigenen klimafreundlichen Kapazitäten weiterentwickelt werden. Im Zuge der Transaktion sei die Steag mit einem Unternehmenswert von rund 2,6 Milliarden Euro bewertet worden. Asterion setzte sich gegen ein Konsortium aus der RAG-Stiftung mit der Holding EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky durch.

Geschäft mit erneuerbaren Energien soll ausgebaut werden

Die Spanier kündigten an, den Geschäftsbereich Iqony durch Investitionen in grüne Technologien wie Solar- und Windenergie, aber auch in Fernwärme und Strom erheblich auszubauen. Asterion baue mit dem Deal seine Präsenz im europäischen Energiesektor weiter aus und sei nun neben Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien auch in Deutschland vertreten. „Mit einem Energiemix, in dem neben Kohle vor allem Gas eine Rolle spielt, kann die Versorgungssicherheit während der Übergangsphase gewährleistet werden“, sagte Asterion-Chef Jesús Olmos. Die Transaktion soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Die Steag ist in zwei Bereiche aufgeteilt – der schwarze Bereich Steag Power mit den Kohlekraftwerken und der grüne Bereich mit dem Namen Iqony, zu dem die Erneuerbaren Energien gehören. 2021 erzielte die Steag insgesamt einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 234 Millionen Euro. Die Steag beschäftigt rund 5700 Mitarbeiter. Eigentümerin ist die kommunale Beteiligungsgesellschaft KSBG, in der sechs Stadtwerke aus dem Ruhrgebiet ihre Steag-Anteile gebündelt haben. Dies sind die Stadtwerke Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, Oberhausen und Dinslaken. Die KSBG ist seit 2014 alleinige Gesellschafterin des Unternehmens.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensaufbau verlangt unternehmerisches Denken – warum Rendite aktiv erarbeitet werden muss
24.03.2026

Die Deutschen sparen so viel wie kaum ein anderes Volk in Europa. Doch ausgerechnet diese Tugend könnte beim Vermögensaufbau zum Problem...

DWN
Politik
Politik Trump steht im Iran-Krieg unter Druck: Warum ein Rückzug kaum möglich ist
24.03.2026

Der Iran-Krieg entwickelt sich für Donald Trump zunehmend zu einem strategischen Risiko mit globalen wirtschaftlichen Folgen. Kann...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aumovio-Aktie: Continental-Spin-off zieht sich aus Litauen zurück – 800 Job betroffen
24.03.2026

Die Eigentümer der Unternehmen Aumovio Autonomous Mobility Lithuania und Aumovio Global Holding haben beschlossen, sich aus Litauen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Erst Ölpreis bei 200 Dollar erschüttert die Welt – ohne das bleibt der Iran-Krieg nur eine Korrektur
24.03.2026

Historische Erfahrungen zeigen, dass nicht Kriege selbst, sondern makroökonomische Fundamentaldaten die Finanzmärkte bestimmen. Warum der...

DWN
Politik
Politik Familienversicherung vor dem Aus: Koalition will Ehepartner blechen lassen
24.03.2026

Kostenlose Mitversicherung für Familienangehörige - damit dürfte bald Schluss sein. Die Bundesregierung prüft das Ende der kostenlosen...

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie fällt: Analystenoptimismus schwindet
24.03.2026

Die SAP-Aktie gerät immer stärker unter Druck, Analysten senken ihre Ziele massiv. Für Anleger könnten sich jetzt entscheidende Chancen...

DWN
Politik
Politik EU und Australien schließen Freihandelsabkommen
24.03.2026

US-Präsident Trump verärgert Verbündete mit Zöllen, die EU setzt hingegen auf freien Handel und eine engere Kooperation mit Partnern....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kik schließt 300 Filialen
24.03.2026

Der Discounter Kik schrumpft sein Filialnetz in Europa deutlich zusammen und streicht rund 300 Standorte. Hinter dem Rückzug steckt nicht...