Politik

Biden besucht Israel - Iran droht mit Präventivschlägen

Am Mittwoch wollen sich US-Präsident Joe Biden und Premierminister Benjamin Netanjahu zum Gespräch in Israel treffen. Der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian warnt vor Konsequenzen.
17.10.2023 12:06
Aktualisiert: 17.10.2023 12:06
Lesezeit: 2 min

US-Präsident Joe Biden wird am Mittwoch zu Gesprächen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu nach Israel reisen. Biden werde bei dem Treffen die Solidarität mit Israel bekräftigen und deutlich machen, dass „Israel das Recht und die Pflicht hat, sein Volk gegen die Hamas und andere Terroristen zu verteidigen und künftige Angriffe zu verhindern“, sagte US-Außenminister Anthony Blinken am Montag nach neunstündigen Gesprächen mit Netanjahu in Tel Aviv. Die USA und Israel hätten sich darauf verständigt, einen Plan zu entwickeln, um der Zivilbevölkerung im Gazastreifen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, ohne die Hamas zu begünstigen. Israel werde Biden über seine Kriegsziele und -strategie informieren und darüber, wie es die Zahl der zivilen Opfer bei seinem Kriegseinsatz minimieren wolle.

Nach Angaben der Behörden im Gazastreifen sind dort mehr als 2800 Menschen getötet worden, etwa ein Viertel davon Kinder, und mehr als 10.000 Verletzte liegen in Krankenhäusern, die nicht ausreichend versorgt werden können.

Präventativaktion

Zuvor hatte der iranische Außenminister erklärt, das Vorgehen Israels im Gazastreifen werde nicht ohne Konsequenzen bleiben. „Die Führer des Widerstands werden nicht zulassen, dass das zionistische Regime irgendetwas unternimmt. ... Alle Optionen sind offen, und wir können den Kriegsverbrechen, die gegen die Menschen in Gaza begangen werden, nicht gleichgültig gegenüberstehen“, sagte der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian im staatlichen Fernsehen. Er warnte vor Präventivschlägen durch die Widerstandsfront. „Die Widerstandsfront ist in der Lage, einen langen Krieg gegen den Feind (Israel) zu führen... In den kommenden Stunden können wir mit einer Präventivaktion der Widerstandsfront rechnen“, sagte er, ohne Details zu nennen. Als „Widerstandsfront“ bezeichnet der Iran regionale Länder und Kräfte, die sich gegen Israel und die USA stellen. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi sagte am Montag, die Widerstandsfront gegen Israel treffe ihre eigenen unabhängigen Entscheidungen.

Hochrangiger US General in Israel

Der oberste US-General der amerikanischen Streitkräfte im Nahen Osten, Michael Kurilla, fliegt ohne offizielle Vorankündigung nach Israel. „Ich bin hier, um sicherzustellen, dass Israel alles hat, was es braucht, um sich zu verteidigen, insbesondere um eine Ausweitung des Konflikts durch andere Parteien zu verhindern“, sagte Kurilla der Nachrichtenagentur Reuters kurz vor der Landung. Es ist der jüngste Besuch eines hochrangigen US-Beamten in Israel im Vorfeld eines erwarteten Bodenangriffs der israelischen Armee auf den Gazastreifen. Die Reise findet einen Tag vor dem geplanten Besuch von US-Präsident Joe Biden in Israel statt. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Bremer Immobilienmarkt unter Druck: Strategien für Käufer und Verkäufer im aktuellen Zinsumfeld

Der Immobilienmarkt in Bremen befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Nach Jahren des kontinuierlichen Preisanstiegs...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Rekordgewinn stärkt Position im Übernahmekampf mit Unicredit
06.08.2026

Mit steigenden Gewinnen wollte die Commerzbank-Aktie ihre Unabhängigkeit untermauern. Die jüngste Zwischenbilanz fällt positiv aus. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie verliert Rückenwind nach F126-Aus
06.08.2026

Das Aus für das milliardenschwere F126-Projekt zwingt Rheinmetall zu einer Korrektur der Umsatzprognose. Trotz der niedrigeren Erwartungen...

DWN
Finanzen
Finanzen Siemens-Aktie profitiert: Rekord bei den Aufträgen
06.08.2026

Der Auftragseingang erreicht einen Rekordwert. Auch bei der geplanten Trennung von der Healthineers-Mehrheit kommen die Münchner voran....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dürre setzt Europas Bauern massiv unter Druck
06.08.2026

Die Dürre trifft Europas Landwirtschaft immer härter: Schlechte Ernten, knappe Futtermittel und steigende Kosten setzen viele Betriebe...

DWN
Finanzen
Finanzen Telekom-Aktie legt zu: Mehr Geld für Aktienrückkäufe
06.08.2026

Die Telekom-Aktie startet nach starken Quartalszahlen und einem deutlich ausgeweiteten Aktienrückkaufprogramm mit Rückenwind in den...

DWN
Politik
Politik Iran: Wir haben mit Oman eine Einigung über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erzielt
06.08.2026

Iran und Oman haben nach Angaben Teherans eine Einigung über eine Schiffsroute durch die Straße von Hormus erzielt. DAs wird aktuell noch...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt 2028–2034: Deutschland soll Europas Rechnung bezahlen
06.08.2026

Zwei Billionen Euro, neue Schulden und ein Machtkampf zwischen Berlin und Paris: Die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028–2034 drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen ING Deutschland: Kreditkarte kommt zum Weihnachtsgeschäft
06.08.2026

Die ING will noch vor Weihnachten eine eigene Kreditkarte auf den Markt bringen. Was Kundinnen und Kunden außerdem beim Girokonto...