Politik

USA bemühen sich um Grenzöffnung nach Ägypten

Die USA sind um eine zeitweise Öffnung des Grenzüberganges Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten bemüht. Für die Palästinenser wäre dies der einzige Fluchtweg.
14.10.2023 13:46
Aktualisiert: 14.10.2023 13:46
Lesezeit: 2 min

Die USA sind nach Angaben des US-Außenministeriums um eine zeitweise Öffnung des Grenzüberganges Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten bemüht. Sie hätten versucht, eine Öffnung von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu erreichen, hieß es am Samstag auf der Nahost-Reise von US-Außenminister Antony Blinken. Ägypten, Israel und Katar seien mit den USA in dieser Frage befasst. Nach ägyptischen Angaben ist der Grenzübergang, der den Sinai mit dem Gazastreifen verbindet, zwar weiterhin geöffnet. Der Verkehr sei wegen israelischer Luftangriffe auf der palästinensischen Seite der Grenze aber seit mehreren Tagen zum Erliegen gekommen.

Beim israelischen Militär hieß es am Samstag, die Nutzung des Grenzübergangs werde in Abstimmung mit Israel erfolgen. "Die Grenzen sind geschlossen, und jede Bewegung oder Überfahrt nach Ägypten erfolgt in Abstimmung mit uns und in Kontakt mit uns", sagte ein Militärsprecher. Im Moment finde dies nicht statt.

Der Grenzübergang ist der Hauptausgang für die 2,3 Millionen Einwohner des Gazastreifens, der nicht von Israel kontrolliert wird. Israel hatte die Bewohner des nördlichen Gazastreifens aufgefordert, sich im Süden des dicht besiedelten Küstenstreifens in Sicherheit zu bringen. Es werde für die Sicherheit von Palästinensern auf zwei Fluchtrouten bis 16.00 Uhr garantieren. Israel bereitet eine großangelegte Bodenoffensive in den Gazastreifen vor, mit dem erklärten Ziel, die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas auszulöschen. Seit einer Woche bombardiert Israel das Gebiet, nachdem Hamas-Kämpfer Israel massiv angegriffen hatten.

Am Samstag trafen neue Hilfsflüge auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel ein. Dort würden die Hilfsgüter so lange festgehalten, bis eine sichere Passage in den nahen Gazastreifen gewährleistet werden könne, erklärten der Rote Halbmond und Helfer. Zwei Hilfsflüge, darunter einer aus der Türkei, trafen in Al Arisch ein, etwa 45 Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen entfernt. Damit seien in dieser Woche fünf Flugzeuge mit humanitärer Hilfe eingetroffen.

Die Vereinten Nationen haben Israel aufgerufen, die Abriegelung des Gazastreifens zu lockern, um Hilfslieferungen zu ermöglichen. Es werde ein sofortiger humanitärer Zugang zum Gazastreifen benötigt für Treibstoff, Lebensmittel und Wasser, hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Freitag gefordert: "Selbst Kriege haben Regeln."

VERSTÄRKTE SICHERHEITSVORKEHRUNGEN AUF ÄGYPTISCHER SEITE

Die ägyptischen Sicherheitskräfte haben auf ihrer Seite der Grenze die Sicherheitsvorkehrungen zwar verstärkt, etwa durch das Versetzen von Betonbarrieren. Doch Berichte, wonach sie den Grenzübergang abriegeln würden, seien falsch, sagte eine ägyptische Sicherheitsquelle, die anonym bleiben wollte.

Für die Palästinenser im Gazastreifen wäre Rafah der einzige Fluchtweg. Doch in der arabischen Welt wird die Forderung nach einem humanitären Korridor kritisch gesehen. Ägypten als einziger arabischer Staat mit einer gemeinsamen Grenze mit dem Gazastreifen und Jordanien, das an das von Israel besetzte Westjordanland grenzt, haben beide davor gewarnt, die Palästinenser von ihrem Land zu vertreiben. Dahinter steht die Befürchtung einer dauerhaften Vertreibung aus dem Küstenstreifen, in dem die Palästinenser zusammen mit dem Westjordanland einen künftigen eigenen Staat errichten wollen.

"Es ist wichtig, dass das (palästinensische) Volk standhaft und auf seinem Land präsent bleibt", sagte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Zufall mit System: Die entscheidende Rolle von RNGs im Gaming

Viel mehr als Würfel-Glück: Erfahre, wie Zufallsgeneratoren von Slot-Klassikern bis hin zu KI-Welten für Fairness, Immersion und echten...

DWN
Finanzen
Finanzen Vistra-Aktie wird zur Stromwette auf den KI-Boom
09.06.2026

Künstliche Intelligenz frisst Strom, und plötzlich geraten Energieaktien ins Zentrum der Börsenfantasie. Die Vistra-Aktie verspricht...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt wird zur Kostenfalle für Deutschlands Steuerzahler
09.06.2026

Europa will mehr Verteidigung, mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr globalen Einfluss. Doch der neue EU-Haushalt offenbart, wie teuer diese...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Chip-Aktien erholen sich, Waffenstillstand hält
08.06.2026

Zwischen geopolitischen Entwicklungen und überraschenden Marktbewegungen: Erfahren Sie, was die Börse aktuell antreibt.

DWN
Panorama
Panorama Teure Störungen am Himmel: Drohnen belasten den Luftverkehr
08.06.2026

Immer häufiger zwingen Drohnensichtungen deutsche Flughäfen zu Einschränkungen oder sogar Betriebspausen. Die wirtschaftlichen Schäden...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Yuan: Peking setzt auf eine Alternative zur Dominanz des Dollars
08.06.2026

China treibt den digitalen Yuan mit neuer Entschlossenheit voran. Peking sieht im e-CNY nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern ein...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-IPO zeigt die gefährliche Macht der Musk-Erzählung
08.06.2026

Elon Musk verkauft den Kapitalmärkten nicht nur Raketen und Satelliten, sondern eine Zukunft, die bis zum Mars reicht. Doch das SpaceX-IPO...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wie viel Markterfolg hat sich China mit staatlichen Subventionen erkauft?
08.06.2026

Chinesische Unternehmen erhalten bis zu achtmal mehr Subventionen als ihre Konkurrenten, stellt die OECD in einem Bericht über...

DWN
Finanzen
Finanzen Magnificent Seven-Aktien: Wo Analysten jetzt die größten Chancen sehen
08.06.2026

Sieben Tech-Konzerne dominieren den S&P 500, doch ihre Aktien laufen längst nicht mehr im Gleichschritt. Der KI-Boom treibt Umsätze,...